Peking hält Metas Milliardenübernahme des KI-Start-ups Manus in Schach

Peking hält Metas Milliardenübernahme des KI-Start-ups Manus in Schach

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
27. 3. 2026
3 Minuten Lesezeit
Peking hält Metas Milliardenübernahme des KI-Start-ups Manus in Schach

Das Startup Manus kam auf den Markt und erzielte innerhalb weniger Monate einen Jahresumsatz von Hunderten Millionen Dollar. Zum Jahreswechsel wurde es von Meta für 2 Milliarden Dollar übernommen.

Manus und seine Agenten

Manus wurde 2022 in China gegründet. Seine Gründer, Geschäftsführer Xiao Hong und Chefwissenschaftler Ji Yichao, entwickelten etwas, wonach die Technologiewelt lange gesucht hatte: einen universellen KI-Agenten, der komplexe Aufgaben selbstständig bewältigen kann. Recherche, Programmierung, Planung, Datenanalyse – all das, ohne dass ein Mensch ihm jeden einzelnen Schritt vorgeben muss. Im Grunde war er ein digitaler Vollzeitmitarbeiter.

Das Unternehmen verlegte seinen Sitz rasch nach Singapur, erhielt Investitionen von der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Benchmark Capital und hatte bis Ende 2025 mehr als 2 Millionen Nutzer sowie einen Jahresumsatz von über 100 Millionen Dollar. Meta stimmte dem Geschäft zu und gab die Übernahme im Dezember 2025 bekannt.

Peking gefällt das nicht

Manus verfügt jedoch weiterhin über in China registrierte Tochtergesellschaften. Beijing Butterfly Effect Technology und das Schwesterunternehmen Beijing Red Butterfly Technology mit ihren Niederlassungen in Wuhan wurden nie aus dem chinesischen Register gelöscht. Und das erwies sich als Problem. Im Januar 2026 kündigte das chinesische Handelsministerium an, zu prüfen, ob die Übernahme gegen chinesische Vorschriften zur Kontrolle von Technologieexporten und ausländischen Investitionen verstößt. Es war ein Warnschuss. Doch erst im März eskalierte die Situation vollständig.

Xiao Hong und Ji Yichao wurden zu einem Treffen nach Peking vorgeladen, und zwar zur Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), einer der mächtigsten Wirtschaftsbehörden des Landes. Nach diesem Treffen erhielten sie eine klare Botschaft: Sie dürfen China nicht verlassen. Sie können innerhalb des Landes reisen, doch die Grenzen sind für sie geschlossen. Wie die Financial Times unter Berufung auf drei mit dem Fall vertraute Quellen berichtete, wurde bislang keine formelle Anklage erhoben. Dennoch sucht Manus rechtlichen Beistand.

Worum geht es China eigentlich?

Peking spricht offen über ein Phänomen, das es als "Verkauf junger Setzlinge" bezeichnet. Gemeint ist eine Situation, in der chinesische Gründer ein vielversprechendes Technologie-Startup aufbauen, es ins Ausland verlegen und anschließend an ein amerikanisches Unternehmen verkaufen. Aus Sicht der chinesischen Regierung fließen auf diese Weise strategische Technologien – und KI-Agenten gehören zweifellos dazu – an einen geopolitischen Rivalen ab.

Manus ist zum Symbol dieses Trends geworden. Das Unternehmen inspirierte eine Generation chinesischer Gründer zu globalen Ambitionen, und genau deshalb verfolgen so viele Menschen seinen Fall. Wenn Peking gerade hier eingreift, sendet es eine Botschaft an die gesamte Branche.

Der mutmaßliche Verstoß gegen die Vorschriften für ausländische Direktinvestitionen betrifft chinesische Meldepflichten nach einem Eigentümerwechsel. Laut Quellen der FT handelt es sich nicht um einen Verstoß, der unter normalen Umständen zu strengen Sanktionen führen würde. Die Behörden suchen jedoch nach Druckmitteln, um in das Geschäft einzugreifen.

Was hat Meta davon?

Meta kaufte Manus als Teil von Mark Zuckerbergs Strategie, sich von dialogorientierten KI-Tools hin zu echten KI-Agenten zu entwickeln, die aktiv für die Nutzer arbeiten. Die Technologie von Manus sollte Produkte wie Meta AI, WhatsApp, Facebook und Instagram stärken. Zuckerbergs Team schloss das Geschäft in nur zehn Tagen ab, und die Integration der Software in die Meta-Plattform hat bereits begonnen.

Genau deshalb wäre eine mögliche Rückabwicklung der Transaktion, wie eine Quelle der Financial Times sagt, "äußerst chaotisch". Das Geschäft ist abgeschlossen, die Technologie wird bereits integriert. Eine mögliche Rückabwicklung der gesamten Transaktion wäre ein beispielloser Schritt. Meta reagiert bislang gelassen. "Die Transaktion entsprach vollständig den geltenden Rechtsvorschriften. Wir erwarten eine angemessene Lösung dieser Untersuchung", erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber Reuters.

Die chinesischen Behörden haben bislang kein formelles Verfahren eingeleitet und laut Quellen der FT noch nicht entschieden, ob sie überhaupt einen derart drastischen Schritt unternehmen werden. Die Prüfung befindet sich erst in einem frühen Stadium, und die Behörden könnten von einem Eingreifen absehen.

Weitere Quelle: americanbazaaronline.com

Kategorie:KI
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