Elon Musk verschiebt Grok 5 auf nächstes Jahr

Elon Musk verschiebt Grok 5 auf nächstes Jahr

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
19. 11. 2025
4 Minuten Lesezeit
Elon Musk verschiebt Grok 5 auf nächstes Jahr

Elon Musk, Gründer des Unternehmens xAI, verriet in einem exklusiven Gespräch mit Ron Baron von Baron Capital, dass sich die Veröffentlichung der neuen Version der künstlichen Intelligenz Grok 5 auf das erste Quartal 2026 verschiebt. Dieses Modell soll beeindruckende 6 Billionen Parameter besitzen, eine enorme Zahl, die große Fortschritte beim Verhalten von KI ermöglichen könnte. Musk schätzt, dass Grok 5 eine Wahrscheinlichkeit von etwa 10 % hat, das Niveau einer allgemeinen künstlichen Intelligenz (AGI) zu erreichen. Damit ist ein System gemeint, das in unterschiedlichen Situationen ähnlich wie ein Mensch denken und Entscheidungen treffen könnte. Das Gespräch fand am 14. November statt und wurde auf der Plattform X gestreamt. Dort sprach Musk darüber, wie xAI auf Daten aus der realen Welt aufbaut, was seiner KI einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft.

In diesem Gespräch erklärte Musk, warum sich xAI auf die Verbindung der physischen und der digitalen Welt konzentriert. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die ausschließlich mit digitalen Daten arbeiten, nutzt xAI Informationen aus den realen Interaktionen von 600 Millionen Nutzern auf der Plattform X. Dadurch kann Grok mit aktuellen Daten aus der physischen Welt trainiert werden, was zu einem besseren Verständnis komplexer Aufgaben führen könnte. Musk erwähnte, dass xAI später als die Konkurrenz angefangen habe, nämlich vor etwa zweieinhalb Jahren. Dank des hohen Tempos und einzigartiger Ansätze hole das Unternehmen jedoch schnell auf. Beispielsweise wurde das Superrechenzentrum Colossus errichtet, das viermal größer als jede andere vergleichbare Anlage weltweit ist und über Zehntausende GPUs (Grafikprozessoren) für Berechnungen verfügt.

Der neue KI-Chip A15

Eine weitere große Neuigkeit aus dem Gespräch ist der A15-Chip, den Tesla für die Inferenz in der KI entwickelt (das ist der Prozess, bei dem eine KI erlerntes Wissen auf neue Daten anwendet). Musk erklärte, dass dieser Chip eine zwei- bis dreimal höhere Leistung als die Chips von NVIDIA bieten werde, dabei aber nur ein Zehntel kosten solle. Zudem ist er auf einen niedrigen Energieverbrauch ausgelegt, was für Anwendungen wie das autonome Fahrsystem FSD in Tesla-Fahrzeugen oder die Optimus-Roboter entscheidend ist. Musk wird die Entwicklung des A15 persönlich überwachen. Er sieht in diesen Chips eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von externen Lieferanten zu verringern und den Fortschritt in der KI zu beschleunigen.

Musk sprach außerdem über Pläne für eine eigene riesige Wafer-Fabrik (Wafer sind dünne Siliziumscheiben für Chips). Ziel ist es, sie innerhalb von ein bis zwei Jahren zu errichten und anschließend kontinuierlich zu erweitern, damit sie innerhalb von drei Jahren 10 bis 20 Milliarden KI-Chips liefern kann. Dies könnte die Verfügbarkeit von Hardware für künstliche Intelligenz grundlegend verändern, denn derzeit wird der Markt durch die Kapazitäten von Unternehmen wie NVIDIA begrenzt. Jensen Huang, der Chef von NVIDIA, soll von der Geschwindigkeit beeindruckt gewesen sein, mit der xAI seine Anlagen errichtet, und gesagt haben, dass nur Musk so etwas schaffen könne.

Verbindung von KI mit Robotik und Neuralink

Musk ging auch darauf ein, wie KI wie Grok 5 mit anderen Projekten zusammenhängt. So könnte der Roboter Optimus beispielsweise A15-Chips nutzen, um sich besser zu bewegen und Entscheidungen zu treffen. Sobald eine jährliche Produktion von einer Million Einheiten erreicht ist, würden die Kosten für einen Optimus auf 20.000 bis 30.000 Dollar sinken (das entspricht etwa 460.000 bis 690.000 Kč). Darin sind Material und Arbeit enthalten; Musk hält dies für eine konservative Schätzung.

Interessant ist die Verbindung zu Neuralink, wo bereits mehr als zehn gelähmten Patienten ein Gerät implantiert wurde. Sie können nun in Echtzeit kommunizieren, fast so schnell, wie wir gerade sprechen. Musk beschrieb, wie sich Beine von Optimus mit Neuralink verbinden ließen. Dadurch könnten Menschen mit Behinderungen schneller laufen als gesunde Menschen, und das zu einem Preis von rund 60.000 Dollar (etwa 1.380.000 Kč). Dies würde Menschen mit Behinderungen Superkräfte verleihen, ähnlich wie in der alten Fernsehserie „Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann“.

Hintergrund von xAI und Streit mit OpenAI

Musk erklärte, warum er nach seinem Ausscheiden bei OpenAI xAI gründete. Ursprünglich hatte er an der Gründung von OpenAI als gemeinnütziger Organisation mitgewirkt, um den Einfluss von Google auszugleichen, wo Larry Page seiner Ansicht nach die Risiken von KI unterschätzte. Musk stellte das gesamte Startkapital bereit, warb Talente wie Ilya Sutskever an und vermittelte sogar die Zusammenarbeit mit Microsoft und Satya Nadella. Als OpenAI in ein gewinnorientiertes Unternehmen umgewandelt wurde, ging Musk, weil dies der ursprünglichen Idee widersprach. Auch das Angebot einer Beteiligung lehnte er ab, da er dies für moralisch falsch hielt.

Heute baut xAI auf dem Open-Source-Erbe auf, ähnlich wie das ältere Modell Galactica. Musk betonte, dass xAI bei der Entwicklungsgeschwindigkeit sowie beim Zugang zu Talenten und Hardware im Vorteil sei. Tesla und SpaceX seien beispielsweise die größten industriellen Erfolgsgeschichten in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg, was beim Aufbau der KI-Infrastruktur helfe.

Quellen: theinformation.com

Kategorie:KI
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