Anthropic hat Claude Code um zwei Funktionen des Model Context Protocol erweitert: Tasks für lang laufende Serveraufgaben und Elicitations, um während der Arbeit eines Tools Antworten vom Benutzer einzuholen. Claude Code kann dadurch während des Wartens auf ein Ergebnis mit einer anderen Tätigkeit fortfahren, und der Server kann fehlende Angaben anfordern. Tasks befinden sich in der öffentlichen Betaversion.
Lang laufende Aufgaben müssen andere Arbeiten nicht blockieren
Ein gewöhnlicher synchroner Tool-Aufruf über MCP hat für den Abschluss üblicherweise 30 bis 60 Sekunden Zeit. Für CI-Pipelines (automatisierte Abläufe der kontinuierlichen Integration), Forschungsläufe oder Batch-Exporte reicht ein solches Zeitfenster jedoch möglicherweise nicht aus. Diese Vorgänge können ebenso wie Trainingsaufgaben Minuten bis Stunden dauern.
Tasks trennen die Annahme einer Aufgabe von der Übermittlung des fertigen Ergebnisses. Der Server gibt zunächst schnell ihre Kennung zusammen mit Status, Zeitangaben und Prüfintervall zurück. Claude Code kann währenddessen an etwas anderem arbeiten und regelmäßig prüfen, wie die Verarbeitung voranschreitet. Nach Abschluss übermittelt es das Ergebnis im nächsten Durchgang an Claude.
Die Zeitlimits des Servers und für Inaktivität bleiben so lange gültig, bis der Server die Aufgabe annimmt und ihre Kennung zurückgibt. Ab diesem Zeitpunkt begrenzt Claude Code standardmäßig nicht die Gesamtlaufzeit der Hintergrundaufgabe.
Die Wiederaufnahme einer Aufgabe hängt vom gespeicherten Serverstatus ab
Die entfernte Verarbeitung kann auch nach dem Beenden von Claude Code fortgesetzt werden, sofern der Server den Status der Aufgabe dauerhaft speichert. Der Befehl claude --resume ermöglicht es anschließend, sich erneut mit derselben Arbeit zu verbinden. Der Server muss bei der neuen Verbindung die ursprüngliche Kennung erkennen und sowohl die Metadaten als auch die Ergebnisse gespeichert haben.
Bei lokalen Prozessen hängt es außerdem davon ab, was beim Schließen des Clients geschieht. Wird zusammen mit ihm auch der über stdio verbundene Server beendet, bleibt die Berechnung nicht allein durch die Unterstützung von Tasks erhalten. Fortgesetzt werden kann nur Arbeit, die an einen eigenständigen, dauerhaft laufenden Prozess übergeben wurde.
Während der Verarbeitung müssen auch die Verbindungseinstellungen stabil bleiben. Das Umbenennen des Servers oder eine Änderung seines Transports führt bei der Wiederaufnahme zur Ablehnung der Aufgabe. Wenn der Server ihre ID nach dem erneuten Verbinden ablehnt, versucht der Client bis zu fünf Minuten lang, den Status zu ermitteln, und meldet anschließend ein unbekanntes Ergebnis. Eine unbedachte Wiederholung des Vorgangs kann bereits abgeschlossene Arbeit duplizieren.
Elicitations ermöglichen das Einholen von Bestätigungen und fehlenden Angaben
Die zweite Neuerung betrifft Situationen, in denen ein Tool erst nach Beginn der Arbeit eine Antwort benötigt. Ein Dienst für Rückerstattungen kann beispielsweise eine Bestätigung anfordern, während ein Bereitstellungstool um die Angabe einer Region bitten kann. Claude Code zeigt die Anfrage an, übernimmt die Antwort des Benutzers und sendet sie ohne weitere Konfiguration des Clients an den Server.
Für die Eingabe sind zwei Modi vorgesehen. Form zeigt die vom Server definierten Felder an und dient für Bestätigungen oder zur Eingabe nicht vertraulicher strukturierter Daten. URL bietet an, einen Link für OAuth und andere webbasierte Abläufe im Systembrowser zu öffnen. Passwörter, Zugriffstoken oder andere Geheimnisse dürfen nicht in Formulare eingegeben werden; die Authentifizierung gehört in den URL-Modus.
Beide Funktionen lassen sich auch bei einer laufenden Aufgabe miteinander verknüpfen. Der Task wechselt in den Status input_required und fügt eine inputRequests-Map mit den angeforderten Eingaben hinzu. Claude Code holt diese ein und gibt sie über tasks/update zurück, woraufhin der Server mit derselben Aufgabe fortfahren kann, ohne die ursprüngliche Verbindung aufrechterhalten zu müssen.
Unterstützung in CLI, Agent SDK und GitHub Actions
Beide Neuerungen sind im Terminal-CLI, im Agent SDK und in GitHub Actions verfügbar. Sie erfordern Claude Code v2.1.304 oder neuer sowie die MCP-Protokollrevision 2026-07-28. Tasks werden derzeit weder in der Erweiterung für VS Code noch in der Desktop-Anwendung Claude unterstützt; Anthropic kündigt eine Ausweitung der Unterstützung auf weitere Claude-Umgebungen an.
Serverseitig können HTTP, stdio oder der claude.ai-Connector verwendet werden, wobei die Verbindung die erforderliche Protokollrevision aushandeln muss. Die Einstellung MCP_SDK_GENERATION=v1 oder MCP_PROTOCOL_NEGOTIATION=legacy deaktiviert den Protokollpfad, den die neuen Funktionen benötigen.
Für die Automatisierung gelten andere Ausführungsbedingungen
Tasks können aus Tool-Aufrufen in der Hauptkonversation entstehen, nicht jedoch aus Subagenten. Auch die gewöhnliche einmalige Ausführung claude -p unterstützt sie nicht. Für die nicht interaktive Automatisierung ist das Agent SDK vorgesehen, alternativ der Modus --input-format stream-json mit aktiviertem CLAUDE_AUTO_BACKGROUND_TASKS=1.
Im nicht interaktiven Betrieb führt eine Elicitation-Anfrage zum Abbruch der Aufgabe, da kein Benutzer für eine Antwort verfügbar ist. Server müssen diesen Abbruch daher verarbeiten können.



