Bei OpenAI scheiterte vor dem Börsengang der Plan zur Abspaltung von Robotik und Hardware

Bei OpenAI scheiterte vor dem Börsengang der Plan zur Abspaltung von Robotik und Hardware

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
11. 5. 2026
3 Minuten Lesezeit
Bei OpenAI scheiterte vor dem Börsengang der Plan zur Abspaltung von Robotik und Hardware

Sam Altman erörterte Ende vergangenen Jahres die Möglichkeit, die Sparten Robotik und Verbraucherhardware in eigenständige Geschäftsbereiche auszugliedern. Die Idee war, dass jede von ihnen eigene Finanzmittel beschaffen und unabhängiger vom Kerngeschäft des Unternehmens agieren könnte.

Unglücklicherweise für Sam stellte sich heraus, dass diese Sparten selbst nach einer Ausgliederung wahrscheinlich nicht aus den Ergebnissen der Muttergesellschaft verschwinden würden. Mit anderen Worten: OpenAI würde einen komplizierten Restrukturierungsprozess durchlaufen und daraus so gut wie keinen bilanziellen Vorteil ziehen. Damit war der Plan vom Tisch.

Warum wurde eine Aufspaltung erwogen?

OpenAI hat längst nicht mehr nur ChatGPT in seinem Portfolio. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen sowohl im Hardwarebereich als auch in der physischen Robotik bedeutende Positionen aufgebaut, und beide Bereiche sind auf eine Weise kapitalintensiv, die sich grundlegend vom Softwaregeschäft unterscheidet.

Genau dieser Unterschied war der Grund, warum eine Aufspaltung auf den ersten Blick sinnvoll erschien. Schnell wachsende Sparten können im Allgemeinen leichter eigenständig Kapital beschaffen, Investoren können sie anhand eigener Kennzahlen bewerten und die Muttergesellschaft kann eine klarere Geschäftsperspektive bieten. Als das Rechts- und Finanzteam jedoch die Details prüfte, stellte es fest, dass OpenAI unabhängig davon, wie sich die Struktur auf dem Papier ändern würde, weiterhin wie ein einziger integrierter Betrieb agieren würde.

Die Sparte für Verbraucherhardware entstand im Mai 2025, als OpenAI das Startup io Products für 6,5 Milliarden Dollar in Aktien übernahm. Mit ihm kam Jony Ive, der ehemalige Chefdesigner von Apple, als Kreativdirektor hinzu. Altman verriet nur wenige Details über das geplante Gerät: Es soll klein genug sein, um in eine Tasche zu passen, und seine Umgebung ständig wahrnehmen können.

Das Gerät könnte frühestens Ende Februar 2027 auf den Markt kommen. Die Hardwareambitionen enden jedoch nicht bei einem einzigen Gerät. OpenAI kündigte im Oktober 2025 eine Zusammenarbeit mit Broadcom an, um eigene Chips für künstliche Intelligenz zu entwickeln.

Ein weiterer Bereich ist die Robotik

Robotik ist für OpenAI kein neues Gebiet, das Unternehmen beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren damit. Im Jahr 2024 nahmen die Aktivitäten konkretere Formen an. OpenAI begann eine Forschungskooperation mit Coco Robotics, einem auf Roboterlieferungen spezialisierten Startup. „Wir versuchen herauszufinden, wie wir in der Robotik wirklich erfolgreich sein können“, sagte Altman vergangenen Monat im Podcast Core Memory.

Zu den Partnern gehört auch Figure, ein Startup, das humanoide Roboter herstellt und mit dem OpenAI an spezialisierten Modellen für künstliche Intelligenz arbeitet. OpenAI beteiligte sich zudem als Investor an dessen Finanzierung. OpenAI ist außerdem an der Finanzierung des norwegischen Unternehmens 1X Technologies beteiligt, das Roboter für den industriellen Einsatz entwickelt.

Beide Sparten nehmen innerhalb von OpenAI eine ungewöhnliche Stellung ein. Sie arbeiten getrennt vom Rest des Unternehmens und berichten direkt an Altman. Mitarbeiter beschreiben sie als eigenständige Startups, die sich lediglich mit OpenAI unter einem Dach befinden.

Inspiration durch Alphabet

Die Aufspaltung ist zwar gescheitert, doch die Idee einer strukturellen Veränderung ist nicht vom Tisch. Eine der Möglichkeiten, die OpenAI erwägt, ist ein Modell, das sich daran orientiert, wie Google sich 2015 zu Alphabet umstrukturierte. Damals wurde unter einer einzigen Holdinggesellschaft die marktbeherrschende Suchmaschine von riskanteren Projekten wie Waymo oder Verily getrennt.

Alphabet weist in seinen Berichten die Umsätze etablierter Produkte wie der Suchmaschine, YouTube und der Cloud getrennt von den operativen Verlusten spekulativer Projekte aus. So können Investoren das Kerngeschäft und die experimentellen Projekte separat bewerten. Meta Platforms entschied sich für eine ähnliche Transparenz ohne strukturelle Änderungen, indem es begann, die Verluste seiner Metaverse-Sparte gesondert auszuweisen. Microsoft verfährt mit Xbox oder LinkedIn ebenso.

Quellen: finance.yahoo.com und wsj.com

Kategorie:KI
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