Humanoide Roboter stehen kurz davor, unseren Alltag ähnlich zu verändern, wie es Smartphones getan haben. Diese Maschinen auf zwei Beinen, die wie Menschen aussehen und sich auch so bewegen, befinden sich derzeit in einer Phase, in der sie sich von ungewöhnlichen Neuheiten zu alltäglichen Werkzeugen entwickeln. Analysten von Morgan Stanley zufolge könnte der Robotermarkt bis 2050 ein Volumen von mehr als 5 Billionen US-Dollar (rund 115 Billionen Kč) erreichen. Es wird erwartet, dass weltweit etwa 1 Milliarde dieser Roboter im Einsatz sein werden. Das bedeutet eine enorme Veränderung der Art und Weise, wie wir arbeiten, leben und mit Technologien interagieren. Schon jetzt kommen sie in der realen Welt zum Einsatz, beispielsweise in Pilotprojekten verschiedener Branchen.
Rascher Preisverfall
Ähnlich wie Smartphones, die anfangs ein Vermögen kosteten und später günstiger wurden, erleben auch humanoide Roboter einen raschen Preisverfall. Einem Bericht von Bain & Company zufolge sanken die Herstellungskosten eines solchen Roboters zwischen 2022 und 2024 um mehr als 40 %. Gleichzeitig stiegen die Arbeitskosten in der Europäischen Union von 2023 bis 2024 um 5 %. Das macht Roboter für Unternehmen attraktiv, die nach Möglichkeiten suchen, Kosten zu sparen und ihre Abläufe dort effizienter zu gestalten, wo es möglich ist.
Die ersten Modelle für Privatpersonen kommen bereits auf den Markt. Der Roboter NEO des Unternehmens 1X wurde beispielsweise als persönlicher Assistent und Begleiter für den Haushalt entwickelt. Die Vorbestellungen wurden eröffnet, und die ersten Exemplare sollen 2026 in den Haushalten eintreffen. Der Preis beträgt 20.000 US-Dollar (rund 460.000 Kč), alternativ ist eine monatliche Zahlung von 499 US-Dollar (rund 11.500 Kč) möglich. Das ist derzeit noch ziemlich viel, erinnert aber an die ersten teuren Mobiltelefone, die dank der Massenproduktion schon bald für alle erschwinglich wurden.
Auch bei uns in Tschechien tauchen die ersten Roboter auf. Alza hat beispielsweise Roboter des Unternehmens Unitree Robotics für Präsentationen angeschafft und verkauft weitere auf seinen Seiten.

Für Unternehmen sind humanoide Roboter aufgrund ihrer höheren Effizienz, des geringeren Verletzungsrisikos am Arbeitsplatz, der stabilen Kosten und des Wettbewerbsvorteils attraktiv. Sie werden nicht nur in Fabriken eingesetzt werden, sondern bald auch im Dienstleistungssektor. Stellen Sie sich vor, Sie kommen in einigen Jahren in einem Hotel an und werden von einem humanoiden Roboter begrüßt, oder Roboter verteilen in einem Krankenhaus Ausrüstung. So wie Selbstbedienungskassen in Geschäften zu einem Teil des Alltags geworden sind, werden sich auch diese Roboter unauffällig in den Hintergrund moderner Dienstleistungen einfügen.
Ein Leben mit ständiger Unterstützung
Smartphones haben dafür gesorgt, dass wir „immer verbunden“ sind, humanoide Roboter könnten hingegen dafür sorgen, dass wir „immer unterstützt“ werden. Das bedeutet, dass sie uns bei alltäglichen Aufgaben und Herausforderungen helfen werden. Dabei stellt sich die Frage, wie sie in die Arbeitswelt integriert werden sollen – werden sie nur Werkzeuge, Assistenten oder vollwertige Kollegen sein? Wie müssen Arbeitsabläufe angepasst werden, damit Menschen und Roboter reibungslos und parallel zusammenarbeiten können?
Humanoide Roboter werden nicht auf eine einzige Funktion beschränkt sein, ähnlich wie Mobiltelefone, die sich von Telefonen zu multimodalen Geräten mit Kameras, Navigation, Geldbörse und Unterhaltungsangeboten entwickelt haben. Sie könnten unsere Aufmerksamkeit, unsere Beziehungen und das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit beeinflussen, vor allem in Bereichen wie der Betreuung älterer Menschen, dem Schutz der Privatsphäre oder der Sicherheit.
Heute betrachten wir humanoide Roboter skeptisch, so wie einst die ersten Mobiltelefone oder Personal Computer. Sie waren unhandlich, teuer und unvollkommen. Doch sobald sie den Punkt erreichten, an dem sie sich verbreiteten, wurden sie allgegenwärtig. Roboter befinden sich jetzt in dieser Phase – sie sind teuer, nicht perfekt und manchmal unbeholfen. Innerhalb von zehn Jahren könnten sie jedoch überall sein. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie schnell das geschehen wird.
Quelle: techradar.com



