YouTube zahlt nicht mehr für KI-Müll. Diese Videos verdienen künftig kein Geld mehr

YouTube zahlt nicht mehr für KI-Müll. Diese Videos verdienen künftig kein Geld mehr

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
22. 7. 2026
3 Minuten Lesezeit
YouTube zahlt nicht mehr für KI-Müll. Diese Videos verdienen künftig kein Geld mehr

    YouTube hat die Regeln seines Partnerprogramms angepasst und erstmals verständlich erläutert, mit welchen mithilfe künstlicher Intelligenz erstellten Videos sich auf der Plattform kein einziger Cent verdienen lässt. Die neue Fassung der Regeln unterteilt sogenannte nicht authentische Inhalte in drei Gruppen. Creator, deren Kanäle mit dieser Art von Videos gefüllt sind, verlieren den Zugang zu Werbeeinnahmen. Die Änderungen gelten seit dem 16. Juli und betreffen alle Mitglieder des Partnerprogramms.

    Neue Änderungen

    Das Unternehmen verbietet künstliche Intelligenz nicht grundsätzlich. Matt Halprin, Leiter für Vertrauen und Sicherheit bei YouTube, erklärte dies in einem Video auf dem Kanal Creator Insider, über den die Plattform Creator über Neuigkeiten informiert. Ihm zufolge kann die Technologie an sich Creatorn dabei helfen, viele großartige Videos zu produzieren und ihre Kreativität zu fördern. Dasselbe Werkzeug ermöglicht es jedoch zugleich, große Mengen sehr ähnlicher Clips ohne Geschichte oder Idee auszuspucken. Und genau diese Art von Inhalten will YouTube nicht.

    Halprin spricht von Content-Farmen, also von Videos, die nur existieren, um Geld zu verdienen. Im vergangenen Jahr legte das Unternehmen den Grundstein für Regeln gegen massenhaft produzierte und repetitive Inhalte. Nun ergänzt es diese um Einzelheiten und legt klar fest, wann der Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Videoerstellung eine Monetarisierung erlaubt und wann nicht.

    Erste Gruppe: Videos wie nach Schablone

    In die erste Kategorie fallen generische, stark repetitive Inhalte, die auf Vorlagen basieren. Dabei handelt es sich um Clips, die sich kaum voneinander unterscheiden und hauptsächlich mithilfe automatisierter Tools, Computergrafik oder kopierter KI-Skripte entstehen. Der Kanal füllt sich so mit Videos wie nach Schablone.

    Halprin wies darauf hin, dass auch Anleitungsvideos unter diese Regel fallen können, wenn sie lediglich wiederholen, was bereits auf der Plattform vorhanden ist, anstatt etwas Eigenes beizutragen. Wer solche Inhalte anbieten möchte, muss laut YouTube zumindest eine neue Perspektive auf das Thema einbringen.

    Zweite Gruppe: Inhalte, die Zuschauer abschrecken

    Die zweite Art umfasst Videos, die YouTube als abstoßend oder emotional manipulativ bezeichnet. Sie werden so produziert, dass sie Bedrängnis auslösen und Klicks anziehen. Als Beispiel nannte Halprin Kanäle mit inszenierten Tierrettungen, bei denen jemand ein Tier zunächst in Gefahr bringt, nur um es anschließend vor laufender Kamera zu retten.

    Zuschauer haben dem Unternehmen selbst mitgeteilt, dass sie solche Inhalte stören und sie deshalb nur ungern zu dem jeweiligen Kanal, manchmal sogar zur gesamten Plattform zurückkehren. Kanäle, die auf solchen Videos basieren, verlieren ihre Monetarisierung unabhängig davon, ob sie mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden sind oder nicht. Die neuen Regeln bewegen sich dabei auf einem schmalen Grat und werden laut Gizmo vermutlich auch Kanälen das Leben erschweren, die sich der Nachrichtenberichterstattung widmen.

    Dritte Gruppe: Gefälschte Moderatoren bei sensiblen Themen

    Die letzte Kategorie richtet sich gegen künstliche Figuren, also virtuelle Avatare, die echte Menschen nachahmen. YouTube möchte nicht, dass Creator mit Kanälen Geld verdienen, auf denen ein synthetisch erzeugter Moderator Ratschläge zu sensiblen und riskanten Themen erteilt. Konkret nennt das Unternehmen Gesundheit, persönliche Finanzen, Rechtsfragen und medizinische Angelegenheiten.

    Jeder Kanal, bei dem der Anteil einer dieser drei Arten von Inhalten zu hoch ist, verliert die Möglichkeit, Geld zu verdienen.

    Sorgen wegen KI-Müll

    Hinter der Verschärfung stehen Sorgen, dass minderwertige KI-Videos die Empfehlungsfeeds überschwemmen könnten. Jüngsten Schätzungen aus der Branche zufolge besteht bis zu ein Fünftel der Videos, die die Plattform neuen Zuschauern präsentiert, aus genau solchen minderwertigen KI-Inhalten. Bei Shorts, also kurzen vertikalen Videos, ist die Situation noch schlimmer: Dort fällt ungefähr jedes zweite Video in diese Kategorie. Verfügbaren Informationen zufolge hat YouTube bereits damit begonnen, die schlimmsten Kanäle zu entfernen, doch das Ganze gleicht einem Katz-und-Maus-Spiel.

    Das Partnerprogramm, das Creatorn Einnahmen aus Werbung und Abonnements ermöglicht, ist für YouTube von entscheidender Bedeutung. Würde das Unternehmen zulassen, dass es mit Müll und minderwertigen Videos überflutet wird, würde es seinen eigenen finanziellen Interessen zuwiderhandeln. Zudem liefert sich die Plattform mit dem klassischen Fernsehen und Streamingdiensten einen harten Kampf um Werbegelder. Google ist dabei erfolgreich: Seine Videoplattform erzielt heute höhere Werbeeinnahmen als konkurrierende Streamingdienste und hat Netflix sogar bei der durchschnittlichen täglichen Sehdauer weltweit überholt. Gerade deshalb muss das Unternehmen dafür sorgen, dass Zuschauer ein hochwertiges Umfeld vorfinden und Werbetreibende nicht um den Ruf ihrer Marken fürchten müssen.

    Quellen: androidheadlines.com

    Kategorie:KI
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