Mira Murati wurde am 16. Dezember 1988 in Vlorë in Albanien geboren. Im Alter von sechzehn Jahren erhielt sie ein Stipendium der United World Colleges und studierte am Pearson College UWC in Victoria, British Columbia, wo sie 2005 das internationale Abiturprogramm abschloss. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung in den Vereinigten Staaten fort und absolvierte ein Doppelstudium: 2011 erwarb sie einen Bachelorabschluss in Mathematik am Colby College und 2012 einen Ingenieurabschluss in Maschinenbau an der Thayer School of Engineering des Dartmouth College.
Ihre berufliche Laufbahn begann 2011 mit einem Praktikum als Sommeranalystin bei Goldman Sachs in Tokio. Anschließend arbeitete sie kurzzeitig als Praktikantin beim französischen Unternehmen Zodiac Aerospace. 2013 wechselte sie zum Automobilhersteller Tesla, wo sie als Produktmanagerin tätig war und ein Team leitete, das das Elektroauto Model X entwickelte. Dort kam sie erstmals mit praktischen Anwendungen künstlicher Intelligenz in Berührung, was ihr tieferes Interesse an diesem Bereich weckte. 2016 wechselte sie zum Startup Leap Motion, wo sie als Vizepräsidentin für Produkt und Technik Technologien der erweiterten Realität entwickelte.
Tätigkeit bei OpenAI
2018 kam Mira Murati als Vizepräsidentin für angewandte künstliche Intelligenz und Partnerschaften zu OpenAI. Im Mai 2022 wurde sie Chief Technology Officer (CTO) der gesamten Organisation. In dieser Funktion leitete sie die Forschung und Entwicklung zentraler Werkzeuge wie ChatGPT, einem auf einem großen Sprachmodell basierenden Konversationsmodell, das die Interaktion mit Nutzern in natürlicher Sprache ermöglicht. Unter ihrer Leitung entstanden außerdem DALL-E 2, ein generatives Modell zur Erstellung von Bildern aus Textbeschreibungen, und Codex, ein Werkzeug zur automatischen Generierung von Code.
Murati beaufsichtigte die Sicherheitsteams und Produktstrategien, einschließlich der Entwicklung des Modells GPT-4, das fortschrittliche Fähigkeiten bei der Textverarbeitung und der Lösung komplexer Aufgaben mit sich brachte. Im März 2023 leitete sie das Team, das dieses Modell fertigstellte. Darüber hinaus war sie am Modell Sora beteiligt, einem Modell zur Generierung von Videos aus Text, das auf Grundlage von Nutzeranweisungen hyperrealistische Videos erstellen kann. Bei OpenAI setzte sie sich für die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Erprobung von Technologien ein, was die Entwicklung beschleunigte und Millionen von Nutzern anzog. Im November 2023 übernahm sie nach der Absetzung von Sam Altman, den der Verwaltungsrat wegen mangelnden Vertrauens in seine Kommunikation entlassen hatte, für drei Tage die Funktion der interimistischen Geschäftsführerin (CEO). Nach Altmans Rückkehr kehrte sie auf die Position des CTO zurück.
Ihr Ansatz betont die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus den Bereichen Ethik, Soziologie und Kunst, damit künstliche Intelligenz sicher und zugänglich ist. 2024 erhielt sie vom Dartmouth College die Ehrendoktorwürde für ihren Beitrag zur Demokratisierung von Technologien.

Abschied von OpenAI und Gründung eines eigenen Startups
Im September 2024 verließ sie OpenAI, um sich eigenen Projekten zu widmen. Im Februar 2025 gründete sie das Startup Thinking Machines Lab, das sich auf agentische künstliche Intelligenz (Agentic AI) und das Nachtraining großer Sprachmodelle für spezifische Bereiche wie Gesundheitswesen, Robotik oder Sicherheit konzentriert. Das Unternehmen stellte ein Team aus etwa 30 Forschern und Ingenieuren von Konkurrenten wie Meta, Mistral und OpenAI ein, darunter den OpenAI-Mitgründer John Schulman und den Berater Bob McGrew.
Im April 2025 erhielt das Startup in einer Seed-Finanzierungsrunde 2 Milliarden Dollar (rund 46,4 Milliarden Kč), wodurch es mit 12 Milliarden Dollar (rund 278,4 Milliarden Kč) bewertet wurde. Angeführt wurde die Investorenrunde vom Unternehmen Andreessen Horowitz; auch die albanische Regierung beteiligte sich. Im Oktober 2025 brachte Thinking Machines Lab mit Tinker sein erstes Produkt auf den Markt, ein Werkzeug für Forscher und Entwickler, das die Feinabstimmung von Modellen wie Llama von Meta oder Qwen von Alibaba ohne kostspielige Infrastruktur ermöglicht.
Murati verfügt bei Thinking Machines Lab über die ausschlaggebende Stimme im Vorstand, was ihr die Mehrheitskontrolle verleiht. Das Unternehmen konzentriert sich darauf, künstliche Intelligenz anpassbar und allgemein zugänglich zu machen, wobei ethische Aspekte im Vordergrund stehen.
Auszeichnungen und Eintreten für Regulierung
Im Oktober 2023 belegte Murati Platz 57 in der Rangliste der 100 mächtigsten Frauen der Wirtschaft des Magazins Fortune. Sie befürwortet die Regulierung künstlicher Intelligenz und die Zusammenarbeit von Unternehmen mit Ethikern und Künstlern, um Risiken zu minimieren. 2022 veröffentlichte sie den Artikel „Kreativität in Sprache & Programmierung“ in der Zeitschrift Daedalus, in dem sie sich mit Kreativität beim Programmieren und in der künstlichen Intelligenz befasste.
Ihre Arbeit bei OpenAI und nun bei Thinking Machines Lab macht sie zu einer wichtigen Innovatorin mit bedeutendem Einfluss in der Welt der KI.
Quellen: wikipedia.org und aidigitalx.com



