Seinerzeit war die Mesa Vista Ranch von T. Boone Pickens im texanischen Panhandle die teuerste Ranch. Sie wurde zum günstigen Preis von 250 Millionen Dollar angeboten. Und das für genau 65.000 Acres (26.304 Hektar), einschließlich eines 25 Meilen (40 km) langen Zugangs zum Canadian River. Das entspricht nur 3.846 Dollar pro Acre, aber bei Barzahlung hätte Boone sie sicher für lediglich 3.800 Dollar pro Acre oder so hergegeben. Die Ranch verfügt über einen eigenen Flughafen, sodass Sie mit Ihrem Geld direkt dorthin fliegen und den Deal abschließen könnten.

Ich muss sagen, das ist weit entfernt von den Preisen, die die zukünftigen Texaner zu Zeiten von Stephen F. Austin für Land zahlten.
Im Jahr 1821 verlangte Stephen F. Austin 12,5 Cent pro Acre für eine League Land, was 4.428 Acres entsprach. Dies war Teil eines von Austins Vater Moses erdachten Vorhabens, eine amerikanische Kolonie im spanischen Texas zu gründen und katholische Siedler aus Louisiana anzulocken. Leider starb Moses Austin kurz nachdem er vom spanischen Gouverneur die Genehmigung für eine Landzuteilung zur Gründung einer Siedlung erhalten hatte. Auf dem Sterbebett drängte Moses seine Frau: „Tell dear Stephen that it is his dieing fathers last request to prosecute the enterprise he had Commenced.“ (Sag dem lieben Stephen, dass es der letzte Wunsch seines sterbenden Vaters ist, das von ihm begonnene Vorhaben fortzuführen.) Also reiste Austin pflichtbewusst nach Texas, um geeignete Siedlungsplätze an den Flüssen Brazos und Colorado zu finden, und warb anschließend bei potenziellen Kolonisten dafür.

Seine Landvereinbarungen änderten sich aufgrund politischer Veränderungen seitens der spanischen und später der mexikanischen Machthaber mehrmals, doch zu einem bestimmten Zeitpunkt bot er zwei Varianten an: 4.428 Acres (eine League) für die Viehzucht und 177 Acres (ein Labor) für den Anbau von Nutzpflanzen. Man kann sich also vorstellen, dass viele Schmiede und Holzfäller schnell zu Farmern und Ranchern wurden. Und das ist noch nicht alles. Verheiratete Männer erhielten viel mehr Land als unverheiratete. So kam es zu einem regelrechten Ansturm auf die Kirchen, als alleinstehende Farmer sich beeilten, verheiratete Rancher zu werden. Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit nichts zum Altar und kommen mit fast 4.500 Acres wieder heraus. Vergleichen Sie das mit heute, wo Sie mit 30.000 Dollar hineingehen und mittellos wieder herauskommen.
Das war ein ziemlich gutes Angebot, das Austin machte: 12,5 Cent pro Acre (und meist auf Kredit) zu einer Zeit, als Land in den Vereinigten Staaten zehnmal so viel kostete. Später bemerkte jemand: „Land in Texas was what gold was to the gold rush.“ (Land war für Texas das, was Gold für den Goldrausch war.)

Eine League Land für 550 Dollar. Selbst inflationsbereinigt wären das heute nur 12.000 Dollar, und 4.428 Acres sind eine Menge Land. (Aber die King Ranch hätten Sie damit trotzdem nicht. Selbst mit so vielen Acres würden Sie weniger als ein halbes Prozent der King Ranch besitzen. Im Vergleich dazu hätten Sie nicht einmal ein Ranchito. Sie hätten ein Ranchitito, im Maßstab der King Ranch im Grunde eine Briefmarke.)
Im tiefen Süden von Texas wurden die ursprünglichen Landzuteilungen von 4.500 Acres sogar noch günstiger verkauft: manchmal lediglich gegen eine Registrierungsgebühr von 50 Dollar und ein anderes Mal für 10 Cent pro Acre, wobei die Zahlungen erst im vierten Jahr eines siebenjährigen Zeitraums begannen, damit man die Chance hatte, das Land zu bewirtschaften und es sich selbst abbezahlen zu lassen.
Wenn man doch nur in jene Zeit zurückreisen und einkaufen könnte!




