OpenAI hat kürzlich seine neueste Version der künstlichen Intelligenz vorgestellt, das Modell GPT-5.2. Dieses Modell schneidet in verschiedenen Tests gut ab, doch eine Sache blieb unklar – wie offen es gegenüber Themen für Erwachsene sein wird. Fidji Simo, die den Anwendungsbereich bei OpenAI leitet, erklärte gegenüber Journalisten, dass der sogenannte „Erwachsenenmodus“ im ersten Quartal 2026 in ChatGPT eingeführt werde. Das bedeutet, dass Nutzer ab einem bestimmten Alter Zugang zu freizügigeren Inhalten einschließlich Erotik erhalten werden, wie Firmenchef Sam Altman bereits früher im Jahr angekündigt hatte.
Die ganze Angelegenheit kam nach dem Update auf GPT-5 ins Rollen, als sich einige Nutzer darüber beschwerten, dass der Chatbot seine Persönlichkeit verloren habe – als hätte er eine Art „Lobotomie“ durchlaufen. Sam Altman reagierte darauf im Oktober und räumte ein, dass das Unternehmen das Verhalten des Chatbots aufgrund von Bedenken hinsichtlich der psychischen Gesundheit der Nutzer eingeschränkt habe. Anlass war eine Klage der Eltern eines sechzehnjährigen Jungen, der ChatGPT um Ratschläge zum Knüpfen einer Schlinge gebeten und anschließend Suizid begangen hatte. OpenAI reagierte darauf mit neuen Kindersicherungen und einem System, das das Alter des Nutzers schätzt und die Inhalte entsprechend filtert. Für jüngere Menschen gibt es nun eine sicherere Version, die sie vor unangemessenen Themen schützt.
Wie wird die Alterskontrolle funktionieren?
Der Schlüssel zum Erwachsenenmodus ist eine Technologie zur Altersüberprüfung, die OpenAI noch testet. Fidji Simo erklärte, dass das Unternehmen sicherstellen wolle, dass das System Jugendliche korrekt erkennt und ihnen keinen Zugang zu Inhalten für Erwachsene gewährt. Zugleich dürfe es nicht passieren, dass Erwachsene versehentlich der Kinderversion zugeordnet werden. Laut einem Bericht von The Verge bedeutet dies, dass OpenAI diesen Mechanismus sorgfältig optimiert, damit er zuverlässig funktioniert. Sobald dies abgeschlossen ist, werden erwachsene Nutzer mehr Freiheit bei Unterhaltungen mit dem Chatbot erhalten.
Mögliche Risiken von Beziehungen zu KI
Sam Altman hatte ursprünglich versprochen, dass der Erwachsenenmodus die Erstellung erotischer Inhalte ermöglichen werde, was großes Aufsehen erregte. Später präzisierte er dies und erklärte, es gehe vor allem darum, dass der Chatbot während der Gespräche mit dem Nutzer eine eigene „Persönlichkeit“ entwickeln könne. Das bedeutet, dass die Unterhaltungen individueller und freier sein werden, ohne die strengen Einschränkungen, die für jüngere Nutzer gelten. Erwachsene sollten erkennen können, dass sie mit einem Roboter und nicht mit einem Menschen sprechen, doch eine Studie aus diesem Jahr in der Fachzeitschrift Journal of Social and Personal Relationships ergab, dass Menschen, die eine emotionale Bindung zu einem Chatbot aufbauen, häufig unter stärkerem psychischem Stress leiden.
Auch wenn Erwachsene möglicherweise ein besseres Urteilsvermögen als Kinder haben, bestehen dennoch Bedenken. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich Menschen mit weniger realen Beziehungen häufiger Chatbots anvertrauen. OpenAI selbst hat bereits eingeräumt, dass bei einigen Nutzern das Risiko einer emotionalen Abhängigkeit von ChatGPT besteht. Die Vorstellung, Erwachsene könnten einfach selbst entscheiden, ob sie eine solche Interaktion wünschen, erscheint etwas riskant, da wir über diese Technologie noch nicht viel wissen. So zeigte beispielsweise eine Studie in der Fachzeitschrift Computers in Human Behavior, dass solche Bindungen zu stärkerer Isolation führen können. OpenAI betrachtet dies als eine Entscheidung für Erwachsene, doch es bleibt fraglich, ob dies wirklich zur Sicherheit beiträgt, denn jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.
Quelle: gizmodo.com



