Heute war ich bei den Pferden und habe Frosty longiert. Das Winterwetter meinte es diesmal wirklich gut mit uns – das Thermometer zeigte „angenehme“ -10 °C. Trotzdem meisterte Frosty alles völlig ruhig und problemlos. Gerade solche Tage bestätigen mir immer wieder, dass das Longieren von Pferden im Winter sinnvoll ist, auch wenn wir wegen Frost, Schnee oder Wind manchmal überhaupt keine Lust haben, den Stall zu verlassen.
Gestern war der Hufschmied im Stall und hat sogenannte Gummieinlagen in die Hufeisen eingesetzt, damit die Pferde nicht ausrutschen. Und das ist im Winter absolut entscheidend.

Gummieinlagen für Hufeisen: Sicherheit für Pferde unter winterlichen Bedingungen
Gummieinlagen für Hufeisen (oft auch als rutschfeste Einlagen bezeichnet) sind Unterlagen aus Gummi oder Kautschuk, die zwischen Huf und Hufeisen eingesetzt werden. Ihr Hauptzweck besteht darin, die Stabilität zu erhöhen und das Risiko des Ausrutschens auf Schnee, Eis oder gefrorenem Untergrund zu verringern.
Im Winter kann sich nämlich sehr leicht Schnee unter dem Hufeisen festsetzen und zu Eis verhärten. Das Pferd läuft dann buchstäblich „auf Stelzen“, was nicht nur unangenehm, sondern vor allem gefährlich ist – es drohen Ausrutschen, eine Überlastung der Sehnen oder sogar ein Sturz. Genau diesem Problem wirken die Gummieinlagen effektiv entgegen, da sie verhindern, dass sich Schnee ansammelt, und die Bodenhaftung verbessern.
Dank ihnen ist das Longieren von Pferden im Winter deutlich sicherer – sowohl für das Pferd selbst als auch für den Menschen, der mit ihm arbeitet.
Obwohl es heute wirklich kalt war, arbeitete Frosty willig und konzentriert. Ich selbst longiere auch im Winter regelmäßig, obwohl ich angesichts des Wetters oft überhaupt keine Lust dazu habe. Morgens ist es kalt, der Boden hart, die Finger sind vom Frost steif … aber Pferde lassen keine Ausreden gelten.
Warum das Longieren von Pferden im Winter wichtig ist
Beim Longieren im Winter geht es nicht nur darum, „die Routine beizubehalten“. Es hat eine viel größere Bedeutung für die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden des Pferdes.
Erhalt der Kondition
Ohne regelmäßige Bewegung verliert ein Pferd sehr schnell Muskeln, Beweglichkeit und seine allgemeine Kondition. Die Rückkehr zur Arbeit im Frühjahr ist dann deutlich schwieriger und das Verletzungsrisiko steigt.
Gesundheit des Bewegungsapparates
Regelmäßige, angemessen dosierte Bewegung trägt dazu bei, Sehnen, Gelenke und Rücken in gutem Zustand zu halten. Kurze, aber sinnvolle Arbeit an der Longe ist oft besser als völlige Untätigkeit.
Psychisches Wohlbefinden des Pferdes
Pferde sind es gewohnt, zu arbeiten. Wird ihre Bewegung langfristig eingeschränkt, können sie nervös oder gelangweilt werden oder ihre überschüssige Energie durch unerwünschtes Verhalten abbauen. Das Longieren von Pferden im Winter gibt ihnen Struktur und geistige Beschäftigung.
Fließender Übergang zwischen den Jahreszeiten
Ein Pferd, das auch im Winter arbeitet, ist im Frühjahr bereit. Man muss nicht bei null anfangen und den gesamten Körper nach und nach wieder „in Gang bringen“.
Natürlich wäre eine Reithalle ideal, vor allem wegen Eis, Schnee und hartem Boden. Das bedeutet jedoch nicht, dass man im Winter ohne sie nicht arbeiten kann. Im Gegenteil – der Winter lehrt uns, uns anzupassen, das Tempo zu reduzieren, stärker auf den Untergrund zu achten und dem Pferd zuzuhören. Und das ist eine Erfahrung, die das ganze Jahr über nützlich ist.
Beim Longieren von Pferden im Winter geht es schlichtweg nicht um Komfort. Es geht um Verantwortung, Regelmäßigkeit und Respekt vor den Bedürfnissen des Pferdes – auch wenn uns selbst kalt ist und wir am liebsten zu Hause bleiben würden.
Und wie sieht es bei euch aus? Longiert ihr im Winter gerne? 🐎❄️
PS: Natürlich darf unser kleiner „Vielfraß“, das Mini-Shetlandpony Bizonka, nicht fehlen :D




