Nvidia übernimmt Enfabrica: Riesige Investition in KI-Technologie
Nvidia, der Gigant im Bereich der Grafikprozessoren, hat gerade eine Vereinbarung abgeschlossen, bei der das Unternehmen mehr als 900 Millionen US-Dollar (rund 20,7 Milliarden Kronen) ausgab, um den Geschäftsführer von Enfabrica, Rochan Sankar, und weitere Mitarbeiter dieses auf künstliche Intelligenz spezialisierten Start-ups anzuwerben. Diese Transaktion umfasst sowohl Bargeld als auch Aktien und wurde vergangene Woche abgeschlossen. Rochan Sankar ist damit zu Nvidia gewechselt, wie mit der Vereinbarung vertraute Quellen bestätigen. Dieser Schritt erinnert an ähnliche Talentübernahmen durch Unternehmen wie Meta oder Google, bei denen es eher um die Mitarbeiter und die Technologie als um das gesamte Unternehmen geht.
Enfabrica wurde 2019 gegründet und ist auf die Entwicklung einer Technologie spezialisiert, die mehr als 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) zu einer funktionierenden Einheit verbinden kann. Die Lösung hilft Nvidia dabei, integrierte Systeme rund um die eigenen Chips anzubieten, sodass große GPU-Cluster wie ein einziger Computer funktionieren. Das Unternehmen erklärt, dass seine Hardware Probleme in Rechenzentren für künstliche Intelligenz löst, in denen enorme Datenmengen verarbeitet werden. Nvidia investierte bereits 2023 in Enfabrica, und zwar im Rahmen einer von Atreides Management angeführten Finanzierungsrunde in Höhe von 125 Millionen US-Dollar (etwa 2,875 Milliarden Kronen). Damals gab Enfabrica seine Bewertung nicht bekannt, erwähnte jedoch, dass sie gegenüber der vorherigen Finanzierungsrunde um das Fünffache gestiegen sei.

Was macht Enfabrica und warum ist das Unternehmen für KI wichtig?
Enfabrica konzentriert sich auf Hardware und Software für die nächste Generation der Computertechnik, insbesondere für künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Das Schlüsselprodukt des Unternehmens ist ein Switch namens Accelerated Compute Fabric (beschleunigte Rechenstruktur), der eine effiziente Verbindung großer Gruppen von GPUs und Beschleunigern für maschinelles Lernen ermöglicht. Diese Technologie vereint Funktionen wie PCIe, CXL, RDMA-NIC und Ethernet und schlägt damit eine Brücke zwischen Servern und Netzwerken in Hyperscale-Rechenzentren. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Mountain View, Kalifornien, beschäftigt rund 77 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 20,9 Millionen US-Dollar (480 Millionen Kronen).
Konkret entwickelt Enfabrica Chips, die eine Skalierung auf bis zu 100.000 GPUs in Clustern ermöglichen, was ideal für das Training großer Sprachmodelle wie dem von OpenAI ist. Nvidia sieht in dieser Technologie eine Möglichkeit, seine Position im KI-Boom zu stärken, der durch die Einführung von ChatGPT Ende 2022 ausgelöst wurde. Die GPUs des Unternehmens werden in riesigen Clustern an Cloud-Anbieter verkauft, die ihren Kunden KI-Dienste anbieten. Ende vergangenen Jahres erhielt Enfabrica weitere 115 Millionen US-Dollar (2,645 Milliarden Kronen) von Investoren, darunter Spark Capital, Arm, Samsung und Cisco. Dadurch stieg die Unternehmensbewertung laut PitchBook auf rund 600 Millionen US-Dollar (13,8 Milliarden Kronen).

Einzelheiten der Vereinbarung und Vergleich mit anderen Übernahmen
Bei dieser Vereinbarung von Nvidia handelt es sich nicht um eine klassische Übernahme des gesamten Unternehmens, sondern eher um ein „Acquihire“ – den Erwerb von Talenten und einer Technologielizenz. Nvidia zahlt sowohl mit Bargeld als auch mit Aktien, wodurch sich wichtige Mitarbeiter ohne regulatorische Hürden schnell integrieren lassen. Ähnlich ging Meta vor, das im Juni 14,3 Milliarden US-Dollar (329 Milliarden Kronen) für den Scale-AI-Gründer Alexandr Wang und weitere Mitarbeiter ausgab und eine Beteiligung von 49 Prozent erwarb. Google schloss im Juli für 2,4 Milliarden US-Dollar (55,2 Milliarden Kronen) eine Vereinbarung über den Windsurf-CEO Varun Mohan und sein Team ab, einschließlich Lizenzgebühren.
Nvidia ist nicht für große Übernahmen bekannt, doch diese zählt zu den größten des Unternehmens. So kaufte Nvidia 2019 beispielsweise das israelische Unternehmen Mellanox für 6,9 Milliarden US-Dollar (158,7 Milliarden Kronen), wodurch seine Netzwerktechnologie für aktuelle Produkte wie Blackwell gestärkt wurde. Der Versuch, Arm zu übernehmen, scheiterte 2022 an regulatorischen Hürden. In diesem Jahr schloss Nvidia die Übernahme von Run:ai für 700 Millionen US-Dollar (16,1 Milliarden Kronen) zur Optimierung der KI-Infrastruktur ab. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen diese Woche eine Investition von 5 Milliarden US-Dollar (115 Milliarden Kronen) in Intel sowie eine Zusammenarbeit bei KI-Prozessoren an und investierte außerdem fast 700 Millionen US-Dollar (16,1 Milliarden Kronen) in das britische Rechenzentrums-Start-up Nscale.
Warum setzt Nvidia auf solche Schritte?
Nvidia profitiert vom KI-Boom, bei dem seine GPUs das Training von Modellen in Rechenzentren antreiben, etwa in dem vier Milliarden US-Dollar (92 Milliarden Kronen) teuren Rechenzentrum in Wisconsin, das Microsoft am Donnerstag ankündigte. Ältere Chips wie der A100 waren eigenständig, doch neue Produkte werden in Racks (Serverschränken) mit 72 GPUs geliefert, die gemeinsam arbeiten. Enfabrica hilft dabei, dies auf einen massiven Maßstab auszuweiten, was Nvidia im Wettbewerb mit Unternehmen wie Microsoft, Amazon oder Google, die ebenfalls um KI-Talente werben, einen Vorteil verschafft. Dieser Deal unterstreicht, wie Nvidia seine Position im Ökosystem der künstlichen Intelligenz durch kluge Investitionen und Übernahmen stärkt.



