Roblox möchte, dass wirklich jeder sein eigenes Spiel bauen kann. Sogar auf dem Smartphone und ohne eine einzige Zeile Code. Das Unternehmen hat ein Tool namens Build vorgestellt, das eine niedergeschriebene Idee direkt in der mobilen App in ein spielbares Spiel verwandelt. Die Tests beginnen am 28. Juli in Neuseeland und werden schrittweise auf weitere Länder ausgeweitet.
Alles in einer App
Der Nutzer schreibt, was er möchte, und die künstliche Intelligenz erstellt das Grundgerüst des Spiels. In der Vorführung verwendete Roblox eine Anweisung wie: „Erstellen wir ein gemütliches Abenteuerspiel in einem dichten Wald mit Hindernissen in der Umgebung.“ Das Tool generiert daraus einen Ausgangspunkt, der weiterbearbeitet, getestet und mit Freunden geteilt oder direkt veröffentlicht werden kann.
Build kann Spielmechaniken, Umgebungen, Charaktere, den visuellen Stil und den Ton zusammenstellen. Alles in einer App. Angetrieben wird es von einer Kombination aus offenen und proprietären Modellen von Roblox, die anhand einer riesigen Sammlung dreidimensionaler Objekte und Spieldaten trainiert wurden. Dadurch kann es funktionsfähige 3D-Gegenstände und sogar ganze Szenen erstellen, die sich in ein bereits laufendes Spiel einfügen.
Das Tool baut auf Roblox Studio auf, einem Editor, den Entwickler bereits seit Jahren verwenden. Es nutzt denselben Unterbau, dieselben Modelle und denselben Chatverlauf. So kann die Arbeit auf dem Smartphone in Build begonnen und anschließend mit den erweiterten Funktionen von Studio abgeschlossen werden. Oder umgekehrt: Eine Aufgabe wird in Studio gestartet und ihr Fortschritt auf dem Smartphone überprüft.
Funktionen und Verfügbarkeit
Ausgewählte Funktionen, darunter die Möglichkeit, ein Spiel zu veröffentlichen, erhalten zunächst Nutzer in Neuseeland. Die offene Alphaversion startet dort am 28. Juli. In den darauffolgenden Monaten wird das Tool auch in weiteren Ländern verfügbar sein, während Roblox die grundlegenden Funktionen verfeinert und seine Möglichkeiten erweitert.
Während der Testphase wird Build verifizierten Nutzern ab neun Jahren zur Verfügung stehen. Ein in Build erstelltes Spiel können weltweit jedoch nur verifizierte Nutzer ab sechzehn Jahren veröffentlichen. Bevor eine Kreation in Katalogen für Kinder oder in Empfehlungen erscheint, durchläuft sie dieselbe erweiterte Prüfung wie jedes andere Spiel auf der Plattform. Die Basisversion wird kostenlos sein, anspruchsvollere Entwickler müssen für erweiterte Funktionen zusätzlich bezahlen.
Überflutung mit Müll
Das Unternehmen weiß genau, was viele Menschen denken werden. Wenn künstliche Intelligenz es jedem ermöglicht, Spiele am Fließband zu produzieren, besteht die Gefahr, dass die Plattform mit wertlosen Inhalten überschwemmt wird. Roblox erklärte daher in seiner Ankündigung ausdrücklich, dass seine Systeme zur Entdeckung von Spielen Titel mit einer langfristigen Spielerbindung hervorheben, zu denen generierter Müll nicht gehört. Die Qualität der Spiele auf der Startseite soll unverändert bleiben. Wenn niemand ein Spiel spielt, wird es auch niemand finden.
Doch nicht alle Reaktionen sind begeistert. Der Marketing-Slogan des Tools „Schreiben, bearbeiten, testen und teilen“ hat Zweifel hervorgerufen. Fachleute weisen auf zwei Punkte hin. Erstens, ob auf diese Weise erstellte Spiele überhaupt einen künstlerischen Wert haben werden. Zweitens, wie Roblox Urheberrechtsverletzungen kontrollieren will. Viele Entwickler bleiben skeptisch und behaupten, dass künstliche Intelligenz bislang höchstens routinemäßige Arbeiten im Hintergrund beschleunigen könne, etwa das Schreiben von Skripten, aber kein echtes Spiel selbst erfinden könne.
Was das Unternehmen außerdem plant
Das Unternehmen hat eine ganze Reihe von Tools für professionelle Entwickler angekündigt, die in den kommenden Monaten eingeführt werden sollen. Dazu gehört ein Testassistent, der Fehler erkennt, bevor der erste Spieler auf sie stößt. Hinzukommen soll ein Analyseassistent, dem eine Frage in Alltagssprache genügt, um die gewünschten Daten ohne langwierige Suche in Berichten abzurufen. Ein dritter Assistent soll Experimente vorschlagen, mit denen sich Interaktion, Bindung und Einnahmen steigern lassen.
Roblox hat bereits zuvor sogenannte prozedurale Modelle eingeführt, die aus Text oder Bildern 3D-Objekte mit einstellbaren Parametern generieren. Daneben gibt es Cube, das grundlegende 3D-Modell des Unternehmens, das auf Befehl fertige Objekte erstellt – von einfachen Requisiten bis hin zu Fahrzeugen, die tatsächlich fahren, und Waffen, die schießen. Bald soll ein Modell hinzukommen, das mit einem einzigen Befehl ganze bearbeitbare und spielbare 3D-Szenen erstellt.
Der Trend zum sogenannten Vibe Coding, also zur Beschreibung von Software in Alltagssprache, während künstliche Intelligenz den Rest programmiert, setzt sich in der Spielebranche immer stärker durch. Auch andere Unternehmen haben ähnliche Tools vorgestellt, etwa Google mit seinem Modell Genie 3 oder Microsoft mit der Technologie WHAM. Der Chef von Epic Games lobt öffentlich generative künstliche Intelligenz und kritisiert die ablehnende Haltung konkurrierender Plattformen, darunter Steam.
Quellen: gamerant.com und businessinsider.com



