Oracle hat Schwierigkeiten, beim Vermieten von ein bis zwei Jahre alten Nvidia-Serverchips an Entwickler künstlicher Intelligenz Bruttogewinnmargen von mehr als 25 % zu erzielen. Diese zuvor unveröffentlichten Daten zeigen eine große Lücke auf, die das Unternehmen schließen muss, um die von Co-CEO Clay Magouyrk skizzierten Ziele zu erreichen. Er erklärte am Donnerstag, dass in den kommenden Jahren Margen von 30 % bis 40 % im KI-Cloudgeschäft erwartet würden. Bei den Hopper-Chips beispielsweise, die bereits seit zwei Jahren auf dem Markt sind, lag die Bruttomarge lediglich bei 26 %. Beim Modell H200 betrug die Marge ebenfalls nur 19 %, wobei es rund 20 % des Quartalsumsatzes ausmachte.
Das Unternehmen erzielte im vergangenen Quartal 900 Millionen Dollar (rund 20,7 Milliarden Kč) Umsatz mit der Vermietung von Nvidia-Chips, der Bruttogewinn belief sich jedoch lediglich auf 125 Millionen Dollar (etwa 2,875 Milliarden Kč), was einer Marge von 14 % entspricht. Diese Zahlen liegen deutlich unter der Gesamtbruttomarge von Oracle im Geschäftsjahr 2025, die 72 % beträgt. Solche Ergebnisse verdeutlichen, wie stark die hohen Kosten für Nvidia-Chips die Rentabilität belasten, insbesondere wenn sämtliche Abschreibungen berücksichtigt werden.
Umsatzprognosen und Transformation des Unternehmens
Oracle hat seine Umsatzprognose für das Cloudgeschäft im Geschäftsjahr 2030 kürzlich auf beeindruckende 166 Milliarden Dollar (rund 3,818 Billionen Kč) angehoben, was 15 % über der Schätzung des Vormonats liegt. Dieser Anstieg signalisiert, dass sich das Unternehmen zu einem Anbieter von Cloud-Diensten wandelt. Internen Daten zufolge plant das Unternehmen, die Kosten für von Nvidia erworbene Chips zu senken oder die Preise für deren Vermietung an Kunden wie OpenAI zu erhöhen. Eine weitere Prognose geht von einem Umsatz von 144 Milliarden Dollar (etwa 3,312 Billionen Kč) bis zum Geschäftsjahr 2030 aus, was gegenüber den 57,4 Milliarden Dollar (rund 1,32 Billionen Kč) im Geschäftsjahr 2025 ein dramatisches Wachstum bedeuten würde.
Das Unternehmen hat einen umfangreichen Vertrag über Cloud-Dienste abgeschlossen, der ab dem Geschäftsjahr 2028 jährlich mehr als 30 Milliarden Dollar (rund 690 Milliarden Kč) einbringen könnte. Dieser möglicherweise mit OpenAI geschlossene Vertrag könnte die Umsatzdynamik verändern, sofern es gelingt, die Auslastung der Infrastruktur zu steigern. Oracle setzt somit darauf, dass eine größere Zahl von Kunden die Fixkosten auf eine breitere Basis verteilt, wodurch sich die Margen schrittweise verbessern würden.
Verluste mit neuen Chips und Wettbewerb
Interne Daten zeigen, dass Oracle mit der Vermietung der neuesten Nvidia-Blackwell-Chips ebenso Geld verliert wie mit den im vergangenen Jahr erschienenen Chips von AMD. Die Verluste mit Blackwell näherten sich in einem Quartal 100 Millionen Dollar (etwa 2,3 Milliarden Kč), wodurch die gesamte GPU-Bruttomarge unter Berücksichtigung sämtlicher Abschreibungen in den einstelligen Bereich sank. Auch ältere Nvidia-Chips führten trotz ihrer längeren Marktpräsenz zu Verlusten.
Die starke Preissetzungsmacht von Nvidia erschwert die Situation, da Oracle bislang selbst bei Chips, die in den vergangenen zwei Jahren auf den Markt kamen, keine Margen von mehr als 25 % erzielen kann. Wettbewerber wie Amazon oder Microsoft sind im Vorteil, da sie stärker auf CPUs oder eigene KI-Chips setzen, worüber Oracle nicht verfügt. Die wachsende Rolle von AMD als alternativem Anbieter könnte jedoch Druck auf die Preise von Nvidia ausüben und Oracle dabei helfen, seine Bezugsquellen für Chips zu diversifizieren.
Oracle geht davon aus, dass sich die Kosten bei steigender Nutzung der Cloud-Infrastruktur auf höhere Umsätze verteilen werden, was je nach Vertrag zu Margen von bis zu 35 % führen könnte. Die Wall Street bleibt jedoch skeptisch, ob das Unternehmen diese Ziele erreichen kann, da das Risiko sinkender Margen infolge der Cloud-Expansion weiterhin hoch ist. Das Unternehmen setzt auf die Aushandlung besserer Preise mit Nvidia und eine größere Zahl von Kunden wie OpenAI, um die derzeitigen Verluste zu überwinden.
Quelle: theinformation.com



