Sam Altman über GPT-6: Warum KI ein Gedächtnis braucht
Sam Altman, Chef von OpenAI, sprach kürzlich über die Zukunft der künstlichen Intelligenz und deutete an, dass das Modell GPT-6 schneller als erwartet erscheinen werde. In einem Gespräch in San Francisco betonte er, dass GPT-6 nicht nur Fragen beantworten, sondern sich auch an die Nutzer anpassen werde. Das bedeutet, dass es sich ihre Vorlieben, täglichen Routinen und persönlichen Eigenheiten merken wird, was natürlichere Interaktionen ermöglicht.
Altman sagte deutlich: „Die Menschen wollen ein Gedächtnis. Die Menschen wollen Produktfunktionen, die voraussetzen, dass wir sie verstehen können.“ Seiner Ansicht nach ist das Gedächtnis der Schlüssel dazu, ChatGPT zu einem wirklich persönlichen Werkzeug zu machen. OpenAI arbeitet mit Psychologen zusammen, um zu untersuchen, wie sich Menschen bei der langfristigen Nutzung einer solchen KI fühlen, und misst ihr Wohlbefinden im Laufe der Zeit. Diese Daten sind bislang nicht öffentlich, doch Altman deutete an, dass sie veröffentlicht werden könnten.
Probleme mit GPT-5 und Lehren für die nächste Version
Die Einführung des Modells GPT-5 verlief nicht ideal. Nutzer in sozialen Netzwerken beklagten, es sei kühler, weniger nahbar und weniger hilfreich als die vorherige Version. Altman räumte dies ein und sagte: „Die neue Version gefällt mir viel besser.“ OpenAI passte den Ton von GPT-5 stillschweigend an, damit er „viel wärmer“ wirkte. Altman betonte, dass GPT-6 schneller erscheinen werde, als es der zeitliche Abstand zwischen GPT-4 und GPT-5 vermuten ließe, und sich dadurch unterscheiden werde, dass es den Schwerpunkt auf die Anpassung an den Nutzer lege.
Altman erwähnte außerdem, dass künftige Versionen von ChatGPT es den Nutzern ermöglichen werden, Ton und Persönlichkeit festzulegen. Das Modell soll ideologisch neutral sein, im Einklang mit einer kürzlich erlassenen Anordnung der Regierung von Donald Trump, die verlangt, dass von der Bundesregierung eingesetzte KI-Systeme neutral und anpassbar sind. Altman sagte: „Ich denke, unser Produkt sollte eine ziemlich gemäßigte, ausgewogene Position einnehmen, und dann sollte man es recht weit in die gewünschte Richtung verschieben können.“ Wenn ein Nutzer möchte, dass das Modell sehr progressiv ist, soll dies ebenso möglich sein wie eine konservative Einstellung.
Datenschutzbedenken
Altman bezeichnete das verbesserte Gedächtnis als seine Lieblingsfunktion dieses Jahres, wies jedoch auf Datenschutzprobleme hin. Das temporäre Gedächtnis der aktuellen Modelle ist nicht verschlüsselt, was bedeutet, dass sensible Informationen gefährdet sein könnten. Altman bestätigte, dass eine Verschlüsselung „sehr gut möglich“ hinzugefügt werden könnte, nannte jedoch keinen konkreten Zeitpunkt.
Insbesondere bei Anfragen zu rechtlichen oder gesundheitlichen Informationen ist ein stärkerer Schutz erforderlich. Altman sagte: „Es liegt im Interesse der Gesellschaft, dass Menschen gute Gesundheitsberatung erhalten ... gute Rechtsberatung. Und wenn man bessere Versionen davon von einer KI erhalten kann, sollte man denselben Schutz genießen, wie wenn man sie von einem Arzt oder Anwalt erhält.“
Weitere Informationen aus jüngsten Berichten bestätigen, dass GPT-6 ein Gedächtnis erhalten soll, das sich die Vorlieben der Nutzer, den Gesprächsverlauf, den Ton und sogar den emotionalen Kontext merkt. Dies soll den Übergang von einem „intelligenten Chatbot“ zu etwas ermöglichen, das eher einem Begleiter gleicht, der Vertrauen und Kontinuität aufbaut. OpenAI untersucht die psychologischen Auswirkungen, einschließlich der Risiken emotionaler Abhängigkeit und „künstlicher Intimität“. Altman betonte, dass die Entwicklung vom Feedback der Nutzer geleitet werde, die nicht jedes Gespräch von Grund auf neu beginnen möchten.



