Bei OpenAI arbeiten mittlerweile mehr als 600 Menschen, die direkt von Meta gekommen sind, was etwa einem Fünftel der insgesamt 3.000 Beschäftigten entspricht. Zu ihnen gehört auch Fidji Simo, die den Anwendungsbereich leitet. Diese Gruppe verfügt sogar über einen eigenen internen Slack-Kanal, in dem sie sich austauscht und diskutiert. Dieser Trend bringt die für Meta typischen wachstumsorientierten Taktiken in das Unternehmen und beeinflusst sowohl die Kultur als auch die Produktstrategie. Laut einem Bericht von The Information führt dies zu erheblichen Veränderungen, da sich OpenAI von einem ursprünglichen Forschungslabor zu einem bedeutenden Akteur auf dem Verbrauchermarkt entwickelt.
Das Unternehmen führte interne Umfragen durch, in denen es die Beschäftigten fragte, ob OpenAI nicht „zu sehr wie Meta“ werde. Diese Fragen offenbaren Spannungen innerhalb des Teams. So verließ etwa die ehemalige Technikchefin Mira Murati das Unternehmen gerade wegen Meinungsverschiedenheiten über den Fokus auf Nutzerwachstum. Ihr Weggang verdeutlicht, wie die ursprüngliche Ausrichtung auf Forschung mit neuen Ansätzen kollidiert, die schnelle Expansion und Verbraucherprodukte in den Mittelpunkt stellen. Die Beschäftigten haben das Gefühl, dass die ursprüngliche, kleinere und agile Atmosphäre verloren geht, die OpenAI zum Erfolg verholfen hat.
Personalisierte Werbung und Sora 2
Teams bei OpenAI untersuchen, wie sich die Erinnerungsfunktion von ChatGPT für personalisierte Werbung nutzen lässt, obwohl CEO Sam Altman eine ähnliche Idee früher als „dystopisch“ bezeichnet hatte. Dieser Ansatz erinnert an die Methoden von Meta, wo Werbung ein zentrales Element ist. Trotz früherer Vorbehalte tauchen diese Ideen nun in internen Diskussionen auf, was bei den Beschäftigten Bedenken hinsichtlich der ethischen Ausrichtung des Unternehmens hervorruft. Details aus dem Bericht zeigen, dass dies Teil einer umfassenderen Verlagerung hin zu Modellen ist, die Wachstum durch Werbung priorisieren.
Ein weiterer Spannungsbereich ist die Einführung von Sora 2, einer sozialen App, bei der Beschäftigte Skepsis hinsichtlich ihrer Ausrichtung und ihrer Fähigkeit zur Inhaltsmoderation äußern. Laut dem Bericht von The Information gibt es interne Kritik, da Zweifel daran aufkommen, wie sich die Moderation in einem solchen Umfeld effektiv bewältigen lässt. Diese skeptische Stimmung betrifft auch die allgemeine Richtung, die OpenAI unter dem Einfluss der neuen Beschäftigten von Meta einschlägt.
Auswirkungen auf die Unternehmensidentität
Der Einzug von „Meta-DNA“ bringt OpenAI Erfahrung im Wachstumsbereich, birgt zugleich aber die Gefahr, die ursprüngliche Identität zu verlieren. Das Unternehmen wächst mithilfe von Talenten, die auf Expansion ausgerichtet sind, allerdings um den Preis des Verlusts jener kleineren, innovativen Dynamik, die hinter seinem anfänglichen Erfolg stand. Dieses zweischneidige Schwert zeigt sich im täglichen Betrieb, wo alte und neue Ansätze aufeinandertreffen. Aus weiteren Quellen geht hervor, dass dieser Wandel auch die Arbeitsmoral beeinflusst, da einige Beschäftigte im Stil von Meta ein Risiko für Ethik und Datenschutz sehen. So verdeutlichen etwa die Debatten über personalisierte Werbung, wie sich OpenAI an den Marktdruck anpasst, obwohl dies im Gegensatz zu seinen ursprünglichen Grundsätzen steht.



