Google DeepMind plant die Eröffnung seines ersten Forschungslabors, das sich auf die Entdeckung neuer Materialien konzentriert, etwa solcher, die in Batterien oder Halbleitern verwendet werden. Die Einrichtung soll nächstes Jahr in Großbritannien eröffnet werden und ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft mit der britischen Regierung sein. Alphabet Inc., der Mutterkonzern von Google, gab diese Partnerschaft am Donnerstag bekannt. Im Rahmen der Vereinbarung werden mehrere seiner KI-Modelle, darunter Gemini (ein KI-Modell), an die Bedürfnisse von Wissenschaftlern, Lehrkräften und Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung des Landes angepasst.
Das Labor wird vollständig automatisiert und in das Modell Gemini integriert sein. Es wird sich vor allem auf die Entwicklung neuer supraleitender Materialien konzentrieren, die Strom ohne jeglichen Widerstand übertragen können. Das bedeutet, dass sie zur Bewältigung großer Herausforderungen im Energiebereich beitragen könnten, etwa durch die Entwicklung fortschrittlicher Batterien, Solarzellen der nächsten Generation oder effizienterer Computerchips. Dank der Automatisierung können täglich Hunderte von Materialien synthetisiert und charakterisiert werden, wodurch sich die Zeit bis zur Entdeckung nützlicher neuer Materialien erheblich verkürzt.
Partnerschaft mit der britischen Regierung
Diese Partnerschaft erweitert die Zusammenarbeit von Google DeepMind mit der britischen Regierung, insbesondere mit dem AI Security Institute (Institut für die Sicherheit künstlicher Intelligenz). Ziel ist es, Fortschritte in Wissenschaft und Bildung sowie bei der Modernisierung öffentlicher Dienste und der Stärkung der nationalen Sicherheit zu beschleunigen. Britische Wissenschaftler erhalten vorrangigen Zugang zu KI-Werkzeugen von DeepMind, darunter AlphaGenome (ein Werkzeug für Genomik), AlphaEvolve (ein Werkzeug für evolutionäre Algorithmen), WeatherNext (ein Werkzeug für Wettervorhersagen) und AI co-scientist (eine kollaborative KI für die Wissenschaft).
Das Unternehmen wird gemeinsam mit der Regierung und britischen Wissenschaftlern an KI-gestützter Forschung arbeiten, die sich auf kostengünstigere und umweltfreundlichere Energiequellen einschließlich Fusionsenergie konzentriert. Technologieministerin Liz Kendall unterzeichnete die Vereinbarung und erklärte, diese Partnerschaft könne sauberere Energie, intelligentere öffentliche Dienste und neue Chancen für Gemeinschaften im ganzen Land schaffen.
KI für öffentliche Dienste und Sicherheit
Im Bereich der öffentlichen Dienste testet das AI-Incubator-Team der britischen Regierung das Werkzeug Extract, das Gemini nutzt, um alte Planungsunterlagen zu digitalisieren. Dieser Vorgang dauert nur 40 Sekunden pro Dokument und beschleunigt damit Entscheidungen in der Raumplanung. DeepMind plant außerdem, eine an die Anforderungen der Regierung angepasste Version von Gemini zu entwickeln, die Routineaufgaben von Beamten automatisieren soll.
Zur Stärkung der Cybersicherheit wird DeepMind Werkzeuge wie Big Sleep (ein Werkzeug zur Erkennung unbekannter Sicherheitslücken) und CodeMender (ein Werkzeug zur Codekorrektur) bereitstellen, das bestehenden Code umschreiben kann, um Schwachstellen zu beseitigen. Diese Werkzeuge helfen dabei, Probleme zu erkennen und Code automatisch zu korrigieren, wodurch die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberbedrohungen erhöht wird.
DeepMind wird sich auch auf Bildung konzentrieren: Das Unternehmen wird eine für Lehrkräfte bestimmte Version von Gemini entwickeln, die auf dem nationalen Lehrplan basiert und auf ihren sicheren Einsatz in Schulen getestet wird. Die Zusammenarbeit mit dem Security Institute umfasst Grundlagenforschung, um sicherzustellen, dass künstliche Intelligenz sicher und nützlich bleibt. Dazu gehören Techniken zur Überwachung der Gedankenkette künstlicher Systeme (Chain of Thought) sowie Risiken sozioaffektiver Fehlausrichtung, bei der KI-Modelle Nutzern beispielsweise durch Manipulation oder Täuschung schaden können, obwohl sie ihrer Programmierung folgen.
Ausweitung der Zusammenarbeit
Die Vereinbarung baut auf früheren Forschungsarbeiten auf, darunter eine Studie über Techniken zur Überwachung der Gedankenkette künstlicher Systeme und über sozioaffektive Fehlausrichtung. Insgesamt bringt diese Partnerschaft künstliche Intelligenz direkt in die Praxis, von wissenschaftlichen Laboren bis hin zu alltäglichen öffentlichen Diensten, wobei Sicherheit und gesellschaftlicher Nutzen stets im Mittelpunkt stehen. Laut der Pressemitteilung von DeepMind wird dies Wohlstand und Sicherheit im Zeitalter der künstlichen Intelligenz stärken.



