Oracle hat offiziell bestätigt, dass das Unternehmen Mieter eines weitläufigen Rechenzentrums im Doña Ana County in New Mexico sein wird. Das Projekt mit dem Codenamen Jupiter umfasst den Bau von vier Rechenzentrumsgebäuden auf einer Fläche von 567 Hektar. Zum Komplex werden außerdem eine Mikronetzanlage, Erdgaskraftwerke, ein Batteriespeicherzentrum und eine Entsalzungsanlage gehören.
Das Projekt wird von den Unternehmen Stack und BorderPlex Digital Assets entwickelt, wobei eine Gesamtinvestition von bis zu 165 Milliarden Dollar (rund 3,8 Billionen Kronen) geplant ist. Oracle wird den Campus für die KI-Infrastruktur seines Kunden OpenAI nutzen.
Oracle kündigte eine deutliche Anhebung der erwarteten Zahl der Arbeitsplätze an. Während die ursprünglichen Schätzungen von 750 dauerhaften Arbeitsplätzen und 2.500 Stellen während der Bauphase ausgingen, sind die neuen Prognosen deutlich optimistischer. Während der Bauphase werden rund 4.000 Arbeitsplätze entstehen, nach der Fertigstellung bis zu 1.500 dauerhafte Stellen direkt auf dem Gelände oder im County. Oracle plant, mit Berufsschulen, Community Colleges, Universitäten und Organisationen zur Entwicklung von Arbeitskräften zusammenzuarbeiten, um die Einwohner auf eine Karriere im Technologiesektor vorzubereiten.
Massive Investitionen in die lokale Gemeinschaft
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts werden laut einer Studie des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung von New Mexico erheblich sein. Während der Bauphase wird erwartet, dass die Wirtschaft des Doña Ana County jährlich um rund 384 Millionen Dollar (etwa 8,8 Milliarden Kronen) gestärkt wird. Nach der Inbetriebnahme wird das Rechenzentrum eine direkte Wirtschaftsleistung von schätzungsweise 113 Millionen Dollar (rund 2,6 Milliarden Kronen) pro Jahr erbringen. Der Bundesstaat und der County werden mehr als 600 Millionen Dollar (etwa 13,8 Milliarden Kronen) an Bruttoeinnahmensteuern erhalten. Darüber hinaus wird Oracle dem Doña Ana County 320 Millionen Dollar (rund 7,4 Milliarden Kronen) in Form direkter Zahlungen zur Verbesserung von Schulen, Infrastruktur und lokalen Dienstleistungen bereitstellen. Weitere 50 Millionen Dollar (rund 1,1 Milliarden Kronen) fließen in die Reparatur, den Bau und die Modernisierung der Wassersysteme des County. Das Unternehmen wird außerdem mehr als 6,9 Millionen Dollar (etwa 159 Millionen Kronen) in zusätzliche Gemeinschaftsprojekte investieren, darunter einen Fonds für Bildung und die Entwicklung lokaler Arbeitskräfte sowie 1,5 Millionen Dollar (rund 34,5 Millionen Kronen) für den Boys and Girls Club of Las Cruces.
Nachhaltige Ressourcen
Oracle betont, dass das Rechenzentrum ein geschlossenes, verdunstungsfreies Kühlsystem nutzen wird, das kein Wasser aus dem lokalen Wasserversorgungssystem entnimmt. Die Wassertanks müssen nur einmal befüllt werden. Nach der Fertigstellung der vier Gebäude wird der tägliche betriebliche Wasserverbrauch hauptsächlich auf Küchen, Toiletten und Pausenräume entfallen und mit dem eines gewöhnlichen Bürogebäudes vergleichbar sein.
Das Rechenzentrum wird ein eigenes dediziertes Mikronetz nutzen, das unabhängig vom öffentlichen Stromnetz betrieben wird. Dadurch wird sichergestellt, dass es keine Auswirkungen auf die lokalen Energiezahler gibt. Oracle wird die Energiekosten des Campus übernehmen, einschließlich der Finanzierung neuer Übertragungsleitungen, Batteriespeicher und eines eigenen Umspannwerks. Das Mikronetz wird von Gasturbinen mit modernsten Emissionskontrollanlagen und kontinuierlicher Emissionsüberwachung versorgt. Die installierten Maßnahmen zur Schadstoffbegrenzung werden die strengen neuen, im Januar 2026 erlassenen Standards der US-Umweltschutzbehörde EPA um 50 % oder mehr übertreffen.
Einheimische sind dagegen
Das Projekt stößt bei lokalen Gruppen auf Kritik. Der Empowerment Congress of Doña Ana County, eine gemeinnützige Organisation, und zwei Einwohner haben Klage gegen die County-Kommission eingereicht. Sie argumentieren, dass das Projekt nicht genügend Informationen bereitstelle und dass die Entscheidung der Kommission, die Finanzierungsmechanismen und Steuervergünstigungen zu genehmigen, von verfahrensrechtlichen und regulatorischen Unregelmäßigkeiten geprägt gewesen sei. Anfang Januar 2026 startete BorderPlex ein Programm, um bis 2028 bis zu 500 MW erneuerbare Energie für sein Rechenzentrumsportfolio in New Mexico zu sichern, mit einer Erhöhung auf 1 GW bis 2032.
Quelle: bloomberg.com



