Ich nehme an, das erste spanische Wort, das ich je gehört habe, war gringo.
Das zweite Wort, das ich hörte, war pinche, das vor gringo stand und an mich gerichtet war.
Es beleidigte mich nicht. Mein damaliger Freund Gonzales sagte mir, der Mann habe meine Sparsamkeit gelobt.
Jeder anglo-texanische Bewohner sollte das beherrschen, was ich gern Spanisch für Gringos nenne. Das ist wichtig, damit wir den bikulturellen Charakter von Texas voll und ganz genießen können. Warum sollte man sich von der Hälfte des Erbes dieses schönen Staates ausschließen?
Mit dem Beiwort pinche oder ohne: Abgesehen davon, dass man uns gringos nennt, nennt man uns auch bolillos, weil wir die Farbe dieser schönen spitz zulaufenden Weißmehlbrötchen haben. Noch ein nettes Kompliment.
Die meisten Gringos kennen das Wort cerveza. Das war das erste Wort, das ich in einer Bar lernte. Danach kam bien fría: Gut gekühlt. Otra. Noch eins. Und nach einigen weiteren otras brauchte ich diesen Satz: „¿Dónde está el baño?“ Spanisch zum Überleben. Unbezahlbar.
Spanisch ist eine Sprache der Verkleinerungsformen. Dank der Diminutive -ito und -ita ist alles liebevoll klein. Meine Frau sagt: „¿Quieres huevito y cafecito?“ „Möchtest du ein kleines Ei und einen kleinen Kaffee?“ Ich sage ja, und schon bald kommt sie mit drei Rühreiern, eingewickelt in zwei große Weizentortillas mit Chorizo, und einer Tasse Kaffee. Und ich frage mich: „Was ist mit dem -ito passiert?“
Im Spanischen ist alles -ito. Ich kenne einen Mann namens Carlos, der 300 Pfund wiegt, aber seine Mutter nennt ihn immer noch Carlitos.
Das ist noch etwas, das Gringos wissen sollten: Spanisch ist eine Sprache der Gegensätze. Groß ist klein und klein ist groß. Gehen Sie auf irgendeine Baustelle, und Sie finden dort einen Mann, der wie ein Magersüchtiger aussieht und den sie Gordo (Dicker) nennen. Sie finden einen dunkelhaarigen Kerl, den sie Blondie oder Güerito nennen. Frischvermählte nennen einander viejo und vieja, Alter und Alte.
Denken Sie an diesen festlichen Drink, die Margarita. Es ist ein Drink, dessen Name kleine Margaret bedeutet. Aber serviert wird er in einem riesigen Glas, das den gesamten Arktischen Ozean fassen könnte.
Ahorita (so etwas wie „gleich“ im texanischen Slang) bedeutet nicht „jetzt“. Es bedeutet bald, was vielleicht morgen oder nächste Woche heißen kann.
Dafür zu sorgen, dass ein Gast gut gesättigt ist, gehört zu den Grundwerten eines hispanischen Haushalts. Um 11 Uhr vormittags fragt Sie die Gastgeberin, ob Sie etwas essen möchten. Sie sagen: „Ich hatte schon Eier, Speck und Toast“, und sie antwortet: „Pero, necesita un pedacito de pastel.“ Sie brauchen ein kleines Stück Kuchen. „Siéntate.“ Setzen Sie sich. Und das Einzige, was Sie tun können, ist nachzugeben. Es ist so ähnlich wie ein Besuch bei der Großmutter in Tschechien.
Wir Gringos brauchen weder einen riesigen Wortschatz noch eine perfekte Aussprache. Es reicht, es zu versuchen. Sie können „Quiero una cervezita, bien fría, por favor“ mit dem derbsten ländlichen osttexanischen Akzent sagen, und die hispanische Welt wird sich Ihnen öffnen, weil Sie sich bemühen. Man prostet Ihnen mit „¡Saludcita!“ zu und begrüßt Sie mit abrazotes (großen Umarmungen). Es sei denn, es sind Touristen aus Monterrey. Dann sind Sie immer noch nur ein pinche gringo.



