Meta hat einen eigenen humanoiden Roboter gebaut. Der Prototyp trägt intern den Namen Max und entstand in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Robotikunternehmen Fourier aus Shanghai. Nach Informationen des US-Portals The Information konnten beide Unternehmen ihn innerhalb von etwa drei Monaten konstruieren und arbeiten bereits seit September an seinem Nachfolger. Die Nachrichtenagentur Reuters, die als eine der ersten über die Meldung berichtete, konnte sie bislang nicht unabhängig bestätigen.
Der Roboter soll vor allem dazu dienen, Meta Erkenntnisse darüber zu liefern, wie sich ähnliche Maschinen in gewöhnlichen Haushalten einsetzen ließen. Das Unternehmen betont jedoch, dass es sich ausschließlich um interne Forschung und Experimente handelt.
Ein eineinhalb Meter großer Helfer mit fünf Fingern
Max ist ungefähr eineinhalb Meter groß und wiegt rund 48 Kilogramm. Damit ist er kleiner und leichter als die meisten Erwachsenen. Als Gehirn nutzt er die Rechenplattform Jetson Thor von Nvidia. Dabei handelt es sich um einen speziell für Roboter entwickelten Computer, der Bilder von Kameras und Audiosignale verarbeiten sowie die Bewegungen des gesamten Körpers steuern kann.
Auf den ersten Blick fällt das Gesicht des Roboters auf. Es besteht aus einem Display, das Gesichtsausdrücke darstellen kann, sodass der Roboter seinen jeweiligen Zustand vermitteln kann. In seiner Brust sind Lautsprecher eingebaut, über die er spricht. Die Hände haben fünf Finger und sind so konzipiert, dass sie auch kleine Gegenstände wie Flaschen oder Kinderspielzeug greifen können.
Fourier lieferte Meta dabei nicht einfach ein neu lackiertes Modell aus seinem Katalog. Der Roboter GR-3, der hören, sehen und Berührungen wahrnehmen kann und für den engen Kontakt mit Menschen ausgelegt ist, diente eher als Inspiration. Laut The Information basiert Max auf dem technischen Know-how, das das Unternehmen bei der Entwicklung von drei Generationen seiner Roboter gesammelt hat. Die Ingenieure passten die Körperproportionen, den Kopf, das Display und die Anordnung der Kameras an.
An den Anforderungen, die Meta an den Roboter stellte, lässt sich gut erkennen, worauf das Unternehmen abzielt. Es geht ihm weniger um Kraft oder Geschwindigkeit als vielmehr darum, eine natürliche Kommunikation mit dem Roboter zu ermöglichen. Max soll einen Sprachbefehl aus einer Entfernung von etwa fünf Metern erkennen und eine Geste, beispielsweise ein Winken, aus rund drei Metern wahrnehmen. Meta möchte außerdem, dass der Roboter seinem Gegenüber während eines Gesprächs in die Augen schaut und erkennen lässt, was er gerade tut. Der Nutzer soll so erkennen können, ob der Roboter ihm zuhört, nachdenkt, spricht oder bei einer Aufgabe nicht weiterweiß. Dabei handelt es sich jedoch um Entwicklungsziele und nicht um Fähigkeiten, die Max unabhängig vor der Öffentlichkeit demonstriert hätte.
Die zweite Version ist bereits in Arbeit
Die Entwickler hielten sich nicht lange mit dem ersten Prototyp auf. Seit September arbeiten sie am Modell Max 2, das einen überarbeiteten Rumpf und verbesserte Hände erhalten soll. Außerdem kommen ein Projektor und weitere Sensoren hinzu, dank derer er sich besser im Raum orientieren und auch Treppen bewältigen können soll, was für Roboter in Haushalten häufig ein Hindernis darstellt. Einen Termin für einen möglichen Verkaufsstart gibt es bislang nicht.
Max entstand dabei nicht als einmalige Idee. Bereits im vergangenen Jahr berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Meta ein neues Team gegründet habe, das Roboterhardware entwickeln soll. Das endgültige Ziel sollte darin bestehen, dass die Maschinen Hausarbeiten erledigen können. In diesem Jahr übernahm Meta zudem das Unternehmen Assured Robot Intelligence, das auf künstliche Intelligenz für Roboter spezialisiert ist. Dessen Fachleute beschäftigen sich damit, Maschinen beizubringen, ihre Umgebung zu verstehen und körperliche Aufgaben auszuführen.
Ein Helfer, der sich durch die Wohnung bewegt
Meta stellt außerdem Robotikingenieure in den chinesischen Städten Shanghai und Shenzhen ein. Die angebotenen Stellen betreffen sowohl die Entwicklung von Prototypen als auch die Vorbereitung auf eine mögliche Serienproduktion.
Metas Technologiechef Andrew Bosworth sprach laut The Information intern darüber, dass humanoide Roboter als physischer Körper für Muse dienen könnten, einen von Meta entwickelten Assistenten mit künstlicher Intelligenz. Aus einem digitalen Helfer auf dem Smartphone könnte so eines Tages ein Assistent werden, der sich im Haushalt bewegt.
Ein Meta-Sprecher erklärte The Information allerdings, die Zusammenarbeit mit Fourier diene lediglich Forschungs- und Versuchszwecken und das Unternehmen plane nicht, Roboter aus diesem Projekt zu verkaufen. Offen bleibt zudem, ob Max komplexere Hausarbeiten bewältigen und sich sicher zwischen Menschen bewegen könnte.
Quellen: interestingengineering.com, reuters.com und engadget.com



