Google hat auf einer Google-Cloud-Veranstaltung einen einheitlichen Gemini-Agenten vorgestellt, der über eine einzige Oberfläche nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Aufgaben im Auftrag der Nutzer erledigen soll. Zunächst richtet sich die Neuerung an Unternehmen: Dort soll der Agent mit internen Systemen und Daten arbeiten und die Werkzeuge nutzen, die zum Erreichen eines vorgegebenen Ziels nötig sind.
Ein Ziel vorgeben statt einzelner Anweisungen
Google-Cloud-Chef Thomas Kurian erklärte, dass Nutzer dem Agenten ein Ziel statt einzelner Anweisungen vorgeben können. Laut Kurian soll Gemini seinen Ablauf planen, eigene Fähigkeiten und Werkzeuge einsetzen und sich mit den internen Systemen des Unternehmens verbinden.
Ein Auftrag soll Dateien oder ganze Ordner enthalten können. Auch Projekte für bestimmte Arbeitsabläufe soll der Agent einbeziehen können, darunter solche, die Dateien mit Fähigkeiten verbinden.
Standardmäßig soll die Modellauswahl automatisch anhand der Aufgabe erfolgen; Nutzer können das Modell aber auch selbst auswählen. Zur Auswahl gehören auch Modelle anderer Anbieter, zunächst Claude von Anthropic. Google plant, künftig Open-Source-Modelle und weitere private Modelle hinzuzufügen.
Anbindungen an Arbeitsanwendungen, Daten und MCP
Zu den genannten Anbindungen zählen Google Workspace und Microsoft 365 sowie Slack, Jira und Confluence. Der Agent soll außerdem auf Git und die Datensysteme BigQuery, Databricks, Postgres und Snowflake zugreifen können.
Die Unterstützung soll sich auch auf beliebige Server für das Model Context Protocol (MCP) erstrecken, innerhalb wie außerhalb des Unternehmensnetzwerks. Mit diesen Servern soll der Agent sicher arbeiten können.
Eigenes Konto und Informationen zum Arbeitsteam
Laut Google erhält der Agent ein eigenes Workspace-Konto, eine eigene E-Mail-Adresse und eigenen Kontext, ähnlich einem weiteren Teammitglied. Das Unternehmen erklärt, dass er die Zusammensetzung der Teams und die Zeitzonen der Kollegen, die für Freigaben zuständigen Personen sowie die Inhalte der Arbeitskalender kennen soll.
Nutzer sollen den Agenten durch eine Erwähnung oder per E-Mail in die Arbeit einbeziehen können. Weitere Möglichkeiten sind das Teilen von Inhalten mit ihm und das Hinzufügen zu einem Gruppenchat.
Aufgabenfortschritt und Audit-Protokolle
Zum Verfolgen der Arbeit ist eine Oberfläche namens „tasks inbox“ vorgesehen. Dort sollen Nutzer Geminis Denkprozess, die Delegation von Teilaufgaben an untergeordnete Agenten und das Laden spezieller Fähigkeiten sehen können. Auch Code und Bearbeitungsfortschritt sollen angezeigt werden.
Bei der Ausführung von Aktionen soll der Agent Audit-Protokolle erstellen, in denen die jeweiligen Schritte dem Agenten selbst statt einer bestimmten Person zugeordnet werden.
Zugriff über Mobilgeräte, Computer und Unternehmensdienste
Der Agent soll über Mobilgeräte mit iOS und Android sowie über Computer mit Windows und Mac zugänglich sein. Google sieht außerdem den Zugriff über die Kommandozeile und über Google Workspace, Microsoft 365, ServiceNow und Slack vor.
Verbrauchern will Google den Agenten erst später anbieten. Sundar Pichai begründete den anfänglichen Fokus auf Unternehmen damit, zunächst anspruchsvollere Fragen zu Sicherheit, Skalierung und Leistung lösen zu wollen. Zu den frühen Testern gehörten die Sportmarke On, Shopify und PayPal.
Google zufolge soll die Kombination aus der Koordination mehrerer Modelle, intelligenter Weiterleitung und Ausgabenlimits in Echtzeit Unternehmen helfen, ihre Kosten für Unternehmens-KI besser zu kontrollieren.



