Meta zahlt bis zu 27 Milliarden Dollar für Rechenleistung der europäischen Firma Nebius

Meta zahlt bis zu 27 Milliarden Dollar für Rechenleistung der europäischen Firma Nebius

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
16. 6. 2026
3 Minuten Lesezeit
Meta zahlt bis zu 27 Milliarden Dollar für Rechenleistung der europäischen Firma Nebius

Meta hat angekündigt, bis zu 27 Milliarden Dollar für Rechenkapazität des Amsterdamer Unternehmens Nebius auszugeben. Die Aktien des sogenannten Neocloud-Anbieters stiegen nach dieser Nachricht im morgendlichen Handel um 14 Prozent.
Die Vereinbarung ist in zwei Teile gegliedert. Zunächst wird Nebius Meta an mehreren Standorten dedizierte Kapazität im Wert von 12 Milliarden Dollar bereitstellen. Diese wird auf einer der ersten groß angelegten Implementierungen der neuen Nvidia-Vera-Rubin-Plattform basieren, also auf den neuesten, speziell für künstliche Intelligenz entwickelten Chips. Die ersten Kapazitäten will Nebius Anfang nächsten Jahres in Betrieb nehmen.

Meta hat sich außerdem verpflichtet, in den kommenden fünf Jahren zusätzliche Rechenleistung aus den geplanten Clustern von Nebius für bis zu 15 Milliarden Dollar abzunehmen. Dabei gibt es jedoch einen Haken. Nebius will diese Kapazität vor allem anderen Kunden seiner Cloud anbieten. Was nicht anderweitig verkauft wird, nimmt Meta ab. Insgesamt könnte der Wert des gesamten Vertrags damit auf rund 27 Milliarden Dollar steigen. „Wir freuen uns, unsere bedeutende Partnerschaft mit Meta auszubauen. Es handelt sich um einen weiteren großen, langfristigen Kapazitätsvertrag, der den Aufbau und das Wachstum unseres Kerngeschäfts, der Cloud für künstliche Intelligenz, beschleunigen wird“, erklärte Arkadi Wolosch, Gründer und CEO von Nebius.

Warum beschafft sich Meta anderswo Kapazitäten?

Meta gehört zu den sogenannten Hyperscalern, also riesigen Technologieunternehmen, die derzeit im Wettlauf Infrastruktur für künstliche Intelligenz aufbauen. Das Unternehmen selbst teilte mit, dass seine diesjährigen KI-bezogenen Ausgaben auf 115 bis 135 Milliarden Dollar steigen werden. Und damit ist es bei Weitem nicht allein. Amazon, Alphabet und Microsoft planen, zusammen rund 700 Milliarden Dollar auszugeben.

Doch die eigenen Rechenzentren reichen nicht aus. Deshalb sichern sich diese Unternehmen die knappe Rechenleistung von Grafikchips und Strom bei spezialisierten Anbietern wie Nebius. Im Gegensatz zu den großen Cloud-Unternehmen konzentriert sich Nebius nicht auf ein breites Spektrum von Branchen, sondern vor allem auf Technologiekunden. Ähnlich arbeitet auch der US-Konkurrent CoreWeave.

Nebius wächst dabei in atemberaubendem Tempo. Das Unternehmen entstand 2022 nach der Umstrukturierung des russischen Konzerns Yandex, konkret aus dessen Aktivitäten außerhalb des Heimatmarktes, und ging 2024 an die New Yorker Börse. Im vergangenen Jahr legten seine Aktien um mehr als 200 Prozent zu, in diesem Jahr um weitere 35 Prozent. Der Vertrag mit Meta knüpft an frühere Vereinbarungen an. Im November schlossen beide Unternehmen einen Vertrag über 3 Milliarden Dollar, im September vereinbarte Nebius mit Microsoft Lieferungen im Wert von bis zu 17,4 Milliarden Dollar.

Das Wachstum hat jedoch auch eine Kehrseite. Für das Jahr 2025 wies Nebius einen Umsatz von rund 530 Millionen Dollar aus, was einem Anstieg von 479 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der operative Verlust weitete sich zugleich um 49 Prozent auf rund 596 Millionen Dollar aus. Das Unternehmen erwartet, bis Ende dieses Jahres eine annualisierte Umsatzrate von 7 bis 9 Milliarden Dollar zu erreichen. Seine Prognose für 2026 ließ es unverändert.

Eine Woche vor der Bekanntgabe der Vereinbarung mit Meta stieg zudem Nvidia bei Nebius ein. Der Chiphersteller erwarb für 2 Milliarden Dollar einen Anteil von rund acht Prozent, und beide Unternehmen wollen bis zum Ende des Jahrzehnts gemeinsam sogenannte KI-Fabriken in den USA mit einer Kapazität von bis zu fünf Gigawatt errichten.

Quellen: nebius.com, reuters.com und cnbc.com

Kategorie:KI
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