Im Januar 2026 veröffentlichte das Microsoft AI Economy Institute einen Bericht mit dem Titel „Globale KI-Nutzung im Jahr 2025 — Eine wachsende digitale Kluft“. Dieses Dokument zeigt, wie sich künstliche Intelligenz in der zweiten Jahreshälfte 2025 weltweit verbreitete. Es konzentriert sich auf generative KI-Tools wie Chatbots oder Systeme zur Bilderstellung. Die Daten zeigen, dass etwa jeder sechste Mensch auf der Welt diese Tools nutzt, was einen beeindruckenden Fortschritt für eine Technologie darstellt, die erst vor Kurzem im Mainstream angekommen ist. Der Bericht basiert auf aggregierten und anonymisierten Daten von Microsoft, die entsprechend den Marktanteilen der Betriebssysteme, der Internetverbreitung und der Bevölkerungsgröße in den einzelnen Ländern angepasst wurden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Zahlen die tatsächliche Situation weltweit widerspiegeln.
Wie wurde die Untersuchung durchgeführt?
Die Messung der KI-Nutzung basiert auf dem Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter, die während des untersuchten Zeitraums ein Produkt mit generativer KI verwendet haben. Die Daten stammen aus der Telemetrie von Microsoft, was bedeutet, dass die Nutzung ohne Identifizierung einzelner Personen erfasst wird. Anschließend werden die Zahlen angepasst, um Unterschiede beim Gerätemarkt, bei der Internetverfügbarkeit und bei der Bevölkerungszahl der Länder zu berücksichtigen. Der Bericht räumt ein, dass keine Kennzahl vollkommen ist, und sieht vor, sie künftig um weitere Indikatoren zu ergänzen, etwa die Auswirkungen auf den wissenschaftlichen Fortschritt oder die Produktivität.
Die Untersuchung unterteilt die Welt in den Globalen Norden (entwickelte Volkswirtschaften) und den Globalen Süden (Schwellen- und Entwicklungsländer). Sie verfolgt die Veränderungen von der ersten Jahreshälfte 2025 (H1) bis zur zweiten (H2), wobei die Daten bis zum Jahresende reichen. Beispielsweise lag die weltweite Nutzung in H1 bei 15,1 %, in H2 stieg sie auf 16,3 %. Der Unterschied zwischen Norden und Süden vergrößerte sich von 9,8 % auf 10,6 %.
Wichtigste Ergebnisse
Die höchste Nutzungsrate weisen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 64,0 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter auf, was einem Anstieg von 4,6 % gegenüber H1 entspricht. An zweiter Stelle steht Singapur mit 60,9 %, gefolgt von Norwegen (46,4 %), Irland (44,6 %) und Frankreich (44,0 %). Diese Länder haben in digitale Infrastruktur, KI-Bildung und die Nutzung durch Behörden investiert.
Eine große Überraschung ist Südkorea, das mit einer Nutzungsrate von 30,7 % und einem Anstieg von 4,8 % vom 25. auf den 18. Platz vorrückte. Dies ist auf staatliche Maßnahmen zurückzuführen, etwa die Einrichtung des Nationalen Ausschusses für KI-Strategie im September 2025 und das KI-Grundlagengesetz. Auch Verbesserungen bei Modellen wie GPT-4o und GPT-5 in koreanischer Sprache trugen dazu bei, wobei die Punktzahl im Korean-SAT-Benchmark von 16 auf 100 stieg. Der virale Trend zur Erstellung von Bildern im Ghibli-Stil zog im April 2025 Millionen neuer Nutzer an.
Wachsender Einfluss von Open-Source-KI
Der Bericht hebt den Aufstieg von DeepSeek hervor, einer Open-Source-Plattform unter MIT-Lizenz mit einem kostenlosen Chatbot. Dieses Modell setzte sich in China, Russland, Iran, Kuba, Belarus und insbesondere in Afrika durch, wo es dank Partnerschaften mit Huawei zwei- bis viermal beliebter ist. Dies spiegelt den Wettbewerb zwischen den USA und China um die Verbreitung ihrer Modelle wider.
Die USA hingegen fielen trotz ihrer Führungsrolle bei Innovationen mit 28,3 % auf den 24. Platz zurück. Weltweit nimmt die Nutzung zu, allerdings ungleichmäßig – die zehn Länder mit dem größten Zuwachs sind allesamt entwickelte Volkswirtschaften. Der Bericht endet mit einer Liste Hunderter Länder, von den VAE bis Kambodscha mit 5,1 %.



