Google erkannte früh, dass Videos sein Suchgeschäft stärken könnten, und startete daher 2005 den Dienst Google Video. Dieser konzentrierte sich auf Vereinbarungen mit der Unterhaltungsindustrie über zweitklassige Inhalte und war zu vorsichtig hinsichtlich dessen, was Nutzer hochladen durften. Das Projekt scheiterte. Unterdessen erlebte ein kleines Startup mit einer Handvoll Mitarbeitern, die über einer Pizzeria im kalifornischen San Mateo arbeiteten, einen explosionsartigen Aufstieg, weil es jedem ermöglichte, seine lustigen Videos hochzuladen, ohne sich allzu große Gedanken über Urheberrechte machen zu müssen. Im Jahr 2006 kaufte Google das damals ein Jahr alte Unternehmen für 1,65 Milliarden Dollar. Obwohl der Kaufpreis eine Milliarde Dollar über dem geschätzten Wert lag, erwies sich dies als eine der besten Übernahmen aller Zeiten. YouTube wurde zur wohl erfolgreichsten Videoplattform der Welt. Heute ist die Plattform bei Musik und Podcasts führend, wobei mehr als die Hälfte der Wiedergaben auf Bildschirmen in Wohnzimmern erfolgt. Seit 2021 hat sie über 100 Milliarden Dollar an Kreative ausgezahlt, also rund 2,3 Billionen CZK. Einer im Magazin Variety zitierten Schätzung der Analysten von MoffettNathanson zufolge könnte YouTube heute einen Wert von 550 Milliarden Dollar haben, wenn es ein eigenständiges Unternehmen wäre.
Neue KI-Tools für Kreative
YouTube führt in diesem Jahr eine Reihe von auf künstlicher Intelligenz basierenden Tools ein, die Kreative in jeder Phase der Inhaltserstellung unterstützen. So ermöglicht beispielsweise die Integration des Modells Veo 3 Fast von Google DeepMind, hochwertige Kurzvideos allein anhand von Textbeschreibungen zu erstellen. Dieses Tool verbessert die Bildschärfe und die Genauigkeit bei der Umsetzung der eingegebenen Anweisungen und ist in Ländern wie den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien kostenlos verfügbar. Eine weitere Funktion, Edit with AI, ordnet Rohmaterial automatisch zu Videoentwürfen an, fügt Musik und Übergänge hinzu und generiert Sprachkommentare in Sprachen wie Englisch oder Hindi. Dieses Tool befindet sich in ausgewählten Märkten in der Pilotphase und soll künftig ausgeweitet werden.
Zu den weiteren Neuerungen gehört Speech to Song, das gesprochene Dialoge in Videos in Musikstücke umwandelt, insbesondere für Kurzvideos, und vom DeepMind-Modell Lyria 2 angetrieben wird. Kreative können außerdem Bewegungseffekte und künstlerische Filter hinzufügen, die Inhalte animieren oder Objekte in Kurzvideos einfügen – diese Möglichkeiten gehen derzeit in die Testphase. Für internationale Inhalte steht Auto-Dubbing mit Lippensynchronisation zur Verfügung, das dafür sorgt, dass synchronisierte Tonspuren in verschiedenen Sprachen natürlich wirken; diese Funktion wird derzeit nur eingeschränkt getestet.
Verbesserungen bei Entdeckung und Interaktion
Die Plattform führt Änderungen bei der Entdeckung von Inhalten ein, etwa KI-Übersichten in den Suchergebnissen, die Zusammenfassungen von Videos erstellen. Die dialogbasierte Suche ermöglicht es, Fragen zu stellen und Vorschläge für relevante Videos zu erhalten, wodurch die Funktionen einer Suchmaschine mit denen eines Videoportals verbunden werden. In YouTube Studio gibt es nun den Tab Inspiration, der Ideen für Inhalte vorschlägt, sowie die Funktion Hype, mit der Zuschauer Videos direkt bewerben und ihnen so zu einer größeren Reichweite verhelfen können. Trends werden in „Charts“ umgewandelt, die Trends nach Kategorien wie Musik, Podcasts oder Filme gliedern.
Für Livestreams kommen KI-generierte Highlights, die Möglichkeit, auf andere Streams zu reagieren, sowie die gleichzeitige Übertragung in verschiedenen Formaten hinzu. Diese Verbesserungen richten sich an kleinere Kreative und sollen das Wachstum von Live-Inhalten fördern. Darüber hinaus fungiert das Tool Ask Studio in YouTube Studio als dialogbasierter Assistent, der Statistiken analysiert, die Publikumsinteraktion erklärt und Ideen für weitere Videos vorschlägt. Kreative können bis zu fünf Mitwirkende in einem Video markieren, was die Sichtbarkeit bei unterschiedlichen Zielgruppen erhöht.
Schutz von Inhalten und Monetarisierung
YouTube erweitert seine Tools zur Ähnlichkeitserkennung, die Kreativen dabei helfen, durch künstliche Intelligenz erzeugte Inhalte nachzuverfolgen und zu verwalten, um Bedenken hinsichtlich Authentizität und Deepfakes zu begegnen. Zur Optimierung dient das A/B-Testing von bis zu drei Varianten von Titeln und Vorschaubildern für lange Videos, was zur Steigerung der Reichweite beiträgt. Die Plattform hat in den vergangenen vier Jahren über 100 Milliarden Dollar an Kreative ausgezahlt.
Quelle: wired.com



