Das für seine Claude-KI-Modelle bekannte Unternehmen Anthropic beschleunigt seine internationale Expansion. Es plant, im nächsten Jahr ein Büro in Indien zu eröffnen, genauer gesagt in Bengaluru. Dies wird nach Tokio seine zweite Niederlassung in Asien sein. Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Indien bei der Nutzung von Claude direkt hinter den Vereinigten Staaten an zweiter Stelle steht, vorwiegend für technische Aufgaben und Programmierung, etwa für die Entwicklung mobiler Benutzeroberflächen oder das Debugging von Webanwendungen.
Der CEO von Anthropic, Dario Amodei, besucht diese Woche Indien, um sich mit Regierungsvertretern und Unternehmenspartnern zu treffen. Laut einem Blogbeitrag des Unternehmens vom vergangenen Mittwoch soll dies dazu beitragen, das Engagement in der Region zu vertiefen. Dario betonte, dass Indien aufgrund seines enormen Pools an technischen Talenten und der Bemühungen der Regierung attraktiv sei, sicherzustellen, dass die Vorteile künstlicher Intelligenz alle Teile der Gesellschaft erreichen. Das Unternehmen sieht eine Übereinstimmung zwischen den Herausforderungen, vor denen Indien steht, und seiner eigenen Mission, darunter der Einsatz künstlicher Intelligenz in verschiedenen Sprachen und Kontexten sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine verantwortungsvolle Steuerung.
Schwerpunkt des neuen Büros
Das neue Büro in Bengaluru wird sich auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zum gesellschaftlichen Wohl in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen und Landwirtschaft konzentrieren. Anthropic plant, wichtige Branchen durch strategische Partnerschaften mit indischen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und Start-ups zu unterstützen. Diese Initiative könnte das Wachstum im exportorientierten indischen Informationstechnologiesektor beschleunigen.
Laut einem aktuellen Bericht des Unternehmens zum Wirtschaftsindex ist Indien bei der Nutzung von Claude für technische Aufgaben und Programmieraufgaben führend. Große indische Unternehmen wie CRED setzen bei ihrer zentralen Programmierarbeit auf Claude. Die Nutzung von Claude Code stieg in den ersten drei Monaten nach seiner Einführung im Mai um mehr als das Zehnfache, was auf das Potenzial für eine deutliche Beschleunigung in der indischen IT-Branche hindeutet.
Sprachunterstützung und Führung
Anthropic investiert in die Verbesserung der Fähigkeiten von Claude in indischen Sprachen. Das Modell unterstützt bereits die wichtigsten indischen Sprachen und wird bald eine bessere Leistung in Hindi und weiteren Sprachen bieten, darunter Bengalisch, Marathi, Telugu, Tamil, Panjabi, Gujarati, Kannada, Malayalam und Urdu. Diese Verbesserungen werden die Akzeptanz im öffentlichen Sektor erhöhen und einen breiteren Zugang zu künstlicher Intelligenz in ganz Indien ermöglichen.
Im vergangenen Monat stellte das Unternehmen Chris Ciauri, einen ehemaligen Manager von Google Cloud, ein, um die internationale Expansion zu leiten. Der Chief Commercial Officer von Anthropic, Paul Smith, merkte an, dass die Expansion zu einem entscheidenden Zeitpunkt erfolge, an dem indische Unternehmen und Start-ups nach vertrauenswürdigen Modellen künstlicher Intelligenz suchen. Diese Systeme müssen hohe Leistung mit Sicherheit und Zuverlässigkeit verbinden, um wichtige Abläufe in großem Maßstab zu unterstützen.
Wettbewerb auf dem Markt
Anthropic konkurriert mit seinem Rivalen OpenAI um Kunden außerhalb der Vereinigten Staaten. OpenAI unterhält bereits Büros in Tokio, Singapur und Seoul im asiatisch-pazifischen Raum und kündigte im August Pläne zur Eröffnung von Niederlassungen in Delhi und Sydney an. Dieser Wettlauf unterstreicht die wachsende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz in Indien, wo mehr als 90 % der Beschäftigten KI-Tools nutzen – der höchste Anteil weltweit.
Das Unternehmen betont, dass es bei seiner Präsenz in Indien nicht nur um den Zugang zu Talenten gehe, sondern auch darum, zur Gestaltung der KI-Infrastruktur und verantwortungsvoller Praktiken im Land beizutragen.
Quellen: anthropic.com, theinformation.com



