Alza, der größte tschechische Onlineshop, hat gerade mit dem Test von zwei humanoiden Robotern begonnen, die Adam und Božena heißen. Diese Modelle stammen von der chinesischen Marke Unitree Robotics und gehören derzeit zur Spitzenklasse unter den erschwinglichen humanoiden Robotern. Adam ist die Version Unitree G1 Basic, während Božena die fortschrittlichere Variante Unitree G1 EDU ist. Laut der PR-Managerin von Alza, Eliška Čeřovská, wurden die Namen so gewählt, dass sie leicht einprägsam und systematisch sind – vom Alphabet inspiriert und mit einer tschechischen Note versehen. Das Unternehmen geht nämlich davon aus, dass weitere Roboter hinzukommen werden, und entschied sich daher für traditionelle tschechische Namen, die ihre Identifizierung erleichtern.
Derzeit richten sich diese Roboter vor allem an Technikbegeisterte, Schulen und Unternehmen, die den praktischen Einsatz von Robotik erkunden möchten. Alza testet sie intern, plant jedoch, sie der Öffentlichkeit bald in Showrooms und bei ausgewählten Veranstaltungen vorzustellen. Interessierte können sie direkt ausprobieren, was den Menschen helfen soll, zu verstehen, wie solche Technologien in einer realen Umgebung funktionieren. Eliška Čeřovská betont, dass es für Schulen darum geht, Kinder auf eine von Automatisierung geprägte Zukunft vorzubereiten, während Unternehmen testen können, wie gut die Roboter Routineaufgaben bewältigen.

Was Adam und Božena können
Adam kostet als Basic-Version rund 660.000 tschechische Kronen und dient vor allem zu Demonstrationszwecken und für einen grundlegenden Einstieg in die Robotik. Božena, die EDU-Variante, ist mit rund 1,9 Millionen tschechischen Kronen teurer, bietet dafür aber deutlich mehr Möglichkeiten. Sie ist vollständig programmierbar, mit fortschrittlichen Sensoren ausgestattet und ermöglicht das Experimentieren mit eigenen Anwendungen. Beide Roboter sind etwa 130 Zentimeter groß, wiegen 35 Kilogramm und verfügen über 23 Gelenke, was ihnen eine hohe Beweglichkeit verleiht.
Dank der 3D-Wahrnehmung über eine Tiefenkamera und LiDAR können die Roboter ihre Umgebung detailliert erfassen. Sie verfügen über einen Achtkernprozessor, unterstützen Wi-Fi 6 und haben eine Akkulaufzeit von etwa zwei Stunden. Sie können gehen, laufen und sogar akrobatische Elemente einschließlich Saltos ausführen. Darüber hinaus lassen sie sich je nach den spezifischen Bedürfnissen des Nutzers um weitere Sensoren, bewegliche Teile oder Module erweitern. Das bedeutet, dass Božena nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Entwicklung eigener Lösungen dienen kann, beispielsweise im Arbeitsumfeld oder im Bildungsbereich.

Alzas Pläne
Alza konzentriert sich auf den Aufbau von Wissen und eines Portfolios im Bereich Robotik. In der ersten Phase richtet sich das Unternehmen an Geschäftskunden, die die Roboter in der Praxis testen können. Das Unternehmen erwägt auch ein Leihprogramm, um einer breiteren Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, diese Technologien auszuprobieren. Bis Ende dieses Jahres sollen noch ein bis zwei neue Modelle getestet werden, und Anfang nächsten Jahres erwartet Alza die Lieferung weiterer Roboter.
Ziel ist es, die Menschen über das Potenzial humanoider Roboter aufzuklären und sich auf eine Zeit vorzubereiten, in der sie zu einem alltäglichen Bestandteil von Haushalten und Unternehmen werden. Eliška Čeřovská erklärt, dass Roboter heute eher eine Bildungs- und Entwicklungsplattform darstellen, in naher Zukunft jedoch bei konkreten Aufgaben helfen könnten. Alza verzeichnet bereits erste Interessenten aus dem Bildungswesen und möchte Partnerschaften mit Lieferanten und Nutzern eingehen, um das Angebot entsprechend der Nachfrage zu erweitern.
Roboter bei Events und in der Unterhaltung
Bei seinen Tests humanoider Roboter lässt sich Alza auch von erfolgreichen Beispielen aus dem Ausland inspirieren, wo sich ähnliche Technologien bereits in der Unterhaltung und bei öffentlichen Veranstaltungen etablieren. So war beispielsweise der Roboter Pepper von SoftBank Robotics auf der Tourism EXPO Japan im Einsatz, wo er Werbematerialien verteilte, sich in mehreren Sprachen mit Besuchern unterhielt und Informationen über lokale Sehenswürdigkeiten bereitstellte. Ein weiteres bekanntes Modell ist Sophia von Hanson Robotics, die in der Fernsehsendung The Tonight Show with Jimmy Fallon auftrat, vor den Vereinten Nationen sprach und zu einer Attraktion im RoboLand in Orlando wurde, wo sie mit Besuchern interagiert. Der Roboter Ameca von Engineered Arts wiederum beeindruckte im Museum of the Future in Dubai mit seiner ausdrucksstarken Mimik und seinen Konversationsfähigkeiten. Diese Beispiele zeigen, wie Roboter wie Adam und Božena nicht nur bei der Arbeit, sondern auch zur Unterhaltung eingesetzt werden können – vom Tanzen und Singen bis hin zu Comedy-Einlagen. Alza sieht darin Potenzial, Eventagenturen anzusprechen, die nach innovativen Möglichkeiten suchen, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Zugleich deutet dies darauf hin, dass humanoide Roboter zu einem globalen Trend mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten werden, die von Bildung bis Unterhaltung reichen.
Quelle: forbes.cz und mediaguru.cz



