NVIDIA und Microsoft haben in San Francisco RTX Spark für Windows-Notebooks und kompakte Desktops vorgestellt. Laut NVIDIA bringt die neue Plattform die vollständige KI-Softwareumgebung des Unternehmens auf diese Rechner, damit Modelle und Agenten lokal laufen können. Microsoft kündigte zugleich die allgemeine Verfügbarkeit einer Systeminfrastruktur für dauerhaft im Hintergrund laufende Agenten an.
Große Modelle direkt auf dem Notebook
Als Beispiel für ein lokal ausführbares Modell nennt NVIDIA Qwen 3.8 Flash Next, bezeichnet als 125B-Modell mit einem 51B-n-Gramm. Nach Angaben des Unternehmens kann RTX Spark dieses Modell ausführen, ohne Daten in die Cloud zu übertragen und ohne nutzungsabhängige Abrechnung. Seine Intelligenz vergleicht NVIDIA mit der vieler Cloud-Modelle.
Ein konkretes Notebook mit dieser Plattform stellte Pavan Davuluri von Microsoft vor: Das Surface Laptop Ultra basiert auf RTX Spark. Laut Davuluri bietet es bis zu 128 GB vereinheitlichten Speicher und bis zu ein Petaflop KI-Rechenleistung. Diese Kombination soll Modelle ermöglichen, die auf einem herkömmlichen Notebook keinen Platz finden.
CUDA verbindet Notebook und DGX Station
Für Entwickler gehört die vollständige CUDA-Plattform zum Angebot. Laut NVIDIA ermöglicht die gleiche Softwareumgebung auf RTX Spark und DGX Station, Modelle, Werkzeuge und Arbeitsabläufe zwischen diesen Rechnern zu übertragen, ohne sie umschreiben zu müssen.
Kompakter Desktop für dauerhaft laufende Agenten
Neben den Notebooks bereitet NVIDIA einen kompakten Desktop mit demselben RTX-Spark-Superchip vor. Nach Angaben des Unternehmens ist das Gerät für den Betrieb rund um die Uhr ausgelegt: als dediziertes lokales KI-System mit kontinuierlich laufenden Agenten.
Die Softwaregrundlage auf Betriebssystemebene liefert Microsoft Execution Containers (MXC), dessen allgemeine Verfügbarkeit Microsoft auf derselben Veranstaltung bekannt gab. Diese Infrastruktur ermöglicht es Agenten, unter der Kontrolle von Windows dauerhaft im Hintergrund zu arbeiten.
DGX Station für Windows soll noch größere Modelle ausführen
NVIDIA gab außerdem einen ersten Ausblick auf DGX Station für Windows, einen KI-Supercomputer für den Schreibtisch mit Infrastruktur der GB300-Grace-Blackwell-Klasse. Laut dem Unternehmen lief DGX Station bisher unter Linux. Entwickler in Unternehmen mussten deshalb zwei Umgebungen unterhalten: eine für anspruchsvolle KI-Aufgaben und eine zweite für Anwendungen und Arbeitsabläufe unter Windows.
Die geplante Variante nutzt den GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip. NVIDIA nennt dafür 748 GB kohärenten Speicher und bis zu 20 petaFLOPS KI-Rechenleistung in FP4. Nach Angaben des Unternehmens sollen diese Spezifikationen den lokalen Betrieb von Modellen mit bis zu einer Billion Parametern ermöglichen.
Entwicklungs- und Forschungsteams sollen laut NVIDIA auf diesem Rechner dauerhaft laufende Agenten erstellen und betreiben können, die direkt mit Windows-Anwendungen und der Windows-Infrastruktur verbunden sind. Auf demselben Computer sollen sie auch große Modelle feinabstimmen und Inferenz ausführen können. Linux-KI-Werkzeuge sollen über WSL zugänglich bleiben.
Notebooks sollen am 16. Oktober kommen, Desktops im November
Die Vorbestellungen für RTX-Spark-Notebooks starteten am Tag der Ankündigung; ihre Verfügbarkeit ist für den 16. Oktober geplant. Der Verkauf der kompakten Desktops soll im November folgen.
Für DGX Station für Windows bietet NVIDIA derzeit eine Registrierung an, um über die künftige Verfügbarkeit informiert zu werden.



