Nvidia-Zahlen treiben Aktien an und lindern Sorgen vor einer KI-Blase

Nvidia-Zahlen treiben Aktien an und lindern Sorgen vor einer KI-Blase

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
20. 11. 2025
4 Minuten Lesezeit
Nvidia-Zahlen treiben Aktien an und lindern Sorgen vor einer KI-Blase

Nvidia, der riesige Chiphersteller, der die künstliche Intelligenz (KI) antreibt, hat gerade Ergebnisse bekannt gegeben, die alle Erwartungen übertroffen haben. In dem im Oktober endenden Dreimonatszeitraum erzielte Nvidia einen Umsatz von 57 Milliarden Dollar, was umgerechnet etwa 1,311 Billionen Kronen entspricht. Das bedeutet einen Anstieg von 62 % gegenüber dem Vorjahr. Haupttreiber war die Rechenzentrumssparte, deren Umsatz um 66 % auf mehr als 51 Milliarden Dollar stieg, also rund 1,173 Billionen Kronen. All das ist der enormen Nachfrage nach Chips für KI-Systeme zu verdanken.

Firmenchef Jensen Huang sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Verkäufe ihrer Blackwell-KI-Systeme seien „jenseits aller Erwartungen“ und die Cloud-Grafikprozessoren (GPUs) seien vollständig ausverkauft. Das Unternehmen erwartet, im letzten Quartal des Jahres einen Umsatz von rund 65 Milliarden Dollar zu erzielen, was erneut über den Prognosen der Analysten liegt. Finanzchefin Colette Kress fügte hinzu, Nvidia werde wahrscheinlich noch mehr Aufträge über die bereits angekündigten 500 Milliarden Dollar hinaus annehmen.

Sorgen vor einer KI-Blase lösen sich auf – zumindest vorerst

Die Menschen an der Wall Street befürchteten in letzter Zeit, dass der ganze KI-Hype nur eine aufgeblähte Blase sein könnte, ähnlich wie vor 25 Jahren bei den Internetunternehmen. Die Aktien der Technologiegiganten waren zuletzt nämlich gefallen – der S&P-500-Index verlor im November fast 3 %, der Nasdaq sogar 5 %. Doch die Ergebnisse von Nvidia haben diese Sorgen zumindest teilweise zerstreut. Jensen Huang sagte ausdrücklich: „Wir sehen etwas völlig anderes“, und bestritt, dass es sich um eine Blase handle.

Der Analyst Daniel Newman von The Futurum Group fasste es mit den Worten zusammen, dass die bärischen, also pessimistischen, Theorien nun in sich zusammenfallen und das KI-Geschäft stabil bleibt. Sundar Pichai, Chef von Alphabet (der Google-Muttergesellschaft), räumte ein, dass bei KI-Investitionen eine gewisse „Irrationalität“ herrsche, doch Nvidia fällt laut Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown nicht in diese Kategorie – das Unternehmen läuft schlicht auf Hochtouren.

Reaktion der Märkte

Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse stieg die Nvidia-Aktie im vorbörslichen Handel um 4,9 %. Dies zog auch die Futures auf die wichtigsten Indizes nach oben: Der Dow Jones legte um 0,41 % zu, der S&P 500 um 1,01 % und der Nasdaq 100 um 1,41 %. Andere Chiphersteller schlossen sich an – Advanced Micro Devices (AMD) gewann 4,3 %, und auch Broadcom und Marvell Technology verzeichneten deutliche Kursgewinne.

Megacap-Aktien wie Alphabet stiegen um 1,9 %, Meta um 1,2 %. Auf der anderen Seite fiel Walmart trotz einer Anhebung seiner Jahresprognose und der geplanten Verlagerung seiner Börsennotierung von der NYSE an die Nasdaq im Dezember in einem chaotischen Handel um 1,9 %. Palo Alto Networks verlor nach der Ankündigung der Übernahme von Chronosphere für 3,35 Milliarden Dollar, also etwa 77 Milliarden Kronen, 3,6 %.

Große Vereinbarungen und die Zukunft der KI

Nvidia ist an zahlreichen großen Geschäften beteiligt. Jensen Huang traf sich kürzlich beim USA-Saudi Investment Forum mit Elon Musk, wo sie ein riesiges Rechenzentrum in Saudi-Arabien ankündigten. Es wird mit Hunderttausenden Nvidia-Chips ausgestattet, und der erste Kunde wird Musks KI-Unternehmen xAI sein. Das Wall Street Journal schreibt, dass die US-Regierung nach Gesprächen zwischen Präsident Donald Trump und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman den Verkauf von bis zu 70.000 fortschrittlichen KI-Chips an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate genehmigt habe.

Colette Kress äußerte ihre Enttäuschung über die regulatorischen Exportbeschränkungen für China, doch das Unternehmen bemüht sich, gute Beziehungen zu Entwicklern dort und anderswo aufrechtzuerhalten. Nvidia ist derzeit mit einem Wert von 5 Billionen Dollar, umgerechnet etwa 115 Billionen Kronen, das wertvollste Unternehmen der Welt. Technologiegiganten wie Meta, Alphabet und Microsoft investieren Milliarden in KI, darunter in Rechenzentren und Chips.

Wie es am Markt weitergeht

Heute soll der verspätete US-Arbeitsmarktbericht für September veröffentlicht werden – erwartet werden ein moderates Beschäftigungswachstum und eine Arbeitslosenquote von 4,3 %, die nahe am Vierjahreshoch liegt. Das Amt für Arbeitsstatistik erklärte, dass es die Oktoberdaten wegen des Government Shutdowns mit den Novemberdaten zusammenlegen werde. All dies geschieht einen Tag nach der Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung der US-Notenbank, bei der sich die Mitglieder über Zinssenkungen uneinig waren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember ist laut dem CME FedWatch Tool inzwischen von zuvor 50 % auf 34 % gesunken. Fünf Vertreter der Fed sollen heute sprechen.

Simon French von Panmure Liberum erinnerte daran, dass die Parallelen zur Dotcom-Blase darin bestehen, dass nicht alle Technologieunternehmen profitabel sind, Nvidia aber zu den Unternehmen gehört, die Cashflow generieren. Eileen Burbidge von Passion Capital sprach über kreislaufartige Geschäfte zwischen Unternehmen wie Nvidia, OpenAI und Anthropic, bei denen Investitionen im Kreis zurückfließen – beispielsweise investierte Nvidia 100 Milliarden Dollar in OpenAI, den Entwickler von ChatGPT.

Quelle: bbc.com

Kategorie:KI
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