Was sich die ersten Mitglieder der North Fort Worth Historical Society Ende der 1970er-Jahre nur erträumen konnten, begann 20 Jahre später Wirklichkeit zu werden: Wirtschaftliche Aktivitäten in Form des Tourismus begannen den Verlust der wirtschaftlichen Aktivitäten im Viehhandel in den Fort Worth Stockyards auszugleichen. Viele Faktoren trugen zu dieser Erfolgsgeschichte bei. Im Jahr 1981 schuf eine Gruppe von Immobilienentwicklern in einem leer stehenden Ausstellungsgebäude in Fort Worth, das 1936 für eine Fleischrinderschau errichtet worden war, den „größten Honky-Tonk der Welt“. Der nach dem Immobilienentwickler Billy Bob Barnett benannte Nachtclub erhielt den Namen Billy Bob's Texas. Unternehmer wie Holt Hickman, Joe Dulle und Steve Murrin kauften oder mieteten leer stehende Gebäude der Stadt und gründeten neue Betriebe wie den White Elephant Saloon und das Stockyards Championship Rodeo, das jede Woche im neu benannten Cowtown Coliseum (ehemals North Side Coliseum) stattfand. Die Stadt Fort Worth, die North Fort Worth Business Association und die North Fort Worth Historical Society arbeiteten bei zwei saisonalen Feierlichkeiten zusammen: den Chisholm Trail Days im Juni und den Pioneer Days im Herbst. Viele Einheimische begannen, an diesen besonderen Wochenenden zur Unterhaltung in die Fort Worth Stockyards zu kommen, und noch mehr kamen, um im Billy Bob's bekannte Country-Sänger zu hören.
Das Kongress- und Besucherbüro von Fort Worth half dabei, Menschen nach Fort Worth zu locken, und ermunterte Touristen, nicht nur die Stockyards, sondern auch den Zoo, die zahlreichen Museen der Stadt und Six Flags Over Texas zu besuchen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts schätzte das Büro, dass Fort Worth jährlich eineinhalb bis zwei Millionen Touristen anzog, von denen etwa die Hälfte die Stockyards besuchte. Dadurch erleben die Fort Worth Stockyards erneut eine Blütezeit, diesmal dank glücklicher zweibeiniger Besucher.
Im Jahr 1992 führten veränderte Marktbedingungen zur Schließung der Fort Worth Stockyards für den Viehhandel. Dank der Bemühungen der North Fort Worth Historical Society, der North Fort Worth Business Association (später Fort Worth Stockyards Business Association), der Stadt Fort Worth und vieler weiterer Menschen und Unternehmen folgte auf den Sturm ein Regenbogen. Jedes Jahr kommen Tausende Besucher, um bei den zahlreichen besonderen Veranstaltungen in den Fort Worth Stockyards die Westernatmosphäre zu genießen.
Im Jahr 1977 rief die Handelskammer von Fort Worth die Veranstaltung Chisholm Trail Roundup ins Leben, um das Interesse an einer Wiederbelebung der Stockyards zu fördern. Diese Veranstaltung, die später in Chisholm Trail Days umbenannt wurde, entwickelte sich zu einer jährlichen Feier am zweiten Wochenende im Juni. Millionen Texas-Longhorn-Rinder zogen auf dem Chisholm Trail durch Fort Worth und rasteten nördlich des Stadtzentrums in einem Gebiet, das später zu den Stockyards wurde. Diese dicht gedrängte Szene auf der Exchange Avenue spielte sich während der Chisholm Trail Days im Jahr 1983 ab. Parkplatzprobleme und andere Schwierigkeiten führten dazu, dass die Chisholm Trail Days vielen kleineren Veranstaltungen wichen, die häufiger in den Stockyards stattfanden.
Das Kongress- und Besucherbüro von Fort Worth unterhält ein Büro im Zentrum von Fort Worth und zwei in stark frequentierten Touristengebieten: eines im Will Rogers Center im Westen von Fort Worth, wo jedes Jahr eine Viehschau stattfindet, und ein weiteres in den Fort Worth Stockyards. Die Stadt errichtete dieses Gebäude im gleichen Stil wie das historische Gebäude Livestock Exchange Building, das 1903 eröffnet wurde.
Eine der neuesten Ergänzungen des National Historic District Fort Worth Stockyards ist das Hyatt Hotel, das in einem beigefarbenen Stuckstil erbaut wurde, damit es zum Besucherzentrum und zum Livestock Exchange Building passt. Das Hotel wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts errichtet und ist selbst nicht historisch, doch vor dem Hotel steht eine Bronzestatue des indigenen Häuptlings Quanah Parker mit einer historischen Gedenktafel, die 2008 von der Tarrant County Historical Commission gestiftet wurde.
Dieses Schild kennzeichnet Miss Molly's Bed and Breakfast an der West Exchange Avenue in den Fort Worth Stockyards. Miss Molly's wurde 1910 an der West Exchange Avenue als Bordell eröffnet, mit Miss Molly als Madame. Heute ist es eine beliebte Pension, die nur zwei Häuserblocks weiter die Straße hinauf und in fußläufiger Entfernung zu allen Attraktionen der Stockyards liegt. Auf diesem Foto steht eine lebensgroße Holzfigur von John Wayne an der Tür von Molly's. Miss Molly's ist ein Beweis dafür, dass sich hier in der Anfangszeit der Stockyards tatsächlich wilde und turbulente Dinge abspielten.



