Chinesisches Robotik-Startup Unitree plant Börsengang über 610 Millionen Dollar

Chinesisches Robotik-Startup Unitree plant Börsengang über 610 Millionen Dollar

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
24. 3. 2026
2 Minuten Lesezeit
Chinesisches Robotik-Startup Unitree plant Börsengang über 610 Millionen Dollar

    Das chinesische Unternehmen Unitree Robotics hat einen Antrag auf einen Börsengang an der Shanghaier Börse gestellt. Das Ziel? 4,2 Milliarden Yuan, also rund 610 Millionen Dollar, einzusammeln. Damit wäre es einer der größten Börsengänge eines heimischen Technologieunternehmens am chinesischen Kapitalmarkt in den vergangenen Jahren.

    Die Entstehung von Unitree Robotics

    Das Unternehmen wurde 2016 gegründet. Gründer Wang Xingxing begann zu einer Zeit mit Robotern, als dieses Wort in China noch nicht so viel Interesse weckte wie heute. Heute hält er direkt 23,8 % der Unternehmensanteile und fast 69 % der Stimmrechte. Die Kontrolle liegt eindeutig in seinen Händen. Und die Zahlen sprechen für sich. Im Jahr 2025 stieg der Umsatz von Unitree um 335 % auf rund 1,7 Milliarden Yuan. Der Nettogewinn schoss dabei um mehr als 670 % in die Höhe. Wo haben Sie zuletzt solche Zahlen gesehen?

    Das Unternehmen lieferte im vergangenen Jahr mehr als 5.500 Roboter aus und hält 32,4 % des weltweiten Marktes für humanoide Roboter. Drei von zehn humanoiden Robotern weltweit stammen von Unitree. Das ist keine Kleinigkeit.

    Schwerter, Nunchakus und das Staatsfernsehen als bestes Marketing

    Unitree setzte auf Show. Der Auftritt bei der chinesischen Neujahrsgala war ein clever gewählter Marketingzug, der nahezu sofort viral ging. Die Roboter der Modelle G1 und H2 führten Kampfkünste auf eine Weise vor, die bei den meisten Menschen Staunen auslöste. Komplexe Choreografie, Gleichgewicht bei dynamischen Bewegungen, Sprünge und Drehungen.

    Im Vergleich zum Vorjahr war der Fortschritt buchstäblich auf den ersten Blick sichtbar. Und staatliche Medien wie CCTV, die die Neujahrsübertragungen ausstrahlen, werden in China von Hunderten Millionen Menschen gesehen. Eine bessere Werbung hätte sich das Unternehmen nicht machen können. Dabei verkauft Unitree nicht nur Show. Das Modell G1 ist ab rund 5.900 Dollar erhältlich, was im Bereich humanoider Roboter ein ungewöhnlich erschwinglicher Preis ist. Dieser Schritt hin zu günstigeren Modellen drückte zwar die Bruttomargen leicht, trug jedoch dazu bei, das Verkaufsvolumen drastisch zu steigern.

    Wo sind diese Roboter bereits im Einsatz?

    Bislang werden die Roboter von Unitree in sehr spezifischen Bereichen eingesetzt. 50 bis 70 % der industriellen Einnahmen entfallen auf den Einsatz als Fremdenführer oder Empfangsmitarbeiter in Unternehmen. Hinzu kommen Inspektionen und leichte Fertigungsarbeiten. Ein massenhafter Einsatz an Produktionslinien ist bislang keine Realität, was das Unternehmen auch im Börsenprospekt (IPO) offen einräumt.

    Die Erlöse aus dem Börsengang will Unitree in drei Bereiche lenken: die Verbesserung der eigenen KI-Modelle, die Entwicklung neuer Produkte und den Ausbau der Produktionskapazitäten. Das Unternehmen möchte sich zudem als Forschungsplattform für chinesische Universitäten etablieren, an die es seine Roboter bereits seit Langem liefert.

    Quellen: reuters.com und bloomberg.com

    Kategorie:Robotik
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