OpenAI arbeitet durchgesickerten Berichten zufolge an einem Tool, das Musik auf der Grundlage von Text- und Audioanweisungen erstellen könnte. Dieses Tool könnte beispielsweise dazu dienen, bestehende Videos mit Musik zu unterlegen oder eine bereits aufgenommene Gesangsspur um eine Gitarrenbegleitung zu ergänzen. Mit der Entwicklung vertraute Quellen deuten darauf hin, dass OpenAI mit Studierenden der Juilliard School in den USA zusammenarbeitet, die Musikpartituren annotieren, um eine Datenbank für das Training des Modells zu erstellen. Ein Vertreter der Juilliard School dementierte diese Berichte jedoch, und OpenAI reagierte nicht auf Anfragen.
Bislang ist unklar, wann OpenAI dieses Tool auf den Markt bringen will und ob es als eigenständiges Produkt verfügbar sein oder in bestehende Anwendungen wie ChatGPT oder das Videotool Sora integriert werden wird.
Frühere Versuche von OpenAI mit Musik-KI
OpenAI hat bereits in der Vergangenheit mit generativer Musik experimentiert. Im Jahr 2019 brachte das Unternehmen MuseNet auf den Markt, ein neuronales Netzwerk, das vierminütige Kompositionen mit zehn verschiedenen Instrumenten erstellen kann. Eine Demonstration des Unternehmens zeigte, wie MuseNet Wolfgang Mozarts Rondo Alla Turca im Stil von Frédéric Chopin neu interpretieren kann.
Ein Jahr später, im Jahr 2020, folgte Jukebox, ein weiteres neuronales Netzwerk, das auf der Grundlage von Daten über Künstler und Liedtexte Musik einschließlich einfachem Gesang in verschiedenen Genres generiert. Diese älteren Modelle entstanden vor dem großen Erfolg von ChatGPT, deuten jedoch auf das langfristige Interesse von OpenAI an Musikanwendungen hin.
Wettbewerb und Zusammenarbeit in der Branche
Dieser Schritt von OpenAI erfolgt zu einer Zeit, in der auch andere Unternehmen ähnliche Technologien entwickeln. Spotify etwa kündigte kürzlich eine Zusammenarbeit mit großen Musikkonzernen wie Sony, Universal und Warner an, um verantwortungsvolle KI-Produkte zu entwickeln. Spotify nutzt KI bereits zur Erstellung personalisierter Playlists wie „daylist“ sowie für die Funktion AI DJ, die auf Grundlage bereits gehörter Titel ähnliche Songs vorschlägt. Darüber hinaus bietet die Plattform auch einige KI-generierte Musikstücke an.
Zu den Start-ups gehören Suno und ElevenLabs, die eigene Plattformen für KI-generierte Musik betreiben. Ein weiterer Akteur ist Google mit seinen generativen Musikmodellen. OpenAI könnte somit in direkte Konkurrenz zu Suno treten, was den Markt für KI-Musik beeinflussen könnte.
Urheberrecht und Kontroversen
Die Entwicklung von KI-Tools für Musik sorgt für Bedenken hinsichtlich des Urheberrechts. Europäische Musikverbände wie die European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) und die European Grouping of Societies of Authors and Composers (GESAC) hatten bereits darauf hingewiesen, dass der EU AI Act von 2024 Urheber, deren Werke zum Training generativer KI-Modelle verwendet werden, nur unzureichend schützt. Ohne eine klare Möglichkeit, der Nutzung zu widersprechen oder dafür bezahlt zu werden, ist die Arbeit von Künstlern ständig gefährdet.
Suno sieht sich in den USA mit einer Klage der Recording Industry Association of America (RIAA) konfrontiert, die behauptet, das Unternehmen habe Songs zum Training seiner Modelle illegal von YouTube heruntergeladen. Auch die Universal Music Group führt einen Urheberrechtsstreit gegen das KI-Unternehmen Anthropic. Diese Fälle verdeutlichen die Risiken, die mit der Verwendung bestehender Werke zum Training von KI verbunden sind.
Quellen: techcrunch.com und euronews.com



