Unternehmen wollen schnelle Renditen auf KI-Investitionen. Doch die Realität ist langsamer und härter als erwartet

Unternehmen wollen schnelle Renditen auf KI-Investitionen. Doch die Realität ist langsamer und härter als erwartet

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
20. 2. 2026
3 Minuten Lesezeit
Unternehmen wollen schnelle Renditen auf KI-Investitionen. Doch die Realität ist langsamer und härter als erwartet

Künstliche Intelligenz ist heute das wichtigste Thema in der Geschäftswelt. Größere und kleinere Unternehmen aus aller Welt investieren beträchtliche Summen in KI-Projekte und haben hohe Erwartungen an deren Rendite. Viele davon bleiben jedoch unerfüllt.

Diese Frustration steht auch im Mittelpunkt der jüngsten Erkenntnisse, die Jensen Huang präsentierte, CEO von NVIDIA, auf einer KI-Konferenz. Eine sofortige Rendite von künstlicher Intelligenz zu verlangen, sei ihm zufolge so, als würde man ein Kind zwingen, einen Geschäftsplan zu erstellen. Deshalb fügt er hinzu, dass es am wichtigsten sei, durchzuhalten und verschiedene Ansätze zu testen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Dass Unternehmen mit den Ergebnissen nicht zufrieden sind, zeigen auch die Zahlen aus Studien. Laut einer Untersuchung nutzen 88 % der Organisationen KI, und zwar in mindestens einem Bereich ihres Geschäfts. Laut einer MIT-Studie vom August 2025 scheitern 95 % der generativen KI-Initiativen oder bleiben erfolglos beziehungsweise erzielen keinen klaren Gewinn.

Nur ein kleiner Prozentsatz der KI-Projekte erreicht somit die erwartete Rendite, und noch weniger übertreffen die Kapitalkosten. Das bedeutet, dass die meisten von ihnen ohne den erwarteten Gewinn enden, was die Frustration von Führungskräften und Investoren erhöht.

Entscheidend ist, durchzuhalten

 „Lasst tausend Blumen blühen und wählt erst dann die ertragreichsten aus“, sagte Huang auf der Konferenz und wies damit darauf hin, dass es am wichtigsten sei, durchzuhalten und zu beobachten, was tatsächlich funktioniert. Nur durch das Experimentieren mit Modellen und Werkzeugen kann sich langfristig ihr tatsächlicher Wert zeigen. Damit fordert er Unternehmen auf, KI-Projekte nicht bei den ersten Anzeichen einer langsamen Rendite aufzugeben, sondern ihnen genügend Zeit zu geben.

Experten zufolge wird die Erwartung eines klaren Gewinns nämlich innerhalb eines zu kurzen Zeitraums bewertet. Huangs Standpunkt ist daher eindeutig: KI sollte nicht anhand kurzfristiger Finanzkennzahlen beurteilt werden, sondern danach, wie sie schrittweise in die Unternehmensprozesse integriert wird.

Erst ein langfristiger Zeithorizont offenbart nämlich das tatsächliche Potenzial von Technologien, die gerade erst beginnen, die Geschäftswelt zu verändern. Und es zeigt sich, dass dieser Ansatz außerordentlich wichtig ist.

Laut einem Bericht von Deloitte dauert es bei den meisten Unternehmen 2 bis 4 Jahre, bis sie eine zufriedenstellende Rendite ihrer KI-Investitionen feststellen, was deutlich länger ist als bei anderen Technologieinvestitionen üblich. Nur 6 % der Unternehmen geben an, innerhalb von weniger als einem Jahr eine direkte Investitionsrendite erzielt zu haben.

Auch die Strategie kann schuld sein

Zu einer Rendite, die hinter den Erwartungen der Unternehmen zurückbleibt, trägt auch die Tatsache bei, dass viele von ihnen ohne klar definierte Strategie in das KI-Zeitalter gestartet sind. In der Praxis bedeutet das, dass sie die Technologie häufig isoliert in einzelne Prozesse integriert haben, beispielsweise nur im Marketing, im Kundensupport oder im Personalwesen. Das Ergebnis sind keine sprunghaften Veränderungen, sondern punktuelle Verbesserungen, die sich nur schwer in den Gesamtzahlen abbilden lassen.

Ein weiterer Faktor sind die zusätzlichen Betriebskosten von KI. Neben Investitionen in Werkzeuge müssen Unternehmen nämlich auch Ausgaben für Infrastruktur, Sicherheit oder Mitarbeiterschulungen einkalkulieren. Und gerade die Menschen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ohne den richtigen Umgang mit KI bleibt ihr Potenzial ungenutzt.

Der richtige Ansatz bringt Ergebnisse

Nichts davon bedeutet jedoch, dass Investitionen in künstliche Intelligenz keine Ergebnisse bringen sollten. Das beweisen Unternehmen, die durchgehalten und KI konsequent sowie schrittweise in ihre Prozesse integriert haben. Sie berichten heute nämlich nicht nur von höherer Produktivität, sondern auch von schnelleren Innovationen. Doch obwohl die ursprünglichen Erwartungen möglicherweise auf Monate ausgelegt waren, zeigt die Praxis, dass es sich eher um Jahre handelt.

Daten und Analysen zufolge ist KI schlichtweg keine schnelle finanzielle Abkürzung, sondern eine langfristige strategische Investition. Und diejenigen, die die Anfangsphase ohne unmittelbare Ergebnisse überbrücken können, können sich in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Kategorie:KI
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