OpenAI, der Entwickler des beliebten ChatGPT, bereitet den Weg für einen Börsengang im vierten Quartal 2026. Das mit 500 Milliarden Dollar (rund 13 Billionen Kronen) bewertete Startup hat informelle Gespräche mit führenden Wall-Street-Banken aufgenommen und baut sein Finanzteam rasch aus. Diese Vorbereitung signalisiert einen grundlegenden Wandel für das Unternehmen, das derzeit jährlich Milliarden Dollar für das Training einer neuen Generation von Modellen künstlicher Intelligenz verbrennt.
OpenAI kämpft um den ersten Platz an der Börse
Um einen reibungslosen Börsengang zu gewährleisten, hat OpenAI mehrere wichtige Führungskräfte mit Erfahrung bei börsennotierten Unternehmen ins Team geholt. Ajmere Dale trat die Position des Chief Accounting Officer an, während Cynthia Gaylor, die ehemalige Finanzchefin von DocuSign, die Leitung der Unternehmensfinanzen übernehmen und die Investorenbeziehungen beaufsichtigen wird. Diese personellen Veränderungen gelten als entscheidender Schritt beim Aufbau professioneller Finanzsysteme, die für ein Unternehmen erforderlich sind, das mit bis zu 1 Billion Dollar (rund 20,6 Billionen Kronen) bewertet werden könnte.
Die Führung von OpenAI äußert Berichten zufolge die Sorge, dass das Unternehmen von Anthropic, einem von ehemaligen OpenAI-Führungskräften gegründeten Konkurrenzunternehmen, beim Börsengang überholt werden könnte. Anthropic teilte seinen Finanzpartnern mit, dass das Unternehmen für einen Börsengang bis Ende 2026 offen sei. Welches Unternehmen zuerst an die Börse geht, wird wahrscheinlich den größten Anteil an der Begeisterung der Investoren und am Kapital für sich gewinnen. Der Umsatz von Anthropic wächst derzeit rasant, vor allem dank seines Coding-Agenten Claude Code, der bereits annualisierte Einnahmen von fast 1 Milliarde Dollar (20,6 Milliarden Kronen) erreicht hat.
Beide Unternehmen konkurrieren außerdem mit SpaceX von Elon Musk, das Quellen zufolge bereits im Sommer einen Börsengang mit einer Bewertung von mehr als 1 Billion Dollar plant.
Massive Finanzierung vor dem Börsengang
Der Weg an die Börse umfasst zunächst die Beschaffung enormer Mengen privaten Kapitals. OpenAI bemüht sich derzeit darum, in einer massiven Finanzierungsrunde mehr als 100 Milliarden Dollar (2,1 Billionen Kronen) einzusammeln, wodurch das Startup mit 830 Milliarden Dollar (17 Billionen Kronen) bewertet werden könnte.
Amazon erwägt Berichten zufolge eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar (1 Billion Kronen), wobei die Verhandlungen persönlich von CEO Andy Jassy geführt werden. Darüber hinaus erwägt Nvidia einen Beitrag in Höhe von 30 Milliarden Dollar (780 Milliarden Kronen), und SoftBank diskutiert darüber, seine jüngsten Beteiligungen um weitere 30 Milliarden Dollar aufzustocken. Diese Mittel sind für OpenAI von entscheidender Bedeutung, da das Unternehmen mit steigenden Kosten für Rechenzentren und seinem 10 Milliarden Dollar (260 Milliarden Kronen) schweren Vertrag mit Cerebras konfrontiert ist.
Rechtsstreitigkeiten und Rentabilität
Trotz der Begeisterung ist der Weg an die Börse voller Hindernisse. OpenAI steht ab dem 27. April 2026 in einem vom Mitgründer Elon Musk angestrengten Verfahren vor Gericht, in dem dieser bis zu 134 Milliarden Dollar (3,5 Billionen Kronen) Schadenersatz fordert. Musk behauptet, das Unternehmen habe seine gemeinnützige Mission verraten. Dieser Rechtsstreit könnte den Börsengang erschweren, falls das Gericht die Auflösung der derzeitigen Unternehmensstruktur von OpenAI anstreben sollte.
Finanzunterlagen zeigen zudem einen deutlichen Kontrast bei den Überlebensstrategien. Während Anthropic erwartet, im Jahr 2028 die Gewinnschwelle zu erreichen, prognostiziert OpenAI, im selben Jahr bis zu 74 Milliarden Dollar (1,9 Billionen Kronen) verlieren zu können, da es jeden Dollar in den Wettlauf um die Entwicklung einer allgemeinen künstlichen Intelligenz investiert.
Herausforderungen eines schnell wachsenden Startups
Für den Entwickler von ChatGPT dürfte es schwierig werden, bis Ende des Jahres einen erfolgreichen Börsengang zu vollziehen. Das Unternehmen hat vor Kurzem Änderungen in der Führung vorgenommen und sieht sich bei seinem wichtigsten Verbraucherprodukt einer harten Konkurrenz durch Google ausgesetzt, was es dazu veranlasste, eine mehrwöchige „Code Red“-Initiative zur Verbesserung der Qualität von ChatGPT auszurufen.
„Bin ich begeistert davon, CEO eines börsennotierten Unternehmens zu sein? 0 %. Bin ich begeistert davon, dass OpenAI ein börsennotiertes Unternehmen sein wird? In mancher Hinsicht ja, und in anderer Hinsicht denke ich, dass es wirklich lästig wäre“, sagte CEO Sam Altman im Dezember im Podcast Big Technology. Während OpenAI an die Börse geht, wird erwartet, dass Altman einige Verantwortlichkeiten an die ehemalige Instacart-CEO Fidji Simo delegiert, die als CEO of Applications die Produkt- und Geschäftsteams von OpenAI leitet.
Anthropic verstärkt sein eigenes Team
Auch Anthropic führt Gespräche mit Banken, die daran interessiert sind, den Börsengang zu unterstützen. Das Unternehmen hat eine Reihe von Finanzexperten eingestellt, die ihm potenziell beim Börsengang helfen könnten. Dazu gehören Andrew Zloto, der den Bereich Kapitalmärkte leitet, und der Blackstone-Investor Kevin Chang. Die Einstellung von Chang wurde bislang nicht öffentlich bekannt gegeben.
Sowohl OpenAI als auch Anthropic verlieren jährlich Milliarden Dollar, während sie an der Entwicklung neuer KI-Modelle und dem Betrieb ihrer bestehenden Produkte arbeiten. Nach der jüngsten Flaute dürfte 2026 voraussichtlich ein Rekordjahr für Börsengänge werden, und einige an der Wall Street spekulieren, dass 2026 sogar das bislang größte Jahr für Börsengänge werden könnte.
Quellen: tipranks.com und wsj.com



