An einer Highschool in Baltimore kam es zu einem unerwarteten Vorfall, bei dem der sechzehnjährige Schüler Taki Allen von bewaffneten Polizisten in Handschellen gelegt wurde. Alles begann nach dem Fußballtraining, als Taki Allen eine Packung Doritos-Chips aß. Die leere Verpackung steckte er in seine Tasche und setzte seinen normalen Tagesablauf fort. Zwanzig Minuten später erschienen acht Polizeiwagen, und Polizisten zwangen ihn mit auf ihn gerichteten Waffen, sich auf den Boden zu knien. „Sie sagten mir, ich solle mich hinknien, nahmen mich fest und legten mir Handschellen an“, schilderte Taki Allen dem lokalen Nachrichtensender WMAR-2 News sein Erlebnis.
Wie funktionierte das Erkennungssystem?
Ausgelöst wurde der gesamte Vorfall durch ein KI-System des Unternehmens Omnilert, das die Schule zur Erkennung von Waffen einsetzt. Das System erfasste ein Bild, das wie eine Schusswaffe aussah, tatsächlich aber nur eine Chipstüte zeigte. Omnilert erklärte, dass sein System zunächst ein verdächtiges Objekt erkannt habe und das Bild sofort von seinem Team überprüft worden sei. Anschließend wurden die Informationen innerhalb weniger Sekunden an das Sicherheitsteam der Baltimore County Public Schools (BCPS) weitergeleitet. Nach Angaben des Unternehmens funktionierte das System wie vorgesehen, da es Sicherheit und eine schnelle menschliche Überprüfung priorisiere. Omnilert äußerte Bedauern über den Vorfall und zeigte sich besorgt um den betroffenen Schüler und die Gemeinschaft.
Reaktion der Schule und der Polizei
Schulleiterin Kate Smith beschrieb in einem Brief an die Eltern, wie das Sicherheitsteam den Alarm schnell überprüfte und aufhob, nachdem bestätigt worden war, dass keine Waffe vorhanden war. Dennoch kontaktierte sie den Sicherheitsbeauftragten der Schule, der zur weiteren Unterstützung die örtliche Polizei rief. Die Polizisten durchsuchten Taki Allen und stellten bald fest, dass er keine Waffe bei sich hatte. Das Baltimore County Police Department erklärte, seine Beamten hätten auf Grundlage der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen angemessen reagiert. Nach Angaben der Polizei wurde Taki Allen in Handschellen gelegt, jedoch nicht festgenommen, und die Situation sei sicher geklärt worden, da keine Gefahr bestanden habe.
Auswirkungen auf den Schüler
Taki Allen wartet nach dem Training nun im Gebäude, weil er sich draußen nicht sicher fühlt, insbesondere wenn er Chips isst oder etwas trinkt. „Ich finde nicht, dass eine Chipstüte mit einer Waffe verwechselt werden sollte“, sagte er gegenüber WMAR-2 News. Der Lokalpolitiker Izzy Patoka forderte auf Facebook eine Überprüfung der Verfahren rund um das Waffenerkennungssystem der Baltimore County Public Schools. Omnilert räumte ein, dass die Erkennung von Waffen unter realen Bedingungen komplex sei, und erklärte, der Vorfall sei so ausgegangen, wie er sollte – mit einer schnellen Bestätigung, dass es sich bei dem Objekt nicht um eine Waffe handelte.
Ähnliche Systeme stehen wegen ihrer Ungenauigkeit in der Kritik. So wurde dem Unternehmen Evolv Technology im vergangenen Jahr untersagt, zu behaupten, sein Scanner erkenne alle Waffen, da sich diese Behauptung als falsch erwiesen hatte. Omnilert präsentiert sich als führender Anbieter KI-gestützter Waffenerkennung und führt auf seiner Website zahlreiche US-amerikanische Schulen als Fallstudien auf. Dieser Fall aus Baltimore verdeutlicht, wie schnell ein Systemfehler zu einem realen Polizeieinsatz führen kann.
Quellen: wmar2news.com und bbc.com



