Die Regierung von Donald Trump steht kurz vor dem Abschluss eines Handelsabkommens mit Taiwan, das die Zölle auf taiwanische Exporte von 20 % auf 15 % senken würde. Im Gegenzug würde TSMC, der weltweit größte Chiphersteller, mindestens fünf weitere Halbleiterfabriken in Arizona errichten. Dieses Abkommen, über das die New York Times berichtete, würde Taiwans Zollsatz an das Niveau Japans und Südkoreas angleichen. Die Gespräche befinden sich in der Endphase, und eine Ankündigung könnte noch in diesem Monat erfolgen, obwohl einige Details weiterhin offen sind.
Was genau beinhaltet das Abkommen?
Berichten zufolge würde der Zoll auf taiwanische Waren auf 15 % sinken, mit Ausnahme von Halbleitern, die auf Grundlage einer Überprüfung gemäß Abschnitt 232 des US-amerikanischen Gesetzes zur nationalen Sicherheit davon befreit werden könnten. Länder, die in US-amerikanische Fabriken investieren, würden so Zölle vermeiden, die mit der nationalen Sicherheit begründet werden. TSMC würde sich zum Bau von fünf neuen Fabriken in Arizona verpflichten und damit an seine bestehenden Pläne anknüpfen. Diese Pläne umfassen bereits drei in Betrieb befindliche oder im Bau befindliche Fabriken: Die erste nahm im vierten Quartal 2024 die Massenproduktion auf, die zweite soll bis 2028 und die dritte bis 2030 folgen. Darüber hinaus sagte TSMC im März 2025 drei weitere Fabriken, zwei Anlagen für die Chipmontage sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum zu.
Wie viel Geld wird TSMC investieren?
TSMC hat bereits Investitionen in Höhe von 65 Milliarden Dollar (rund 1,5 Billionen Kč) in drei hochmoderne Wafer-Fabriken in Arizona angekündigt. Im März 2025 kamen weitere 100 Milliarden Dollar (etwa 2,3 Billionen Kč) für drei zusätzliche Fabriken, zwei Montagelinien und ein Forschungszentrum hinzu, womit sich die Gesamtsumme auf rund 165 Milliarden Dollar (etwa 3,8 Billionen Kč) beläuft. Der neue, mit dem Zollabkommen verbundene Plan könnte die Ausgaben in Arizona auf bis zu 465 Milliarden Dollar (rund 10,7 Billionen Kč) erhöhen. Die Ökonomin Liu Pei-chen vom Taiwan Institute of Economic Research schätzt, dass TSMC in Arizona sechs bis acht Fabriken mit einer monatlichen Kapazität von mindestens 150.000 Wafern errichten könnte – genug, um die US-amerikanische Nachfrage nach Hochleistungschips für künstliche Intelligenz zu decken.
Auswirkungen auf die Chipproduktion
Durch diese Expansion würden zwei Produktionszentren entstehen – eines in Taiwan und eines in den USA – anstelle des derzeitigen Modells mit einem einzigen Zentrum in Taiwan. In den USA würde ein vollständiges Halbleiterzentrum entstehen, einschließlich fortschrittlicher Chip-Packaging-Technologien wie 3D CoWoS und SOIC für Kunden wie Nvidia und AMD. TSMC hat kürzlich 900 Acres (rund 364 Hektar) in Phoenix erworben, um diese gewaltige Expansion zu unterstützen.
TSMC steht vor Herausforderungen wie den hohen Abschreibungskosten für den Bau in den USA, was die Auslastung der Fabriken in Taiwan und die Rentabilität beeinträchtigen könnte. Zu den geopolitischen Risiken gehört eine Schwächung von Taiwans „Siliziumschild“ gegenüber China, falls die USA eine größere Selbstversorgung erreichen. Die taiwanische Regierung bestätigte einen breiten Konsens über eine Zollsenkung ohne Kumulierung sowie eine Vorzugsbehandlung gemäß Abschnitt 232, äußerte sich jedoch vor dem abschließenden Treffen nicht zu den Details. TSMC schweigt aufgrund der Stillhalteperiode vor seiner Investorenkonferenz am 15. Januar. Die für den 14. Januar 2026 erwartete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit von Trumps weltweiten Zöllen könnte die Verhandlungen beeinflussen, falls die Zölle aufgehoben werden.
Weitere ähnliche Abkommen
Dieses Abkommen knüpft an Trumps im April 2025 gegen Dutzende Handelspartner verhängte Zölle an. Ähnliche Vereinbarungen haben bereits Investitionen aus Japan, Südkorea und der Europäischen Union in die Elektronikbranche und andere Sektoren gesichert. Für Taiwan würde dies wirtschaftliche Vorteile wie einen besseren Zugang zum US-amerikanischen Markt bedeuten, während die USA ihre Chipproduktion stärken würden. Zu den Herausforderungen für TSMC in Arizona gehören Genehmigungen, Arbeitskräfte, die Energie- und Wasserversorgung sowie Lieferketten, wobei es weder einen klaren Zeitplan für den Bau noch Klarheit über mögliche Anreize gibt.
Weitere Quelle: theinformation.com



