Wie KI hilft, seltene Vögel in Neuseeland zu schützen

Wie KI hilft, seltene Vögel in Neuseeland zu schützen

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
22. 9. 2025
4 Minuten Lesezeit
Wie KI hilft, seltene Vögel in Neuseeland zu schützen

Wie KI zum Schutz seltener Vögel in Neuseeland beiträgt

Neuseeland hat sich einer gewaltigen Aufgabe gestellt: Bis 2050 will das Land invasive Raubtiere, die einheimische Vögel bedrohen, vollständig beseitigen. Dazu gehören Arten wie der Kakapo, ein schwerer, flugunfähiger Papagei, oder die Takahē, ein großer Vogel mit rotem Schnabel und blauem Gefieder. Diese Vögel werden von Tieren bedroht, die vom Menschen eingeschleppt wurden, darunter Ratten, Wiesel, Frettchen und Hermeline. Das Land plant, Millionen dieser Raubtiere zu beseitigen – das weltweit größte Projekt seiner Art. Dafür sind neue Technologien erforderlich, darunter künstliche Intelligenz, die in automatischen Fallen und bei der genetischen Forschung zum Einsatz kommt. Die Gesamtkosten für die Beseitigung der Raubtiere werden auf mehr als 100 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt.

KI in automatischen Fallen

Im Kampf gegen Raubtiere spielen intelligente Fallen, die künstliche Intelligenz nutzen, eine entscheidende Rolle. Beim Halo Project, bei dem Jonah Kitto-Verhoef als Manager arbeitet, werden beispielsweise Fallen mit Kameras eingesetzt, die Tiere identifizieren. Diese Fallen stellen sich nach dem Auslösen selbstständig zurück und geben einen Köder wie Mayonnaise frei, der beispielsweise Possums anlockt. Die künstliche Intelligenz analysiert das Kamerabild und löst die Falle nur dann aus, wenn sie eine Zielart wie ein Possum oder einen Hermelin erkennt. Das spart Zeit und Geld, da die Fallen nicht ständig von Menschen kontrolliert werden müssen. Kitto-Verhoef erklärt, dass solche Geräte dabei helfen, effizienter zu überwachen, was gefangen wird, und die Gesamtstrategie zu verbessern. Ähnliche Fallen entwickelt auch das Unternehmen NZ Auto Traps, dessen KI-gestütztes Modell AT520 Arten unterscheidet und sie aus der Ferne überwacht.

Ein weiteres Beispiel stammt vom Cacophony Project, bei dem künstliche Intelligenz Aufnahmen von Infrarotkameras in Wäldern verarbeitet. Sie identifiziert und zählt automatisch Raubtiere wie Possums oder Hermeline und ermöglicht dadurch eine schnelle Reaktion. Diese Technologie reduziert den Bedarf an manuellen Kontrollgängen und trägt dazu bei, Vögel in weitläufigen Gebieten zu schützen. In Kombination mit Drohnen zur Wärmeerkennung werden die Fallen noch präziser.

Kakapo

Überwachung bedrohter Vögel

Für bestimmte Arten wie den Kākāpō hat das Naturschutzministerium eine Datenbank mit digitalen Zwillingen eingerichtet. Jeder Vogel trägt einen Funksender, und künstliche Intelligenz analysiert seinen einzigartigen Ruf und seinen Standort. Dies hilft dabei, den Gesundheitszustand, die Bewegungen und die Bedürfnisse einzelner Vögel zu überwachen, was einen gezielten Schutz erleichtert. In Schutzprogrammen auf raubtierfreien Inseln nimmt die Kakapo-Population dadurch beispielsweise zu. Anwendungen wie Cacophonometer ermöglichen es der Bevölkerung, Vogelstimmen aufzunehmen, die anschließend von künstlicher Intelligenz analysiert werden. Dies fördert die landesweite Beteiligung am Naturschutz.

Genetische Forschung mit Unterstützung künstlicher Intelligenz

Neben Fallen konzentriert sich Neuseeland auch auf die Genetik. An der Universität Otago, an der Tim Hore arbeitet, wurde das Genom des Possums sequenziert. Dies ebnet den Weg für Giftstoffe, die nur auf bestimmte Arten wirken, sowie für genetische Veränderungen wie den Gene Drive. Dieser könnte dafür sorgen, dass nur noch männliche Tiere geboren werden, wodurch die Population der Raubtiere allmählich zurückgehen würde. Künstliche Intelligenz hilft dabei, Gene zu kartieren und die Auswirkungen vorherzusagen. Brent Beaven vom Naturschutzministerium betont, dass diese Instrumente die Kosten senken und die Erfolgsaussichten erhöhen. Allerdings werden auch Risiken diskutiert, etwa die Gefahr, dass genetisch veränderte Tiere nach Australien gelangen, wo Possums geschützt sind.

Takahē

Hindernisse und Erfolge im Naturschutz

In Ökoreservaten wie dem Orokonui Ecosanctuary, in dem Madison Kelly arbeitet, leben Takahēs und Kakapos hinter hohen Zäunen, die Raubtiere fernhalten. Diese Gebiete sind voller Vögel, darunter der Tūī mit seinem ungewöhnlichen Ruf. Kelly, die Māori-Wurzeln hat, sieht darin auch eine kulturelle Bedeutung, da auf diese Weise Schätze wie Taoka geschützt werden. Dennoch gelangen auch hier gelegentlich Raubtiere hinein, etwa nach einem Schneesturm, als Hermeline Vögel töteten. Künstliche Intelligenz hilft bei der Überwachung der Zäune und ermöglicht ein schnelles Eingreifen.

In Programmen wie dem Takahē Recovery Program, in dem Glen Greaves Takahē-Eier kontrolliert, wächst die Population dank gezielter Zucht. Ausgehend von einer kleinen Gruppe, die 1948 entdeckt wurde, gibt es heute mehr als 500 Vögel. Raubtiere wie Hermeline stellen die größte Bedrohung dar, da sie Nester angreifen. Künstliche Intelligenz in Fallen und Sensoren, wie dem PAWS Pest Identification Sensor Pad, das Spuren analysiert, hilft dabei, das Eindringen von Raubtieren schnell zu erkennen.

Insgesamt ermöglichen diese Technologien Neuseeland, seine Vögel effizienter zu schützen. Projekte wie Predator Free 2050 verbinden künstliche Intelligenz mit traditionellem Wissen und könnten damit als Vorbild für den Schutz bedrohter Arten in anderen Teilen der Welt dienen. Menschen wie Greaves und Kitto-Verhoef halten dies für notwendig, da die einheimischen Vögel ohne Eingriffe aussterben würden.

Quelle: www.npr.org

Kategorie:KI
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