Google DeepMind hat am 27. Oktober 2026 eine Forschungsversion des Weltmodells Genie 4 veröffentlicht. Es erzeugt interaktive Umgebungen mit Ton und erlaubt Nutzern, die Szene während der Simulation per Texteingabe zu verändern. Bisher steht es ausgewählten vertrauenswürdigen Testern zur Verfügung.
Szenenänderungen und Ton in Echtzeit
Im Vergleich zu Genie 3 liefert das neue Modell fotorealistischere Bilder und erzeugt auch Ton. Dieser entsteht in Echtzeit passend zur simulierten Umgebung und umfasst Musik, Umgebungsgeräusche und interaktive Dialoge.
Die Szene lässt sich laufend bearbeiten: Per Texteingabe können Nutzer etwa das Wetter oder den Kamerawinkel ändern sowie Personen und weitere Objekte hinzufügen.
Längere Szenen und engere Zusammenarbeit mit Gemini
Genie 4 kann eine Szene bis zu zwei Minuten lang konsistent halten und damit doppelt so lange wie die Vorgängerversion. Im Vergleich zu ihr simuliert es auch die Physik besser und erzeugt menschenähnlichere Figuren.
Das Modell ist enger mit Gemini verknüpft. Dieses übernimmt bei der Erstellung eine Regierolle: Es plant die einzelnen Schritte und prüft die Bilder, während Genie die visuelle Darstellung erzeugt.
Das Entwicklungsteam weist darauf hin, dass sich Details und Objekte bei längeren Simulationen verändern können. Noch ungelöst ist zudem, wie sich sicherstellen lässt, dass der Ton genau und Text in der generierten Umgebung lesbar ist.
Roboterszenarien und Filmprototypen
In einem Forschungsexperiment im Zusammenhang mit Gemini Robotics zerlegte das Modell Gemini 4 Argon Aufgaben in einzelne Schritte, die Genie 4 in Echtzeit simulierte. Das Experiment zeigt einen möglichen Weg, Roboterszenarien zu simulieren, bevor sie in der realen Welt umgesetzt werden.
Zu den vorgeschlagenen Anwendungen gehört auch die Entwicklung von Filmprototypen. Der Google-DeepMind-Ingenieur Diego Rivas sagte, die Arbeit in Echtzeit könne bei der schnellen Ideensuche und beim Erstellen von Storyboards helfen. Zugleich betonte er, dass die Entwicklung noch am Anfang stehe und die endgültige Gestalt des Produkts offen sei.
Wer Zugang erhält
Nach der anfänglichen Freigabe für ausgewählte vertrauenswürdige Tester soll Genie 4 in den kommenden Wochen für Abonnenten von Google AI Ultra in Project Genie verfügbar werden. Das Google-Werkzeug dient dazu, aus Text- oder Bildvorgaben interaktive Welten zu erzeugen.
Das Modell sollen auch Partner mit Vorabzugang zur Gemini API und zu Google AI Studio erhalten.



