Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips, will im Jahr 2026 bis zu 1,3 Billionen Kronen für neue Fabriken und Technologien ausgeben. Das sind 27 bis 37 % mehr als im Vorjahr, was auf die enorme Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz zurückzuführen ist. Das Unternehmen gab dies nach der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 bekannt, die zeigten, dass es hervorragend läuft. CEO C.C. Wei erklärte auf einer Pressekonferenz, diese Pläne beruhten auf sorgfältigen Gesprächen mit Großkunden wie Nvidia, Google oder Apple. „Wenn wir dabei nicht vorsichtig vorgingen, wäre das für TSMC eine große Katastrophe“, fügte Wei hinzu.
Das Unternehmen kämpft mit einem Mangel an Produktionskapazitäten, weil weltweit immer mehr hochentwickelte Chips für KI-Systeme benötigt werden. TSMC plant, den Großteil des Geldes in den Bau neuer Fabriken in Taiwan und den USA zu investieren, um diesen Bedarf zu decken. In Arizona, wo das Unternehmen bereits über eine Fabrik verfügt, hat es weitere Grundstücke gekauft und bereitet eine Erweiterung vor. Die zweite Fabrik in Arizona soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 die Produktion aufnehmen. All dies hängt mit dem Druck aus den USA zusammen, die mehr Produktion im eigenen Land ansiedeln wollen. TSMC hat bereits zugesagt, dort insgesamt 3,8 Billionen Kronen zu investieren.
Ergebnisse, die die Erwartungen übertrafen
Für das vierte Quartal 2025 meldete TSMC einen Nettogewinn, der 35 % über dem Vorjahreswert lag und damit einen neuen Rekord erreichte. Der Umsatz stieg um 20,5 %. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Chips des Unternehmens für KI von entscheidender Bedeutung sind und Kunden wie Nvidia so viele davon abnehmen, wie sie nur können. Das Unternehmen hält seine Bruttomarge bei 60 %, was bedeutet, dass es die Kosten an seine Kunden weitergeben kann, selbst wenn es mit höheren Strompreisen oder geopolitischen Problemen konfrontiert ist.
Der Analyst Zavier Wong von eToro kommentierte, dass Anleger bei Ausgaben eines Unternehmens wie TSMC in dieser Größenordnung von einer langfristigen Nachfrage nach KI ausgehen sollten und nicht nur von einem kurzen Boom. „Dieses Quartal hat die Rolle von TSMC als Gradmesser für den gesamten Halbleiter- und KI-Sektor gestärkt“, sagte Wong. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Herstellung von High-End-Chips, die komplexer und größer sind und deshalb ein besseres Packaging benötigen – dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem Chips mit Speicherkomponenten verbunden werden.
Fokus auf Chip-Packaging und Expansion in den USA
TSMC plant, 10 bis 20 % seiner Ausgaben für fortschrittliche Chip-Packaging-Technologien aufzuwenden, da dies derzeit der größte Engpass für die gesamte Branche ist. KI-Chips sind so komplex, dass sie ohne gutes Packaging nicht richtig funktionieren, und TSMC will diesen Engpass beseitigen. Das Packaging-Geschäft des Unternehmens erzielt inzwischen höhere Margen als die übrigen Geschäftsbereiche, was für das Unternehmen ein großer Erfolg ist.
In den USA steht TSMC unter Druck, mehr zu investieren, um die Abhängigkeit von Taiwan zu verringern, dem eine Annexion durch China droht. Im vergangenen Jahr sagte das Unternehmen 3,8 Billionen Kronen für US-Projekte zu und plant nun den Bau mehrerer neuer Fabriken in Arizona, darunter zwei, die speziell auf das Chip-Packaging ausgerichtet sind. Dies steht im Zusammenhang mit Verhandlungen zwischen Taiwan und den USA über niedrigere Zölle – eine Einigung soll kurz vor dem Abschluss stehen. Wei erwähnte, dass das Unternehmen bereits ein weiteres Grundstück in der Nähe erworben habe, verriet jedoch keine Details zur Expansion.
Dieser Investitionsboom bei TSMC zeigt, wie knapp KI-Chips sind. Das Unternehmen versucht, mit seinen Konkurrenten im Wettlauf darum Schritt zu halten, wer möglichst viele Transistoren auf einem Chip unterbringen kann, doch inzwischen ist auch das Packaging ebenso wichtig. Angesichts von Kunden wie Nvidia, Google und Apple, die Chips für KI-Anwendungen bestellen, erwartet TSMC eine anhaltend starke Nachfrage. TSMC startet somit mit guten Ergebnissen und großen Plänen in das Jahr 2026, die dazu beitragen sollen, den weltweiten Chipmangel zu beheben.
Quellen: asia.nikkei.com und finance.yahoo.com



