Trumps Chip-Deal mit China: Er fordert 15 % der Chipumsätze in China

Trumps Chip-Deal mit China: Er fordert 15 % der Chipumsätze in China

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
13. 8. 2025
3 Minuten Lesezeit · 3 Aufrufe
Trumps Chip-Deal mit China: Er fordert 15 % der Chipumsätze in China

Trumps Chip-Abkommen mit China: Er fordert 15 % der Chipverkäufe in China

In den vergangenen Tagen gab es Berichte über ein außergewöhnliches Abkommen, das die US-Unternehmen Nvidia und AMD mit der US-Regierung geschlossen haben. Nach Informationen von Bloomberg und anderen Quellen haben diese Unternehmen zugestimmt, 15 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Verkauf von KI-Chips in China direkt an die US-Regierung abzuführen. Dieser Schritt ist eine Voraussetzung für den Erhalt von Exportlizenzen, die eine Wiederaufnahme der Verkäufe nach China ermöglichen. Präsident Donald Trump bezeichnete dieses Abkommen als eine Möglichkeit, dem Land zu nützen, und forderte ursprünglich sogar 20 Prozent, bevor er sich bei einem Treffen mit Nvidia-CEO Jensen Huang auf 15 Prozent herunterhandeln ließ. Diese Politik ist völlig neu und unterscheidet sich von traditionellen Gebühren für Exportlizenzen, da sie direkt in die Verkaufserlöse der Unternehmen eingreift.

Das Abkommen ermöglicht Nvidia, seine H20-Beschleuniger (Chips) und AMD, seine MI308-Chips auf dem chinesischen Markt zu verkaufen. Schätzungen zufolge könnte die US-Regierung rund eine Milliarde Dollar pro Quartal einnehmen, wenn die Verkäufe wieder das frühere Niveau erreichen. Diese Regelung folgt auf eine Phase der Beschränkungen, in der die USA im April aufgrund eskalierender Handelsspannungen den Verkauf fortschrittlicher KI-Chips nach China verboten, dieses Verbot jedoch im Juli wieder aufhoben. Experten weisen darauf hin, dass es sich um einen beispiellosen Schritt in der amerikanischen Handels- und Technologiepolitik handelt, der nationalen Sicherheitsbedenken hinsichtlich des Zugangs Chinas zu fortschrittlichen Halbleitern Rechnung tragen soll.

Chinas Reaktion: Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Backdoors

China reagiert auf dieses Abkommen nicht begeistert. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters äußerten chinesische Staatsmedien, darunter der mit dem Fernsehsender CCTV verbundene Account Yuyuan Tantian, ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Nvidia-H20-Chips. Dieser Account erklärte auf der Plattform WeChat, dass die H20-Chips technologisch nicht fortschrittlich und nicht umweltfreundlich seien und vor allem ein Sicherheitsrisiko für China darstellten. Konkret ist von möglichen „Backdoors“ (Hintertüren) die Rede, die Funktionen wie die ferngesteuerte Abschaltung der Chips über die Hardware ermöglichen könnten.

Die chinesische Cyberspace-Aufsichtsbehörde bestellte am 31. Juli Vertreter von Nvidia ein, damit sie erklären, ob die H20-Chips versteckte Methoden zur Umgehung von Sicherheitskontrollen enthalten. Nvidia wies diese Bedenken zurück und erklärte, dass seine Produkte keine Backdoors enthielten, die einen Fernzugriff oder eine Fernsteuerung ermöglichten. Ähnlich äußerte sich auch People's Daily, ein weiteres chinesisches Staatsmedium, das Anfang August in einem Kommentar erklärte, Nvidia müsse „überzeugende Sicherheitsnachweise“ vorlegen, um das Vertrauen chinesischer Nutzer zurückzugewinnen. Yuyuan Tantian kam in dem Artikel zu dem Schluss, dass Verbraucher das Recht hätten, einen Chip nicht zu kaufen, wenn er weder umweltfreundlich noch fortschrittlich oder sicher sei.

Auswirkungen auf den globalen Chipmarkt

Bei diesem Abkommen geht es nicht nur um Nvidia und AMD – es wird über mögliche Verhandlungen mit weiteren Herstellern wie Intel spekuliert, auch wenn diese bislang nicht bestätigt wurden. Quellen aus der Websuche zufolge stellt dieser Schritt eine neue Form von Exportkontrollen dar, die den gesamten globalen Halbleitermarkt beeinflussen könnte. China, das die Zahlung von 15 Prozent als eine Art „Chipsteuer“ betrachtet, dürfte wenig begeistert davon sein, durch den Kauf dieser Technologien indirekt die US-Regierung zu finanzieren.

Die gesamte Situation verschärft die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China im Bereich der künstlichen Intelligenz und Technologie. Nvidia entwickelte die H20-Chips nach den US-Exportbeschränkungen von Ende 2023 speziell für den chinesischen Markt, sieht sich nun jedoch Kritik aus Peking ausgesetzt. Während die USA in dem Abkommen eine Möglichkeit sehen, nationale Interessen zu schützen und Einnahmen zu erzielen, betrachtet China es als ein weiteres Hindernis beim Zugang zu fortschrittlichen Technologien. Die Zukunft wird zeigen, wie sich dieses ungewöhnliche Modell entwickelt und ob es zu weiteren Veränderungen im internationalen Handel mit Hightech-Produkten führen wird.

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Kategorie:KI
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