Die Europäische Union hat beschlossen, ihre Position im Bereich der künstlichen Intelligenz zu stärken, indem sie bis zu fünf große Zentren errichtet. Diese Einrichtungen werden dazu dienen, sehr komplexe Modelle künstlicher Intelligenz zu trainieren, die enorme Rechenkapazitäten benötigen. Jede Gigafabrik wird mit etwa 100.000 hochmodernen Chips ausgestattet, die speziell für künstliche Intelligenz entwickelt wurden. Das ist ungefähr viermal so viel wie in derzeitigen vergleichbaren Einrichtungen in Europa. Diese Initiative knüpft an die 19 bereits bestehenden KI-Fabriken an, die in Europa mit Unterstützung von EU-Mitteln aufgebaut werden.
Ziel ist es, Europas Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern und lokale Innovationen zu stärken. Diese Gigazentren werden die Entwicklung von Modellen ermöglichen, die Fortschritte in der Medizin, bei sauberen Technologien oder in der Weltraumforschung bringen können. In der Medizin könnten sie beispielsweise bei der Entwicklung neuer Medikamente helfen, Lösungen für den Umweltschutz ermöglichen und im Weltraumbereich die Verarbeitung von Satellitendaten und Ähnlichem verbessern.
Finanzierung
Die Europäische Kommission hat über ihr InvestAI-Programm 20 Milliarden Euro bereitgestellt, was umgerechnet etwa 500 Milliarden CZK entspricht. Dieser Betrag soll den Bau von Gigazentren an bis zu fünf Standorten in der EU finanzieren. Die Europäische Investitionsbank (EIB) erwägt, zusätzliche Darlehen bereitzustellen, um private Investoren anzuziehen und sicherzustellen, dass die Projekte über ausreichende finanzielle Mittel verfügen.
Diese Zusammenarbeit zwischen der EIB und der Europäischen Kommission ist Teil eines größeren Plans namens TechEU. Dieses Programm soll bis 2027 insgesamt 250 Milliarden Euro, also etwa 6,25 Billionen CZK, zur Förderung von Innovationen in Europa mobilisieren. Die von Präsidentin Nadia Calviño geleitete EIB-Gruppe bietet nicht nur Finanzmittel, sondern über die InvestEU-Plattform auch Beratung an, um Ideen in konkrete Projekte umzusetzen.
Nadia Calviño sagte dazu: „Europa ist eine technologische Großmacht. Wenn wir den Bau wichtiger KI-Gigazentren unterstützen, schaffen wir mehr Rechenleistung und damit die Voraussetzungen für erfolgreiche Innovationen.“
Die Idee hinter den Gigazentren
Hinter dem Projekt stehen Schlüsselfiguren wie Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie. Sie betonte: „Künstliche Intelligenz wird unsere Forschung und Innovation voranbringen und unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken. Wir mobilisieren Kapital in beispiellosem Umfang für europäische KI-Gigafabriken, damit unsere Unternehmen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hochmoderne große Modelle entwickeln können, die Europa zu einem Kontinent der künstlichen Intelligenz machen.“
Diese Gigazentren werden europäischen Start-ups, Forschenden und der Industrie zur Verfügung stehen und somit sowohl kleinen Unternehmen als auch großen Konzernen helfen. Start-ups im Bereich der künstlichen Intelligenz erhalten Zugang zu enormer Rechenleistung, die sie sich allein nicht leisten könnten. All dies soll sicherstellen, dass Europa nicht von Chips und Technologien aus den USA oder Asien abhängig ist.
Auswirkungen auf die EU
Für die Menschen in Europa bedeutet dies, dass sie über eigene Werkzeuge zur Entwicklung künstlicher Intelligenz verfügen werden, was zu besseren Anwendungen im Alltag führen könnte. Stellen Sie sich schnellere Krankheitsdiagnosen dank KI in Krankenhäusern oder intelligentere Systeme zum Schutz der Umwelt vor. Darüber hinaus werden die Gigazentren Arbeitsplätze im Technologiesektor schaffen und die Wirtschaft der EU stärken.
Das gesamte Projekt ist Teil umfassenderer Bemühungen der EU, wie etwa des Gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen (GU EuroHPC), das bereits 19 kleinere bestehende Zentren unterstützt. Die EIB-Gruppe, zu der die Europäische Investitionsbank und der Europäische Investitionsfonds gehören, unterzeichnete 2024 Finanzierungsvereinbarungen über fast 89 Milliarden Euro für mehr als 900 Projekte. Dieser neue Plan für KI-Gigazentren fügt sich somit in die langfristige Strategie der EU für die digitale und technologische Entwicklung ein.
Quelle: eib.org



