Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die Versorgung mit Schlüsseltechnologien wie Halbleitern (Chips) und künstlicher Intelligenz (KI) nicht durch Rivalen gefährdet wird. Genau das ist das Ziel der von den Vereinigten Staaten angeführten Initiative Pax Silica. Dieses Programm konzentriert sich auf den Schutz der gesamten Lieferkette, einschließlich wichtiger Mineralien, fortschrittlicher Fertigung, Computertechnologie und Dateninfrastruktur. Laut dem Unterstaatssekretär für Wirtschaftsfragen Jacob Helberg handelt es sich um einen zentralen Bestandteil der Strategie der Trump-Regierung, die die Abhängigkeit von konkurrierenden Ländern verringern und die Zusammenarbeit zwischen Verbündeten stärken will.
Die Initiative ist nicht nur ein diplomatisches Papier – Helberg beschreibt sie als praxisorientiertes Dokument für einen neuen Konsens über wirtschaftliche Sicherheit. Der Gruppe gehören bereits Länder wie Israel, Japan, Südkorea, Singapur, Großbritannien und Australien an. Nun kommen Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hinzu, was angesichts der historischen politischen Differenzen im Nahen Osten bemerkenswert ist.
Wie wird dies dem Nahen Osten helfen?
Für Länder wie Katar und die VAE bedeutet dies einen großen Wandel. Bisher stützte sich ihre Wirtschaft hauptsächlich auf Öl und Gas, doch nun bewegen sie sich in Richtung siliziumbasierter Technologien. Helberg zufolge wird dies dazu beitragen, den Übergang des Nahen Ostens von der Energieabhängigkeit zu einer diversifizierten, technologiegetriebenen Wirtschaft zu beschleunigen. Statt um traditionelle Bündnisse geht es um eine „Koalition der Fähigkeiten“, in der jedes Land seine industriellen Stärken und Unternehmen einbringt.
Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der Konferenz Future Minerals Forum, die Saudi-Arabien vom 13. bis 15. Januar in Riad veranstaltet. Dort kommen hochrangige Regierungsvertreter, Branchenführer und Investoren zusammen, um über Mineralien und Lieferketten zu sprechen. Pax Silica wird sich in diesem Jahr auf die Erweiterung der Mitgliedschaft, den Aufbau strategischer Projekte für eine sichere Versorgung und die Koordinierung politischer Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur und Technologien konzentrieren. Die Gruppe traf sich bereits im vergangenen Monat in Washington und plant für dieses Jahr weitere Treffen.
Was wird diese Zusammenarbeit künftig noch bringen?
Amerikanische und israelische Regierungsvertreter bereiten die Einführung eines mit Pax Silica verbundenen strategischen Rahmens vor, darunter der Industriepark Fort Foundry One in Israel, der Projekte beschleunigen soll. Hinzu kommt eine Zusammenarbeit im Bereich KI, wobei für den 16. Januar eine Absichtserklärung geplant ist. Zudem laufen Gespräche über die Modernisierung von Handels- und Logistikrouten, etwa des Korridors Indien–Naher Osten–Europa, bei dem fortschrittliche amerikanische Technologie eingesetzt werden soll, um die regionale Integration zu stärken und den wirtschaftlichen Einfluss der USA auszuweiten.
Quelle: reuters.com



