Sam Altman kritisierte The New York Times bei einem Live-Auftritt scharf

Sam Altman kritisierte The New York Times bei einem Live-Auftritt scharf

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
1. 7. 2025
3 Minuten Lesezeit
Sam Altman kritisierte The New York Times bei einem Live-Auftritt scharf

Sam Altman übte bei einem Live-Auftritt scharfe Kritik an The New York Times

Sam Altman, CEO von OpenAI, sorgte gleich zu Beginn der Live-Aufzeichnung des Technologie-Podcasts Hard Fork für Aufsehen. Gemeinsam mit COO Brad Lightcap erschien er vorzeitig auf der Bühne eines Jazzclubs in San Francisco, während sich die Moderatoren Kevin Roose von The New York Times und Casey Newton von Platformer noch vor Hunderten Zuschauern auf die Sendung vorbereiteten.

Die Situation eskalierte schnell, als Altman den anwesenden Journalisten unverblümt mit den Worten angriff: „Werden Sie über die Situation sprechen, in der Sie uns vor Gericht zerren, weil Ihnen nicht gefällt, wie wir die Privatsphäre unserer Nutzer schützen?“

Hauptstreitpunkt: Schutz der Nutzerdaten

Altman lenkte das Gespräch sofort auf den laufenden Rechtsstreit zwischen OpenAI und der renommierten Zeitung The New York Times. Das Medienhaus wirft seinem Unternehmen vor, seine Artikel unrechtmäßig für das Training künstlicher Intelligenz verwendet zu haben. Am meisten verärgerte ihn jedoch der jüngste Schritt der Anwälte der Zeitung, die von OpenAI verlangen, sämtliche Daten der ChatGPT-Nutzer aufzubewahren.

„Eines der angesehensten Medienhäuser ist der Ansicht, dass wir die Gespräche unserer Nutzer aufbewahren sollten, selbst wenn sie sich in einem Modus unterhalten, der privat sein soll, und sogar dann, wenn sie uns ausdrücklich um deren Löschung gebeten haben“, erklärte Altman seine Verärgerung. Er fügte hinzu, dass er The New York Times weiterhin respektiere, in dieser Angelegenheit jedoch grundsätzlich anderer Meinung sei.

Rechtsstreitigkeiten in der gesamten Branche

Die Moderatoren bemühten sich, neutral zu bleiben, und lehnten es ab, ihre eigene Meinung zum laufenden Streit zu äußern, da sie als Journalisten mit The New York Times zusammenarbeiten und nicht direkt an der Klage beteiligt sind.

Ähnliche Rechtsstreitigkeiten haben sich im gesamten Technologiesektor ausgebreitet. Verlage verklagen nicht nur OpenAI, sondern auch Anthropic, Google und Meta, weil diese ihre urheberrechtlich geschützten Inhalte zum Trainieren von KI-Modellen verwenden. Sie argumentieren, dass diese Technologien den Wert ihrer ursprünglichen Werke mindern oder sie sogar vollständig ersetzen könnten.

Der Wind beginnt sich jedoch zu drehen. In dieser Woche erzielte der OpenAI-Konkurrent Anthropic einen bedeutenden juristischen Erfolg. Ein Bundesgericht entschied, dass das Unternehmen unter bestimmten Umständen Bücher legal zum Training seiner KI-Systeme verwenden darf. Diese Entscheidung könnte weitreichende Folgen für alle ähnlichen Fälle haben.

Kampf um Talente und Partnerschaften

Im Laufe des abendlichen Gesprächs wurde deutlich, dass OpenAI von allen Seiten unter Druck steht. Altman verriet, dass Mark Zuckerberg aktiv die besten Mitarbeiter des Unternehmens abwirbt und ihnen astronomische Prämien in Höhe von 100 Millionen Dollar für einen Wechsel zum KI-Labor von Meta anbietet.

Auf die Frage, ob der Facebook-Chef tatsächlich an superintelligente KI glaube oder ob es sich nur um eine Rekrutierungstaktik handle, bemerkte Lightcap ironisch: „Zuckerberg glaubt wahrscheinlich, dass er selbst superintelligent ist.“

Auch die Beziehungen zum langjährigen Partner Microsoft sind angespannt. Während Microsoft das Wachstum von OpenAI früher maßgeblich unterstützte, geraten die Unternehmen nun im Bereich Unternehmenssoftware zunehmend in Konkurrenz. Altman räumte ein, dass zwischen den beiden ehrgeizigen Unternehmen Reibungspunkte entstehen, glaubt jedoch, dass die Partnerschaft auch weiterhin für beide Seiten von Vorteil sein wird.

Ethisches Dilemma der KI-Chatbots

Die Führung von OpenAI muss sich nicht nur mit dem Konkurrenzkampf und Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen, sondern auch mit komplexen ethischen Fragen rund um den sicheren Einsatz von KI-Technologien. Casey Newton stellte eine heikle Frage zu Fällen, in denen psychisch instabile Menschen ChatGPT für gefährliche Gespräche über Verschwörungstheorien oder Suizid nutzen.

Altman erklärte, dass das Unternehmen verschiedene Schutzmechanismen einführe – von der vorzeitigen Beendigung problematischer Gespräche bis hin zur Weiterleitung der Nutzer an professionelle Hilfe. „Wir wollen die Fehler der vorherigen Generation von Technologieunternehmen, die nicht schnell genug reagiert haben, nicht wiederholen“, betonte er.

Gleichzeitig räumte er jedoch die Grenzen der derzeitigen Lösungen ein: „Bei Nutzern in einem äußerst fragilen psychischen Zustand, die kurz vor einer psychischen Krise stehen, wissen wir immer noch nicht, wie wir sie mit unseren Warnungen wirksam erreichen können.“

Kategorie:KI
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