Auf dem Heimweg von Cheow Lan (Ratchaprapa) hielten wir an einem Ort an, dessen Besuch ich überhaupt nicht geplant hatte – und am Ende wurde er zu einem der eindrucksvollsten Erlebnisse des gesamten Urlaubs. Der buddhistische Tempel Wat Kongka Phimuk, auch einfach als Kongka Temple bekannt, liegt in der ruhigen Stadt Takua Pa in der Provinz Phang Nga, etwa eine Autostunde von Khao Lak entfernt.

Was ist Wat Kongka Phimuk?
Wat Kongka Phimuk gehört zu den ältesten Tempeln in der gesamten Region Takua Pa. Er wurde 1762 noch während der Ayutthaya-Ära gegründet, also zu einer Zeit, als Thailand eines der mächtigsten Reiche Südostasiens war. Ursprünglich hieß der Tempel einfach Wat Kong Ka. Das umliegende Gebiet war früher eine Überschwemmungsebene, die regelmäßig von Hochwasser betroffen war. Später gelang es, die Umgebung des Tempels umzugestalten und zu verbessern. In diesem Zusammenhang wurde auch der Name in Wat Kongka Phimuk geändert, um die Heiligkeit und Bedeutung dieses Ortes für die lokale Gemeinschaft besser widerzuspiegeln.
Ein wichtiger Meilenstein folgte 1996, als das thailändische Amt für Schöne Künste (Fine Arts Department) den Tempel offiziell als archäologisches Denkmal registrierte. Auf dem Gelände befindet sich der sogenannte Ubosot – die zentrale Gebetshalle –, der im südthailändischen Architekturstil erbaut und prachtvoll restauriert wurde.
Eine der größten Sehenswürdigkeiten der gesamten Anlage ist Phra That Takola – eine beeindruckende goldene Pagode mit quadratischem Grundriss. Sie wurde zu Ehren des verstorbenen Königs Rama IX. errichtet und beherbergt Reliquien Buddhas, also sterbliche Überreste, die Buddha selbst zugeschrieben werden. Dadurch ist sie ein Ort von außergewöhnlicher spiritueller Bedeutung. Neben der Pagode befindet sich außerdem eine über 100 Jahre alte Ordinationshalle, in der eine uralte heilige Buddha-Statue aufbewahrt wird, die von den Einheimischen Pho Than Chaofa genannt wird.

Wenn es so aussieht, als wäre geschlossen, obwohl es gar nicht so ist
Als wir ankamen, war unser erster Eindruck ehrlich gesagt, dass der Tempel geschlossen sei. Nirgendwo war jemand zu sehen und es gab keinen erkennbaren Eingang. Schließlich fanden wir jedoch heraus, dass man über den Bereich mit den Ständen auf das Gelände gelangt, an denen einheimische Frauen verschiedene Souvenirs, religiöse Gegenstände und Kleinigkeiten verkauften. Sie sagten uns sofort, dass die Mädchen ihre Knie bedecken mussten – keine Shorts, sondern nur Röcke oder lange Hosen. Das ist in thailändischen Tempeln üblich und wird wirklich streng eingehalten. Dort konnte man solche Stoffröcke ausleihen und sich somit direkt vor Ort angemessen kleiden.
Hinein geht es über Räucherstäbchen und Kerzen
Als wir das Gelände betraten, wurde uns als Erstes angeboten, Räucherstäbchen und Kerzen anzuzünden. In der buddhistischen Tradition hat dies eine tiefe symbolische Bedeutung – das Anzünden einer Kerze steht für das Licht der Weisheit, das die Dunkelheit der Unwissenheit vertreibt. Räucherstäbchen symbolisieren Reinheit und Hingabe. Ihr aufsteigender Duft soll daran erinnern, dass sich gutes Karma und tugendhafte Taten überall verbreiten, ähnlich wie sich ein Duft im Raum ausbreitet. Das gesamte Ritual ist eine Möglichkeit, Buddha Respekt zu erweisen und sich gleichzeitig an seine Lehren zu erinnern.

Neben den Ständen befand sich eine Art Podium mit Sesseln, das vermutlich für Meditationen oder Zeremonien bestimmt war – es sah ein wenig wie ein Bereich aus, in dem Mönche Besucher empfangen und ihnen ihren Segen erteilen. Von der Decke hingen Muscheln und verschiedene Verzierungen, während die Wände mit traditionellen buddhistischen Gemälden geschmückt waren.

Ein goldener Tempel, der einem den Atem raubt
Dann betraten wir den Hauptbereich des Tempels. Der Tempel war einfach wunderschön. Er sah aus, als wäre er vollständig aus Gold – tatsächlich handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen vergoldeten Anstrich oder um auf die Oberfläche aufgetragenes Blattgold, was in thailändischen Tempeln eine gängige Technik ist. Echtes Gold würde bei diesen Dimensionen ein Vermögen kosten, doch der Gesamteindruck ist nicht weniger überwältigend. Übrigens verwenden einige bedeutende thailändische Tempel tatsächlich echtes Gold – etwa der berühmte Wat Phra Kaew in Bangkok. Daher lässt sich auch hier an den heiligsten Stellen nicht völlig ausschließen, dass sich doch etwas echtes Gold darunter befindet.


Ich stieg die Treppe zum Haupttempel hinauf. An beiden Seiten des Eingangs standen Wächter – vergoldete Statuen mythischer Wesen namens Yaksha, die in der buddhistischen Tradition heilige Orte vor bösen Geistern schützen. Im Inneren war es noch schöner als von außen.

Was diese Buddha-Statuen bedeuten
In einem der Räume befand sich eine wunderschöne, von Blumen umgebene Anordnung von Buddha-Statuen. In der Mitte saß eine Statue des verstorbenen Abtes des Tempels, umgeben von goldenen Buddha-Statuen in verschiedenen Haltungen. In der buddhistischen Tradition hat jede Pose (die sogenannte Mudra) eine bestimmte Bedeutung:
Sitzender Buddha mit den Händen im Schoß – dies ist die sogenannte Meditationshaltung (Dhyana-Mudra), die tiefe Meditation und innere Ruhe symbolisiert. Die rechte Hand, die mit der Handfläche nach oben in der linken Hand liegt, steht für die Einheit des Geistes.
Buddha mit einer Hand, die die Erde berührt – dies ist wohl die bekannteste Geste, die Bhumisparsha-Mudra. Sie stellt den Moment dar, in dem Buddha die Erleuchtung erlangte und „die Erde als Zeugin“ seines Erwachens anrief.
Buddha mit erhobener, nach vorne gerichteter Handfläche – eine Geste des Schutzes und der Furchtlosigkeit (Abhaya-Mudra), die Mut und das Vertreiben von Angst symbolisiert.
Die Decke eines der Räume war mit einem glitzernden Spiegelmosaik bedeckt – einem typischen Element südthailändischer Tempelarchitektur, das den Eindruck eines unendlichen Raumes und einer himmlischen Sphäre erzeugen soll. Zwischen grünen, mit weiteren Spiegeln verzierten Säulen waren buddhistische Bilder angebracht, die Szenen aus dem Leben Buddhas darstellten.


Ausblick aus dem zweiten Stock und ein Hof voller Statuen
Vom oberen Stockwerk des Tempels bot sich ein absolut herrlicher Blick über den gesamten Hof. Unten verliefen weitläufige Wege, die von weiteren Statuen gesäumt waren – darunter eine große Statue des liegenden Buddhas.
Der liegende Buddha (Reclining Buddha) ist eine der ikonischsten Darstellungen im gesamten Buddhismus. Er zeigt Buddha in seinen letzten Augenblicken auf Erden, unmittelbar vor seinem Eintritt ins Parinirvana – also der endgültigen Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod. Buddha liegt auf der rechten Seite, stützt den Kopf mit der Hand und sein Gesichtsausdruck ist vollkommen ruhig und ausgeglichen. Es handelt sich nicht um Schlaf, sondern um spirituelle Ruhe, ein Symbol für die vollständige Loslösung von der materiellen Welt. Die Statue hier in Kongka Phimuk lag auf einem Sockel aus Lotusblüten, einem weiteren starken buddhistischen Symbol für Reinheit und Erleuchtung.
Im Hof standen außerdem große goldene Hahnstatuen, ein Elefantenrelief und weitere Tiermotive – all das verweist auf thailändische Volkserzählungen und die buddhistische Kosmologie, in der Tiere häufig verschiedene Tugenden symbolisieren.







Ordination von Mönchen – eine Zeremonie, die wir live miterlebten
Auf dem Gelände fand gerade eine Zeremonie statt. Wie wir herausfanden, handelte es sich höchstwahrscheinlich um die Ordination neuer Mönche – eines der bedeutendsten Rituale im thailändischen Buddhismus.
In Thailand wird erwartet, dass jeder Mann mindestens einmal in seinem Leben in ein Kloster eintritt und eine gewisse Zeit als Mönch verbringt. Dies wird Buat Phra genannt und von den meisten Thailändern als entscheidender Übergangsritus betrachtet. Es handelt sich nicht um eine lebenslange Verpflichtung – im Gegenteil, eine vorübergehende Ordination ist völlig üblich und kann von einigen Tagen bis zu drei Monaten dauern (typischerweise während der buddhistischen Fastenzeit in der Regenzeit, die Phansa genannt wird). Einige Männer bleiben länger Mönche, doch die große Mehrheit kehrt nach einiger Zeit in das normale Leben zurück.
Die Thailänder drücken es so aus, dass ein Mann, der noch nicht ordiniert wurde, „unreif“ ist – erst nach der Ordination wird er zu einem vollwertigen Erwachsenen. Ein Mann, der das Mönchsleben durchlaufen hat, erhält den Titel „Thit“. Für die Familie ist dies ein enormes Ereignis, denn man glaubt, dass der Sohn durch seine Ordination der gesamten Familie, vor allem den Eltern und insbesondere der Mutter, sehr viel Karma (gute Verdienste) bringt.
Die eigentliche Zeremonie besteht aus mehreren Phasen. Vor der Ordination wird der künftige Mönch zum sogenannten „Nak“ (abgeleitet vom Wort Naga – einer mythischen Schlange, die der Legende nach Mönch werden wollte, dies aber als Schlange nicht durfte und Buddha deshalb bat, jeden Anwärter auf das Mönchsleben nach ihr zu benennen). Dem Nak werden Kopf und Augenbrauen rasiert, was die Loslösung von den Eitelkeiten des weltlichen Lebens symbolisiert. Anschließend wird er feierlich in einer Prozession zum Tempel getragen, wo er das safranfarbene Gewand anlegt und vor der Versammlung der Mönche schwört, die 227 Regeln des Mönchsordens (Patimokkha) einzuhalten.
Und direkt neben der laufenden Zeremonie kam ein fürchterlicher Lärm aus einem angrenzenden Restaurant oder einer „Kneipe“ – ich weiß es nicht genau –, denn eine Ordination ist in Thailand zugleich ein großes Fest. Die Familie des neuen Mönchs veranstaltet ein Festmahl für die gesamte Gemeinschaft, laute Musik wird gespielt, es wird gegessen und getrunken – eben auf thailändische Art, bei der sich das Heilige mit fröhlichem Feiern vermischt.



Die ganze Zeit barfuß
Die ganze Zeit über liefen wir barfuß durch die Anlage – in thailändischen Tempeln ist es Pflicht, vor dem Betreten jedes heiligen Bereichs die Schuhe auszuziehen. Auch Hüte und Sonnenbrillen müssen abgenommen werden. Dies ist ein Zeichen des Respekts und der Demut gegenüber Buddha.

Meine persönliche Sicht auf den Buddhismus
Für mich persönlich ist der Buddhismus eine der wenigen Religionen, die wirklich zu mir passen und mit denen ich mich identifizieren kann. Ich möchte das nicht weiter ausführen, aber wenn ich mir die Geschichte verschiedener Religionen, die Kreuzzüge, Religionskriege und alles, was damit verbunden war, ansehe, wirkt es auf mich oft nur wie ein Streben nach Macht und Geld.
Der Buddhismus erscheint mir jedoch anders. Er kommt aus dem Herzen, aus der Meditation und aus der Suche nach innerer Ruhe – diesem „Seelenfrieden“. Keine Eroberungen, keine Bekehrung mit dem Schwert. Und hier in diesem Tempel, mitten in der thailändischen Natur und mit Blick auf die Berge, hatte ich das Gefühl, dass diese Menschen es ehrlich meinen. Dass es keine Verstellung und kein Schauspiel für Touristen ist. Einfach ein stiller, wunderschöner Ort, an dem man für einen Moment innehält und nachdenkt.
Praktische Informationen
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Name: Wat Kongka Phimuk (วัดคงคาภิมุข), auch Wat Kongka oder Kongka Temple
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Lage: Takua Pa, Provinz Phang Nga, etwa 1 Autostunde von Khao Lak entfernt
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Eintritt: Kostenlos (freiwillige Spenden willkommen)
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Kleiderordnung: Knie und Schultern müssen bedeckt sein, die Schuhe werden ausgezogen. Röcke können vor Ort ausgeliehen werden
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Tipp: Der Tempel wird eher selten von Touristen besucht, sodass Sie ihn in Ruhe genießen können. Mit etwas Glück erleben Sie eine Zeremonie live – wir hatten dieses Glück und es war ein unvergessliches Erlebnis
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Wissenswertes: Der Tempel ist Teil des beliebten Ausflugs „Tempel + Tsunami-Museum + Altstadt“, der von Khao Lak aus gebucht werden kann und normalerweise sonntags stattfindet



