Elon Musk, Milliardär und Chef des Unternehmens Tesla, spricht von humanoiden Robotern als einer Zukunft, die den Unternehmenswert auf mehrere Dutzend Billionen Dollar steigern könnte. Sein Roboter Optimus steht noch nicht zum Verkauf, doch in China ändert sich die Situation rasch. Dortige Unternehmen bereiten sich dank staatlicher Unterstützung bereits in diesem Jahr auf die Massenproduktion vor. China sieht in diesen Robotern eine Lösung für den Arbeitskräftemangel und eine Möglichkeit, sich im Technologiewettbewerb mit den USA zu behaupten.
China macht Roboter zur Priorität
Die chinesische Regierung hat humanoide Roboter zu einem der Schlüsselbereiche ihres Plans für die kommenden Jahre erklärt. Im Oktober kamen die Spitzenvertreter des Landes einschließlich Präsident Xi Jinping zusammen und verabschiedeten Vorschläge für den fünfzehnten Fünfjahresplan, in dem von „verkörperter künstlicher Intelligenz“ die Rede ist. Gemeint sind damit Systeme, bei denen KI Hardware wie Roboter oder autonome Autos steuert. Für China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, sind Roboter eine Antwort auf die sinkende Geburtenrate und die alternde Bevölkerung, wodurch die Arbeitskosten steigen. Zudem hilft dies im Wettbewerb mit den USA, wo derzeit über Pläne zur Beschleunigung der Robotikentwicklung unter der Leitung von Handelsminister Howard Lutnick gesprochen wird.
Analysten des Beratungsunternehmens Horváth zufolge liegt China bei der Kommerzialisierung humanoider Roboter vorn. Sie erwarten, dass der Markt in China zunächst größer sein wird als in den USA, auch wenn sich beide später angleichen werden. Laut RBC Capital Markets könnte der weltweite Markt für humanoide Roboter bis 2050 ein Volumen von 9 Billionen Dollar (rund 202,5 Billionen Kč) erreichen, wobei China einen Anteil von mehr als 60 % haben dürfte.
Wichtige chinesische Unternehmen
In China sind mehr als 150 Unternehmen im Bereich humanoider Roboter tätig, doch einige von ihnen stechen hervor. Das Unternehmen Unitree, das sich auf einen Börsengang mit einem geschätzten Wert von rund 7 Milliarden Dollar (rund 157,5 Milliarden Kč) vorbereitet, stellte in diesem Jahr das Modell H2 vor, das tanzen kann. Ein weiterer großer Akteur ist UBTech Robotics, das an der Börse in Hongkong notiert ist. Sein Roboter Walker S2 kann seinen Akku selbstständig wechseln, um rund um die Uhr einsatzfähig zu bleiben. Das Unternehmen nahm in diesem Jahr rund 400 Millionen Dollar (rund 9 Milliarden Kč) für seine Expansion auf und plant, im Laufe des Jahres 500 Industrieroboter auszuliefern, gefolgt von 5 000 im Jahr 2026 und 10 000 im Jahr 2027. Sie werden sowohl in Fabriken als auch als Begleiter eingesetzt.
AgiBot feierte in diesem Monat die Fertigstellung seines 5 000. humanoiden Roboters. Der Elektroautohersteller Xpeng stellte mit Iron ein Modell der zweiten Generation vor und bereitet für dieses Jahr die Massenproduktion vor. Diese Unternehmen profitieren von Chinas Stärke bei den Lieferketten, wodurch die Kosten sinken – UBTech erwartet einen jährlichen Rückgang um 20 % bis 30 %. Darüber hinaus gewähren lokale Behörden Subventionen, was das schnelle Wachstum unterstützt.
Chinas Vorteile gegenüber den USA
China hat einen Vorteil bei der Fertigung, ähnlich wie bei Elektroautos. Ethan Qi von Counterpoint Research betont, dass die tief verzweigten Lieferketten eine kostengünstigere Produktion ermöglichen. Karel Eloot von McKinsey & Company erklärt, dass China demografische Probleme bewältigt und nach neuen Quellen für Wirtschaftswachstum sucht. Die USA hingegen zeichnen sich laut Brauchle durch künstliche Intelligenz und fortschrittliche Algorithmen aus. Amerikanische Unternehmen konzentrieren sich auf vertikale Integration, also auf die Kontrolle der gesamten Kette – von Komponenten wie Aktuatoren (Vorrichtungen zur Bewegungserzeugung) bis hin zur Software.
Dennoch beobachten Analysten, dass China schneller an Fahrt gewinnt, auch wenn sich die Märkte langfristig angleichen werden, vor allem dank des Einsatzes in Privathaushalten nach 2040.
Nicht alles verläuft reibungslos. China ist beim Zugang zu Chips, etwa von Nvidia, mit Einschränkungen konfrontiert. Weitere Probleme bestehen bei der KI, die unvorhersehbare Situationen nur schlecht bewältigt, sowie bei den Vorschriften. Technisch ist es schwierig, menschliche Bewegungen nachzuahmen, beispielsweise die von Händen und Fingern – die meisten Roboter verfügen nur über einen begrenzten Bewegungsumfang.
Das größte Hindernis sind die Preise: Heutige Prototypen kosten zwischen 150 000 und 500 000 Dollar (rund 3,375 Millionen bis 11,25 Millionen Kč) pro Stück. Um mit menschlicher Arbeit konkurrieren zu können, müssen die Preise auf 20 000 bis 50 000 Dollar (rund 450 000 bis 1,125 Millionen Kč) sinken.
Die chinesische Planungsbehörde NDRC warnte im November vor der Gefahr einer Blase. Da so viele Unternehmen ähnliche Produkte herstellen, droht eine Überhitzung des Marktes, ähnlich wie zuvor bei Elektroautos. Brauchle warnt vor der Diskrepanz zwischen Demonstrationsvideos und dem tatsächlichen Einsatz, die eine Korrektur auslösen und den Fortschritt verlangsamen könnte. Dennoch wird erwartet, dass 2026 die Massenproduktion beginnt, was viele Branchen von Fabriken bis hin zu Privathaushalten verändern könnte.



