Das amerikanische Unternehmen Persona AI hat eine Absichtserklärung mit dem Bundesstaat Louisiana unterzeichnet, die ein Pilotprogramm für den Einsatz humanoider Roboter in Fabriken einleitet. Die Tests werden in der Anlage von SSE Steel Fabrication im St. Bernard Parish stattfinden, wo die Roboter direkt in der Stahlproduktion arbeiten werden. Ziel ist es, Louisiana im Bereich der verkörperten künstlichen Intelligenz (Embodied AI) in der fortschrittlichen Fertigung und bei Technologien für die Arbeitskräfte der nächsten Generation an die Spitze zu bringen.
Josh Fleig, Chief Innovation Officer von Louisiana Economic Development, erklärte dazu: "Das ist genau die Art von angewandter Innovation, in die Louisiana investieren sollte."
Die Vision von Persona AI
Persona AI ist ein amerikanisches Startup mit Sitz in Texas, das humanoide Roboter für anspruchsvolle industrielle Arbeitsplätze entwickelt. Das Unternehmen wurde im Juni 2024 von Nicholas Radford, einem ehemaligen Robotikingenieur der NASA, und Jerry Pratt, dem ehemaligen Chief Technology Officer von Figure AI, gegründet. Die Roboter sind für die Arbeit in Umgebungen konzipiert, die für Menschen und nicht für herkömmliche Maschinen ausgelegt sind. Im Gegensatz zu stationären Fabrikrobotern, die an einem Ort bleiben, können humanoide Roboter gewöhnliche Werkzeuge verwenden, sich über unebenes Gelände bewegen und sich an wechselnde Situationen anpassen.
POSCO DX plant, einen detaillierten Kooperationsplan für die Entwicklung humanoider Roboter auszuarbeiten, die hochriskante manuelle Prozesse in den Industrieanlagen der Gruppe ersetzen könnten. Das Unternehmen will seine eigene industrielle KI-Technologie mit der Robotertechnologie von Persona AI kombinieren und so die Verbreitung physischer künstlicher Intelligenz beschleunigen.
Technologie aus der Weltraumforschung
Persona AI nutzt eine ursprünglich von der NASA entwickelte Technologie für Roboterhände, die eine präzise Steuerung von der Feinmontage von Bauteilen bis hin zur Handhabung schwerer Lasten ermöglicht. Die Roboter sind mit Berührungssensoren ausgestattet, die Kraft und Bewegung in Echtzeit messen, sodass sie Aufgaben in industriellen Umgebungen reibungslos und sicher ausführen können.
Das Unternehmen setzt außerdem Algorithmen der künstlichen Intelligenz ein, die auf dem Robot Foundation Model (RFM) basieren. Dieses fungiert als Gehirn des Roboters und ermöglicht ihm, autonom mit seiner Umgebung zu interagieren und anspruchsvolle Aufgaben auszuführen. Die Technologie umfasst eine mehrachsige taktile Erfassung und eine adaptive Steuerung, die von Sensoren in Echtzeit erfasste Daten integriert.
Arbeit im Stahlwerk
Die Gründer von Persona AI konzentrieren sich auf die Entwicklung von Robotern für sogenannte "4D-Jobs" – Arbeiten, die langweilig, gefährlich, entwürdigend und schmutzig sind. Im Rahmen des Pilotprogramms werden humanoide Schweißer für Arbeiten in der Fertigung und im Schiffbau trainiert. Justin Airhart, Chief Operating Officer von SSE Steel Fabrication, sagte dazu: "Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, neue Technologien dort zu erproben, wo es am wichtigsten ist – in der Werkhalle, nicht im Labor. SSE Steel setzt seit Langem auf Innovationen im Dienste der Sicherheit, Produktivität und Nachhaltigkeit der Belegschaft."
Stahlwerke und die Schwerindustrie stehen vor wachsenden betrieblichen Herausforderungen. Viele Industriezweige kämpfen mit Arbeitskräftemangel, einer alternden Belegschaft und einer hohen Mitarbeiterfluktuation, insbesondere bei körperlich anspruchsvollen und gefährlichen Tätigkeiten. Die Sicherheit am Arbeitsplatz wird zu einem immer größeren Problem, und Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, die Zahl der Unfälle zu reduzieren und Menschen gefährlichen Aufgaben weniger auszusetzen.
Die Investmentbank Morgan Stanley prognostiziert, dass der weltweite Markt für humanoide Roboter durchschnittlich um 63 % pro Jahr wachsen und bis 2035 ein Volumen von rund 38 Milliarden US-Dollar (etwa 786,6 Milliarden tschechische Kronen) erreichen wird, wobei Fertigung und Logistik 60 % des Marktes ausmachen werden.
Quelle: interestingengineering.com



