Die Finanzmärkte warteten auf die Ergebnisse von Nvidia, und nun liegen sie vor: Der Umsatz im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte 68,1 Milliarden US-Dollar, während Analysten mit rund 66 Milliarden gerechnet hatten. Nvidia ist es schlicht gewohnt, zu überraschen, was erneut gelungen ist.
Erneut Rekordzahlen
Im Jahresvergleich sprang der Umsatz um 73 % nach oben. Das allein klingt unglaublich, doch noch überraschender ist es, wenn man bedenkt, dass wir von einem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar sprechen. Ein solches Wachstum sieht man bei Giganten dieser Größenordnung schlichtweg nicht.
Der größte Wachstumsmotor des gesamten Ergebnisses? Rechenzentren. Der Umsatz in diesem Segment stieg um 75 % auf 62,3 Milliarden US-Dollar und macht mehr als 91 % der gesamten Einnahmen des Unternehmens aus. Dahinter steht ein einziges Wort: KI. Die Nachfrage nach Rechenleistung für das Training und den Betrieb großer Sprachmodelle nimmt schlichtweg nicht ab, ganz im Gegenteil. Der Betriebsgewinn auf Non-GAAP-Basis sprang um 81 % auf 46,1 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow erreichte im Quartal 34,9 Milliarden US-Dollar. Nvidia verfügt über mehr als 62 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und gab zugleich über Aktienrückkäufe und Dividenden mehr als 4 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurück.
Hinter den Rekordzahlen steht vor allem die neue Generation der GPU-Plattformen Blackwell. Genau diese Chips treiben die Nachfrage der größten Technologieunternehmen der Welt an. OpenAI, Meta, Microsoft, Google, aber auch die britische Regierung – sie alle wetteifern darum, wer mehr Kapazität erhält. Nvidia kommt mit den Lieferungen nicht hinterher. Die Bruttomarge auf Non-GAAP-Basis erreichte 75,2 %, was im Jahresvergleich einem Anstieg um 1,7 Prozentpunkte entspricht. Blackwell lässt sich nämlich effizienter und mit einer besseren Kostenstruktur produzieren als die vorherige Generation. Je mehr Chips Nvidia verkauft, desto mehr verdient das Unternehmen daran.
Ausblick auf das nächste Quartal
Nvidia prognostiziert für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 78 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten mit etwa 69 Milliarden gerechnet. Mit anderen Worten: Das Unternehmen übertraf die Schätzungen nicht nur mit seinen Ergebnissen, sondern auch mit seinem Zukunftsausblick.
Im Jahresvergleich würde dies einem Wachstum von etwa 77 % entsprechen. Ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr um 73 % gewachsen ist, beschleunigt in diesem Jahr sein Wachstum. Wie ist das überhaupt möglich? Die Antwort ist einfach: Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur ist ungebrochen. Große Technologieunternehmen investieren Hunderte Milliarden in Rechenzentren, und Nvidia ist ihr Hauptlieferant.
China bremst noch bessere Ergebnisse
Trotz all der hervorragenden Zahlen liegt ein Schatten über Nvidia. China. Aufgrund der US-Exportbeschränkungen kann das Unternehmen dort faktisch seine besten Chips nicht verkaufen. Selbst die Genehmigung zum Verkauf des eingeschränkteren Modells H200 brachte keine Umsätze, da die Lieferungen weiterhin auf die erforderlichen Genehmigungen warten.
Dabei war China einst einer der größten Märkte für Nvidia. Jetzt ist er praktisch verschlossen. CEO Jensen Huang räumte ein, dass die Lage unsicher sei und er keine schnelle Lösung erwarte. Die Analysten von Hargreaves Lansdown sind hinsichtlich einer baldigen Lösung weniger optimistisch als zuvor. Dennoch wächst Nvidia, als gäbe es China nicht. Das allein sagt viel über die Stärke der Nachfrage aus dem Rest der Welt aus.
Lage der Aktie
Die Nvidia-Aktie reagierte nach der Veröffentlichung der Ergebnisse relativ ruhig und bewegte sich im nachbörslichen Handel mehr oder weniger auf demselben Niveau. Der Markt hatte offenbar gute Ergebnisse erwartet und bekam sie auch. Doch selbst ein außergewöhnliches Quartal reicht nicht aus, um die Aktie explodieren zu lassen, wenn die Erwartungen so hoch sind.
Das erwartete KGV liegt bei etwa 24,5, was für ein Unternehmen mit einem derartigen Wachstumstempo eine überraschend moderate Zahl ist. Die Analysten von Hargreaves Lansdown erwarten daher in den kommenden Wochen eine Welle von Prognoseanhebungen seitens der Analysten. Nvidia erwirtschaftete im gesamten Geschäftsjahr 2026 einen freien Cashflow von über 96 Milliarden US-Dollar.
Quellen: wsj und hl.co.uk



