Werbung kommt zu ChatGPT: OpenAI erwägt neue Einnahmequelle

Werbung kommt zu ChatGPT: OpenAI erwägt neue Einnahmequelle

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
26. 6. 2025
3 Minuten Lesezeit
Werbung kommt zu ChatGPT: OpenAI erwägt neue Einnahmequelle

Werbung kommt zu ChatGPT: OpenAI erwägt eine neue Einnahmequelle

Ende Juni 2025 steht fest, dass die Diskussion über Werbung in ChatGPT nicht mehr nur theoretischer Natur ist. Sam Altman und sein Team ändern schrittweise ihren Ansatz zur Monetarisierung ihres bekanntesten Produkts.

Altmans veränderte Haltung zur Werbung

Sam Altmans Haltung zur Werbung in ChatGPT hat sich deutlich gewandelt. Während er Werbung 2024 an der Harvard Business School als „letzte Möglichkeit“ für OpenAI bezeichnete – einen Weg, den er vermeiden wollte –, wurde seine Haltung allmählich offener.

Bereits im März 2025 räumte er in einem Interview ein: „Vielleicht gibt es eine geschmackvolle Möglichkeit, wie wir Werbung machen können, aber ich weiß nicht, wie.“

Zuletzt äußerte sich Altman im offiziellen Podcast von OpenAI noch offener: „Bislang haben wir kein Werbeprodukt entwickelt. Irgendwie ... glaube ich, dass ich nicht völlig dagegen bin. Ich kann auf Bereiche verweisen, in denen mir Werbung gefällt. Ich finde, die Werbung auf Instagram ist ziemlich cool. Ich habe darüber eine Menge Dinge gekauft. Aber mir ist bewusst, dass es sehr schwierig wäre ... ich denke, es würde viel Sorgfalt erfordern, um es richtig zu machen.“

Finanzieller Druck und Betriebskosten

Der Betrieb von ChatGPT kostet Berichten zufolge mehr als 3 bis 4 Milliarden US-Dollar jährlich. Obwohl OpenAI im März 2024 die Rekordsumme von 40 Milliarden US-Dollar erhielt – die größte private Finanzierungsrunde in der Geschichte der Technologiebranche –, gefolgt von 6,6 Milliarden US-Dollar von Microsoft und Nvidia im Oktober 2024, bleibt der Bedarf an nachhaltigen Einnahmen entscheidend. Den verfügbaren Daten zufolge hat ChatGPT 20 Millionen Abonnenten, und OpenAI prognostiziert für 2025 einen Umsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar. Kürzlich erhielt das Unternehmen zudem einen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums im Wert von 200 Millionen US-Dollar.

Risiken der Integration von Werbung

Die Einführung von Werbung in ChatGPT bringt mehrere grundlegende Probleme mit sich, die OpenAI lösen muss. Werbung kann den natürlichen Gesprächsverlauf stören und die Interaktion für Nutzer weniger flüssig und lästiger machen. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Datenschutzbedenken – Werbung könnte auf Grundlage der Gesprächsinhalte personalisiert werden, was Fragen hinsichtlich der Nutzung von Benutzerdaten ohne deren ausdrückliche Zustimmung aufwirft. Dies kann zu einem Vertrauensverlust bei den Nutzern führen. Außerdem besteht das Risiko der Voreingenommenheit, da die Finanzierung durch Werbetreibende beeinflussen könnte, welche Produkte oder Dienstleistungen beworben werden, was die Objektivität und Glaubwürdigkeit der bereitgestellten Antworten untergraben könnte.

OpenAI ist nicht das einzige Unternehmen, das Werbung in KI-Chatbots erwägt. Google experimentiert bereits mit nativer Werbung in Gemini, was zeigt, dass das Konzept in der Branche durchaus Substanz hat. ChatGPT wird bereits heute zur Erstellung von Marketingplänen und Werbekampagnen eingesetzt und hilft bei der Angebotserstellung, der Vertriebsanalyse und der Optimierung von Werbeaktivitäten auf verschiedenen Plattformen.

Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2025

Bis Juni 2025 hat OpenAI noch keine konkreten Details zur Umsetzung von Werbung bekannt gegeben, doch die Idee liegt eindeutig auf dem Tisch. Altmans sich allmählich wandelnde Haltung deutet darauf hin, dass Werbung in ChatGPT nicht mehr eine Frage des „Ob“, sondern vielmehr des „Wann“ und „Wie“ ist.

Nutzer sollten auf Veränderungen bei der Finanzierung und dem Betrieb von KI-Assistenten vorbereitet sein. Entscheidend wird dabei sein, ob OpenAI jene „geschmackvolle Möglichkeit“ finden kann, von der Altman spricht.

Kategorie:KI
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