Donald Trump und künstliche Intelligenz füllen die sozialen Netzwerke schneller mit Inhalten als jeder andere. Auf seinem Netzwerk Truth Social erscheinen praktisch jede Woche neue KI-Bilder, und einige Beiträge sorgen für erhebliche Kontroversen. Seinen Kritikern zufolge überschreitet er damit eine ethische Grenze, und die geteilten Bilder tragen zur Verbreitung von Desinformationen und Stereotypen bei.
Was teilt Trump eigentlich?
Als Donald Trump im Mai 2026 auf Truth Social ein Bild des schlafenden Joe Biden teilte, umgeben von Eiscreme, Kokain und einem Autopen, bezeichnete er es als „äußerst genaue Darstellung der Biden-Regierung“. Dieses Bild verbreitete sich im Internet und erregte sofort Aufmerksamkeit. Trump teilt KI-Bilder jedoch mindestens seit März 2023, und obwohl es sich anfangs nur um gelegentliche Satire handelte, nahm die Häufigkeit mit der Zeit deutlich zu und das Themenspektrum erweiterte sich.
Die Zeitung Snopes hat die KI-Inhalte zusammengestellt, die Trump im Laufe seiner zweiten Amtszeit veröffentlicht hat. Dazu gehörte ein Bild, auf dem Trump als eine Jesus ähnelnde Figur dargestellt wird, die einen Kranken heilt. Hinzu kam ein Video, das die nicht existierende medizinische Theorie der „Med Beds“ propagierte, die zur Grundlage zahlreicher Verschwörungstheorien wurde. Einige der meistdiskutierten Beiträge erschienen jedoch in diesem Jahr. Dazu gehört ein rassistisches Video, das Barack und Michelle Obama als Affen darstellt und das Trump nach einer Welle der Kritik löschte.
Der nächste kontroverse Beitrag ließ jedoch nicht lange auf sich warten, und Trump veröffentlichte im Mai in den sozialen Netzwerken ein Meme im Stil der Serie Brady Bunch, das Obama und weitere Demokraten mit Häftlingstafeln unter der Bezeichnung „The Shady Bunch“ zeigt.
Künstliche Intelligenz und doppelte Standards
Donald Trump setzt KI ganz selbstverständlich als Waffe gegen seine Gegner ein. Umso ironischer ist es, dass Trump während des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2024 Kamala Harris dafür angriff, dass sie angeblich mithilfe von KI die Besucherzahlen ihrer Wahlkampfveranstaltungen erhöht habe. Und das genau zu dem Zeitpunkt, als er in seinen sozialen Netzwerken KI-Deepfake-Fotos von Taylor Swift teilte, auf denen sie Donald Trump ihre Unterstützung aussprach.
Das Thema KI-Inhalte und deren Glaubwürdigkeit ist bei ihm also eindeutig problematisch. Bis heute produziert und teilt er selbst weiterhin dieselben Inhalte, ohne ihre Herkunft in irgendeiner Weise zu kommentieren.
Satire oder Desinformation?
Trumps Anhänger argumentieren, die jüngsten Beiträge seien lediglich politische Satire und wiesen auf unlautere Handlungen der Obama-Regierung hin. Kritiker warnen dagegen, dass Trump die Grenze zwischen Realität und Fiktion vollständig verwischt.
Gerade dieses Verwischen der Grenze zwischen Satire und Desinformation könnte ein größeres Problem sein, als es auf den ersten Blick scheint. Eine Umfrage des Emerson College aus dem Jahr 2025 zeigte nämlich, dass 47 % der Amerikaner den von Donald Trump verbreiteten Informationen vertrauen und 46 % der Amerikaner Informationen aus sozialen Netzwerken Glauben schenken. Die Kombination dieser beiden Statistiken kann somit einen Nährboden dafür schaffen, dass ein Teil der Menschen kontroverse KI-Bilder als Abbild tatsächlicher Ereignisse wahrnimmt. Insbesondere dann, wenn seine KI-Inhalte Druck für Ermittlungen gegen die Biden-Regierung erzeugen oder Theorien über den Einsatz des Autopens verbreiten.
Was folgt daraus?
Trumps Teilen von KI-Bildern ist kein Zufall. Es ist Teil einer Kommunikationsstrategie, die auf Schnelligkeit und Provokation setzt. Ob es sich dabei um Satire oder Propaganda handelt, weiß die Trump-Regierung am besten. Am wichtigsten bleibt jedoch, sich eine gesunde Skepsis zu bewahren und Informationen kritisch zu überprüfen, unabhängig davon, wer sie verbreitet hat.



