Das Unternehmen Micron Technology, das als führend im Bereich innovativer Speicher- und Datenspeicherlösungen gilt, hat soeben angekündigt, den Verkauf seiner Crucial-Produkte für herkömmliche Verbrauchercomputer einzustellen. Das bedeutet, dass diese Speicher- und Datenspeicherprodukte, die bislang weltweit im Einzelhandel, online oder bei Distributoren erhältlich waren, bald nicht mehr verfügbar sein werden. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die enorme Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherlösungen aufgrund künstlicher Intelligenz (KI) in Rechenzentren steigt. Micron plant, Crucial-Produkte nur noch bis zum Ende seines zweiten Geschäftsquartals, also bis Februar 2026, über Verbraucherkanäle auszuliefern. Das Unternehmen verspricht, während dieses Übergangs mit Partnern und Kunden zusammenzuarbeiten und weiterhin Garantieleistungen sowie Support für alle Crucial-Produkte bereitzustellen.
Der Grund: Enorme Nachfrage nach Speicher für KI
Der Hauptgrund für diese Entscheidung ist das massive Wachstum im Bereich KI-gestützter Rechenzentren, das zu einer Verknappung von Speicher- und Datenspeicherprodukten führt. Sumit Sadana, Executive Vice President und Chief Business Officer bei Micron Technology, erklärte, dass sich das Unternehmen entschieden habe, das Crucial-Verbrauchergeschäft aufzugeben, um die Versorgung seiner größeren und strategisch wichtigen Kunden in schnell wachsenden Segmenten besser sicherstellen zu können. Ihm zufolge ist Crucial eine Marke, die dank Millionen von Kunden, Hunderten von Partnern und den Teams bei Micron, die sie in den vergangenen 29 Jahren unterstützt haben, zu einem Symbol für technische Qualität, Zuverlässigkeit und Innovation bei Speicher- und Datenspeicherlösungen geworden ist. Diese Neuausrichtung ermöglicht es Micron, sich auf langfristiges Wachstum in den Bereichen zu konzentrieren, in denen das Unternehmen das größte Potenzial sieht, etwa bei weltweit vertriebenen Enterprise- und kommerziellen Produkten.
Große Auswirkungen auf den Verbrauchermarkt
Micron ist der einzige US-amerikanische Anbieter fortschrittlicher Speicherlösungen und konkurriert mit Unternehmen wie SK Hynix und Samsung im Bereich High-Bandwidth Memory (Hochgeschwindigkeitsspeicher), der für KI-Chips entscheidend ist. Nvidia-Chips wie der GB200 benötigen beispielsweise 192 GB dieses Speichers pro Prozessor, während Googles Ironwood TPU dieselbe Menge erfordert. Der AMD-MI350-Chip verfügt sogar über 288 GB High-Bandwidth Memory, was bei KI-Anwendungen einen Leistungsvorteil bietet. Herkömmliche Verbrauchergeräte wie Laptops verwenden dagegen häufig nur 16 GB Speicher mit niedrigeren Spezifikationen. Micron liefert Speicher für AMD und erzielte im Augustquartal mit High-Bandwidth Memory einen Umsatz von fast 2 Milliarden Dollar (rund 47 Milliarden Kč), was auf ein jährliches Tempo von etwa 8 Milliarden Dollar (rund 188 Milliarden Kč) hindeutet. Im letzten Quartal stiegen die Umsätze mit Cloud-Speicher gegenüber dem Vorjahr um 213 %.
Das Unternehmen versucht, die Auswirkungen auf seine Beschäftigten zu minimieren, indem es ihnen den Wechsel auf bestehende offene Stellen innerhalb des Unternehmens anbietet. Die Micron-Aktie (Nasdaq: MU) ist in diesem Jahr um 175 % gestiegen, fiel nach der Ankündigung jedoch um 3 % und später im Nachmittagshandel um weitere 2,6 %. Analysten von Goldman Sachs erhöhten ihr Kursziel für die Aktie kürzlich von ursprünglich 180 Dollar (rund 4230 Kč) auf 205 Dollar (rund 4810 Kč), wobei sie aufgrund steigender Speicherpreise positive Ergebnisse erwarten. Micron plant, seine Quartalsergebnisse in zwei Wochen zu veröffentlichen.
Micron konzentriert sich nun vollständig auf seine Kerngeschäftsfelder wie leistungsstarke DRAM-, NAND- und NOR-Speicher, die die Datenwirtschaft von Rechenzentren bis hin zu intelligenten Geräten antreiben. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Boise im US-Bundesstaat Idaho, und seine Innovationen fördern Fortschritte bei KI und rechenintensiven Anwendungen.
Quellen: cnbc.com und reuters.com



