Frauen sind den größten Risiken durch künstliche Intelligenz ausgesetzt

Frauen sind den größten Risiken durch künstliche Intelligenz ausgesetzt

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
30. 9. 2025
3 Minuten Lesezeit
Frauen sind den größten Risiken durch künstliche Intelligenz ausgesetzt

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend Teil des Alltags, doch ihr Einfluss auf den Arbeitsmarkt wirft Fragen auf. Laut einer Studie von LiveCareer UK könnte KI fast eine Million Arbeitsplätze in London beeinflussen. Dazu gehören mehr als 200.000 Telemarketing-Mitarbeiter, 150.000 Buchhalter und über 95.000 Fachkräfte für Dateneingabe. Weitere gefährdete Stellen betreffen Beschäftigte in Schnellrestaurants, Lagerarbeiter, Kassierer im Einzelhandel, Assistenten in Anwaltskanzleien und Korrekturleser.

Frauen sind in dieser Situation besonders gefährdet, da sie häufig Tätigkeiten ausüben, die sich leicht durch KI automatisieren lassen. Die Untersuchung zeigt, dass Frauen in diesen Berufen die Mehrheit stellen, was das Risiko einer Ungleichheit zwischen den Geschlechtern erhöht. Jasmine Escalera, Expertin bei LiveCareer, betont, dass Unternehmen diesen Aspekt berücksichtigen sollten, damit KI nicht zu einer größeren Kluft zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz beiträgt. Sie empfiehlt, offen mit Vorgesetzten darüber zu sprechen, wie man sich an die Veränderungen anpassen und mit KI zusammenarbeiten kann, anstatt von ihr ersetzt zu werden.

Beispiele aus Krankenhäusern

Im Queen Elizabeth Hospital in London hilft KI bereits bei der Verteilung von Medikamenten. Dort gibt ein Roboter Medikamente aus, die anschließend von Ärzten und Pflegekräften verabreicht werden. KI analysiert Daten, um den Bedarf vorherzusagen. So stellt sie beispielsweise während der winterlichen Grippesaison sicher, dass für die Atemwegsabteilung genügend Vernebler verfügbar sind. Rachel Knight, leitende Apothekerin beim Lewisham and Greenwich NHS Trust, erklärt, dass jährlich etwa 400.000 Artikel ausgegeben werden. Menschen könnten diese Muster nur schwer selbst erkennen, doch KI ist dazu in der Lage und optimiert die Lagerung von Medikamenten direkt bei den Patienten. Das erhöht die Effizienz und Sicherheit für alle.

Zeinab Hussain, Leiterin für digitale Gesundheit im selben Krankenhaus, fügt hinzu, dass KI langweilige und sich wiederholende Aufgaben übernimmt, sodass sich die Beschäftigten auf wichtigere Dinge konzentrieren können. Ihr zufolge besteht das Ziel nicht darin, die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, sondern ihre Kompetenzen für neue Aufgaben zu verbessern. Die Regierung hat KI in ihre Zehnjahresstrategie für den NHS aufgenommen, die sich auf die Schulung des Personals konzentriert. Rachel Knight absolviert selbst einen Digitalkurs, um ihr Team in den kommenden Jahren durch diese Veränderungen führen zu können.

Roboter kümmert sich um Medikamentenvorräte

Situation in anderen Branchen

Im Bankensektor und in der City setzt sich KI schnell durch, was sich auf Berufseinsteiger in Bürotätigkeiten auswirkt. Laut dem Beratungsunternehmen McKinsey ist die Zahl der Stellenanzeigen für durch KI gefährdete Positionen gegenüber der Situation vor drei Jahren um 38 % gesunken. Insgesamt ging die Zahl der Stellenangebote zwischen Mai und Juli im Vergleich zum gleichen Zeitraum vor drei Jahren um 31 % zurück. Unternehmen wie Amazon, JP Morgan, Microsoft und Ford erwarten, dass KI zahlreiche Stellen beeinflussen wird. Jim Farley, Vorstandsvorsitzender von Ford, prognostiziert, dass KI die Hälfte der Büroangestellten in den USA ersetzen könnte.

Im Technologiesektor, etwa bei Snap, dem Unternehmen hinter der App Snapchat, wird KI kreativ eingesetzt. Ein Sommerworkshop in Zusammenarbeit mit dem Royal College of Art ermöglichte jungen Menschen, mit erweiterter Realität zu experimentieren und mithilfe von KI Umgebungen zu gestalten. Arron, Student für Grafikdesign am Central St Martins, sagt, Designer sollten KI als hilfreiches Werkzeug und nicht als Bedrohung betrachten. Qi Pan, Leiter für Computer Vision bei Snap, stimmt dem zu und erklärt, dass KI die Entwicklung von Ideen beschleunigt und die Produktivität steigert, anstatt Arbeitsplätze wegzunehmen.

Weitere Forschungsergebnisse

Weitere Erkenntnisse bestätigen, dass Frauen überwiegend in Bereichen wie administrativer Unterstützung, Kundenservice, Einzelhandel, Rechnungsstellung und Dateneingabe tätig sind, die sich leicht durch KI automatisieren lassen. Dadurch steigt für Frauen im Vergleich zu Männern das Risiko, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Andererseits kann KI in Ländern mit einem höheren Bildungsniveau von Frauen und einer stärkeren Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, wie etwa in Europa, zu einem Anstieg der weiblichen Beschäftigung in qualifizierten Berufen führen. Frauen wechseln in Bereiche wie Datenanalyse oder KI-Überwachung, sofern sie die erforderlichen Kompetenzen erwerben.

Um eine Verschärfung der Ungleichheiten zu verhindern, sind Schulungen in digitalen Kompetenzen, Mentoring und Maßnahmen gegen Vorurteile in KI-Systemen wichtig. Andernfalls könnten die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Löhnen und beruflicher Stellung zunehmen. In einigen Fällen hilft KI dabei, Risiken früher zu erkennen, was langfristig zu besseren Ergebnissen führt.

Quelle: bbc.com

Kategorie:KI
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