OpenAI vs. Meta: Kostenlose KI-Modelle verändern die Spielregeln

OpenAI vs. Meta: Kostenlose KI-Modelle verändern die Spielregeln

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
8. 8. 2025
3 Minuten Lesezeit
OpenAI vs. Meta: Kostenlose KI-Modelle verändern die Spielregeln

OpenAI vs. Meta: Kostenlose KI-Modelle verändern die Spielregeln in der künstlichen Intelligenz

OpenAI, das für die Entwicklung von ChatGPT bekannte Unternehmen, hat die Einführung zweier frei verfügbarer Modelle künstlicher Intelligenz angekündigt, die sich an die Bedürfnisse von Entwicklern anpassen lassen. Diese als gpt-oss-120b und gpt-oss-20b bezeichneten Modelle stellen eine bedeutende Abkehr vom bisherigen Ansatz von OpenAI dar, bei dem ChatGPT auf einem geschlossenen Modell basierte, das nicht verändert werden kann. Mit diesem Schritt tritt OpenAI in direkte Konkurrenz zu Mark Zuckerbergs Meta und dem chinesischen Rivalen DeepSeek, die bereits zuvor ähnliche frei verfügbare Modelle angeboten haben. Es handelt sich um einen wichtigen Wandel, der möglichst vielen Menschen Zugang zu fortschrittlicher künstlicher Intelligenz verschaffen soll.

Sam Altman, der Geschäftsführer von OpenAI, zeigte sich von diesem Schritt begeistert und betonte, dass die Modelle das Ergebnis milliardenschwerer Investitionen in die Forschung seien. Seinen Worten zufolge sollen diese Werkzeuge dem „breiten Gemeinwohl“ dienen und auf demokratischen Werten beruhen, damit künstliche Intelligenz in die Hände möglichst vieler Menschen gelangt. Ähnlich wie Mark Zuckerberg von Meta argumentiert er, dass frei verfügbare und anpassbare Modelle gewährleisten, dass die Vorteile künstlicher Intelligenz nicht nur in den Händen einiger weniger Unternehmen konzentriert sind, sondern allen Menschen weltweit zugänglich werden.

Details zu den neuen Modellen

Die Modelle gpt-oss-120b und gpt-oss-20b werden als „Open Weight“ bezeichnet, was bedeutet, dass ihre trainierten Parameter öffentlich verfügbar sind. Dadurch können Entwickler sie herunterladen, verändern und eigenständig ausführen. Das größere Modell gpt-oss-120b ist so konzipiert, dass es auf einer einzigen Nvidia-Grafikkarte läuft, während das kleinere gpt-oss-20b auch für gewöhnliche Notebooks mit 16 GB Arbeitsspeicher geeignet ist. Beide Modelle übertreffen ähnlich große Konkurrenzmodelle bei Aufgaben, die logisches Schlussfolgern erfordern, wobei gpt-oss-120b beim grundlegenden Schlussfolgern eine Leistung erreicht, die nahezu der des internen OpenAI-Modells o4-mini entspricht.

Diese Modelle stehen auf Plattformen wie Hugging Face zum Download bereit und sind in AWS-Dienste (Amazon Web Services) integriert, sodass Unternehmen und Einzelpersonen sie mit fortschrittlichen Funktionen für Sicherheit, Anpassung und Skalierung einsetzen können. OpenAI betont, dass die Modelle für den Einsatz in agentischen Workflows (Arbeitsabläufen mit autonomen Agenten) konzipiert sind, in denen sie selbstständig arbeiten können, beispielsweise als Grundlage für KI-Agenten, die Aufgaben ohne menschliches Eingreifen ausführen. Während der Tests erstellte OpenAI „bösartige“ Versionen dieser Modelle, die biologische Bedrohungen und Cyberbedrohungen simulierten, stellte jedoch fest, dass sie kein hohes Fähigkeitsniveau erreichten.

Wettstreit mit der Konkurrenz

Dieser Schritt von OpenAI erfolgt zu einer Zeit, in der das Unternehmen sowohl seitens der Branche als auch der Öffentlichkeit unter Druck steht, mehr Transparenz und Anpassbarkeit zu bieten. Seit der Veröffentlichung von GPT-2 im Jahr 2019 konzentrierte sich OpenAI auf proprietäre Modelle, sodass dies die erste große offene Veröffentlichung seit mehr als fünf Jahren ist. Damit tritt OpenAI in direkte Konkurrenz zu Meta, das mit seinen Llama-Modellen seit Langem einen offenen Ansatz verfolgt, sowie zu den sich schnell entwickelnden chinesischen Konkurrenten wie DeepSeek. Meta bezeichnet seine Modelle als „Open Source“ (quelloffen), was auch die Bereitstellung von Trainingsdaten, Architektur und Code umfasst. Die Open Source Initiative weist jedoch darauf hin, dass Metas Einschränkungen eine vollständige Einstufung als Open Source verhindern.

Mark Zuckerberg warnte, dass bei hochentwickelten Modellen mit einem solchen Ansatz vorsichtig umgegangen werden müsse, um Missbrauch zu verhindern. OpenAI entscheidet sich für den zurückhaltenderen „Open Weight“-Ansatz, bei dem die Modelle zwar verändert werden können, ihre interne Funktionsweise jedoch nicht vollständig transparent ist. Dieser Wandel wird als Reaktion auf den wachsenden Druck zur Demokratisierung künstlicher Intelligenz betrachtet, wobei Modelle wie jene von DeepSeek bereits zuvor zum kostenlosen Herunterladen und Anpassen angeboten wurden.

Bedenken hinsichtlich der Risiken

Obwohl diese Modelle einen breiteren Zugang versprechen, lösen sie unter Experten Bedenken aus. Laut The Guardian und anderen Quellen besteht das Risiko, dass frei verfügbare und anpassbare Modelle so verändert werden könnten, dass sie schweren Schaden anrichten, beispielsweise zur Entwicklung biologischer Waffen oder anderer Bedrohungen. OpenAI führte Tests durch, die zeigten, dass derartige bösartige Veränderungen kein hohes Fähigkeitsniveau erreichten, doch Experten warnen vor potenziellen Risiken. Auch Meta erkennt an, dass bei fortschrittlichen Systemen Vorsicht geboten ist.

Kategorie:KI
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